Zitat:
Zitat von Glücksball
Man sollte bei dem Thema wirklich nicht so undifferenziert sein. Weder sind wir ein echter Vasallenstaat in totaler Abhängigkeit (1), noch kann man davon ausgehen, dass jede unserer Handlungen ohne Konsequenzen bleiben würde (2).
Beispiel für (1): Beim Irak-Krieg haben wir damals nicht mitgemacht. Gab es Kritik aus den USA? Ja. Gab es Sanktionen oder ernsthafte Repressalien? Soweit ich weiß, nein.
Beispiel für (2): Die US-Sanktionen zu Nord-Stream 2.
Der Unterschied, der auch für zukünftige Einschätzungen maßgeblich sein könnte:
Bei (2) standen wir mit unserem Kurs weitgehend allein auf weiter Flur. Innerhalb der EU wollten die meisten Länder auch nichts von Nord-Stream 2 wissen. Da ist es für die USA einfach Druck auszuüben.
Bei (1) hingegen gab es viele EU-Länder, die ebenfalls nicht in diesen Krieg ziehen wollten. Allein dieser Zusammenhalt hat dafür gesorgt, dass nicht mehr Druck ausgeübt wurde.
So, und jetzt die Hausaufgabe  :
Ordne ein einseitiges Ausscheren Deutschlands aus Sanktionen und Waffenlieferungen entweder (1) oder (2) zu.
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Beispiel für (1): Ich glaube, die Zeiten haben sich (leider) geändert - heute würde das nicht mehr ohne Sanktionen abgehen, befürchte ich!
Beispiel für (2): In der Tat ein ziemlich trauriges Bild für die EU: Gelder aus Deutschland werden gern genommen - aber sonst schaut jeder in der EU (Polen, Ungarn und bis vor kurzem vor allem auch England) nur auf seine eigenen Vorteile... Die Solidarität der Polen geht ja anscheinend auch zuallererst den USA gegenüber - die wissen anscheinend genau, wo der Hammer hängt!
Und die Polen hätten die Reparationsforderungen an Deutschland in Höhe von 1300 Milliarden € auch ruhig vor der Aufnahme in die EU stellen können, bin ich der Ansicht. Ob dann allerdings auch noch eine Aufnahme in die EU gekommen wäre, wage ich allerdings etwas zu bezweifeln...