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Alt 11.11.2022, 21:57
Kellox Kellox ist offline
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AW: Frust- wie das eigene Spiel finden

Zitat:
Zitat von appelgrenfan Beitrag anzeigen
Du hast gleich mehrere Baustellen auf einmal. Kommt mir bekannt vor, weil ich vor 10 Jahren in einer ähnlichen Situation war.

Baustelle 1: Mangelnde Matchpraxis
Das ist m.E. der wichtigste Punkt und der lässt sich nur durch Erfahrung in den Pflichtspielen beheben. Da helfen auch Races nur begrenzt, da der Druck im Mannschaftswettbewerb doch ein komplett anderer ist.

Baustelle 2: Der Druck im Mannschaftskampf
Auch das kenne ich nur zu gut. Bei mir war’s so: Ich komme nach ca. 20 Jahren wieder in den Verein und soll gleich nach wenigen Wochen Training als Ersatz auflaufen. In Spielen, in denen es um den Klassenerhalt der einzigen noch verbliebenen Mannschaft geht. Ich habe mir viel Druck gemacht und natürlich regelmäßig verloren.
Ich habe zwar diese Spiele verloren, aber heute weiß ich, wie sehr ich dem Verein geholfen habe. Denn heute haben wir vier Mannschaften, während damals die eine kämpfen musste, um bestehen zu bleiben.
Soll heißen: Alleine wenn du zuverlässig als Mannschaftsspieler zu Verfügung stehst, hilfst du dem Verein enorm. Es gibt also keinerlei Anlass, dich schlecht zu fühlen, nur weil du verlierst.

Baustelle 3: Der Kampf mit den Spielsystemen
Ich habe zwar von der Jugend an mit allen möglichen (und auch manch unmöglichen) Spielsystemen trainieren können. Trotzdem war es nach dem Wiedereinstieg ein Graus, gegen Kampfschupfer und Noppenspezialisten zu bestehen. Das gilt um so mehr, wenn du keine derartigen Trainingspartner hast. Das ist auch die Krux im Training: Du hast die immer gleichen Gegner, bald schon weißt du, wie sie spielen, wohin der nächste Ball kommt usw. Das hilft dir nicht dabei, Antizipation zu entwickeln.

Die Patentlösung habe ich auch nicht, nur den Zuspruch, dass ich die Situation kenne und sie sich mit der Zeit von selbst löst, wenn man dran bleibt.

Danke für Deine treffende Analyse- kann ich alles so wieder erkennen bzw. bestätigen!
Danke auch für das Relativieren- ich bin ja auch nicht der einzige, der seine Spiele verliert, trotzdem habe ich das Gefühl, dass es teilweise erwartet wird.

Was das Antizipieren angeht, stehe ich wirklich noch am Anfang. Ich bin sportwissenschaftlich wohl noch in der ersten Phase, erlerne die Grundtechniken und muss mich auf jeden Schlag konzentrieren mir immer wieder den tiefen Stand und die Beinarbeit in Erinnerung rufen, da geht wenig automatisch richtig. So langsam fange ich an den Gegner zu beobachten und merke, dass ich dann viel schneller sehe, wo der Ball hingeht, löse mich so langsam von der reinen Konzentration auf mich und die bloße Schlagtechnik- der nächste Schritt ist dann wohl eine Spielübersicht zu gewinnen und den Gegner zu lesen, um dann in letzter Instanz meine Taktik anpassen zu können- wahrscheinlich ein weiter Weg!

Wie lange hat die Phase bei Dir gedauert, bis Du das Gefühl hattest aus dem Loch gekommen zu sein und Dein Spiel selbst zu analysieren und der Situation anzupassen?
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