Hallo Daniel,
ich habe gehofft und gewartet, dass Du es hier ansprichst. Danke Dir dafür.
Dein halbes Wissen (ich nenne es "Wissen") hat sich hier gerade sehr breit entfalten.
Nun versuchen wir es ein bisschen zu kanalisieren und konkretisieren.
*Noch eine Bitte an Dich:
Du darfst unsere PN hier gerne veröffentlichen und uns sagen, was in meiner PN "widerlich" war? Du bist doch ein Lehrer und so solltest Du versuchen richtig zu lesen und zu verstehen, was geschrieben wurde. Das gelingt Dir aber ziemlich oft nicht. Ich möchte Dir jetzt keine Absicht unterstellen - eigentlich nur Schlamperei, Halbwissen und Mangel an der emotionallen Kontrolle.
Hier das sog. "Widerliche" (mein Text aus der PN) - und wenn es so wäre, dann wäre es "widerlich" von westeuropäischen Politikern:
"Die Situation auf dem Kosovo findest Du tatsächlich kompliziert? Katalanien auch? Nun in Bosnien ist es doch viel einfacher! Drei Gebiete mit klaren Grenzen. Serben wollen weg, Kroaten wollen auch weg aus der Federation; jetzt müsste nur noch EU mit kleinen verbliebenen islamischen Staat im Herzens Europa zurecht kommen... und dann kommen Kataris, Saudis und Co."
Warum wohl insistiert die
EU unbedingt auf Erhaltung Bosnien in jetziger Form?
Wenn die Serben dort ihren Wunsch nachgehen dürften und die Bosnische Föderation verlassen würden; als nächsten wären es dann die Kroaten in Bosnien tun.
Bosnien würde es nicht mehr in den heutigen Grenzen geben (etwa vergleichbar mit Ex-Jugoslawien). Dann hätten aber Bosniaken einen eigenen Staat für sich. Natürlich nicht so groß wie gesamt Bosnien jetzt, aber dafür ihren eigenen Staat. Was spricht dagegen?
Wie Du siehst, ich sehe nicht nur Daseinsberechtigung bosnischer Muslime auf dem Balkan, sondern denke, dass sie auch ein eigenen Staat haben sollen. Warum denn nicht?
*Alle Staatsbürger Bosnien und Herzegowinas bezeichnet man offiziell als Bosnier, ohne dabei eine Verbindung zu ihrem ethnischen Hintergrund zu bilden. Zu den Bosniern gehören:
Bosniaken, Kroaten und Serben.
(Der Begriff Bosniaken bezieht sich allein auf bosnisch-stämmig Muslime. Sie machen etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes aus. Fast ein Drittel sind orthodoxe Serben und mit etwa 15 Prozent stellen die meist katholischen Kroaten den kleinsten Bevölkerungsanteil der drei Hauptgruppen dar. Des Weiteren leben in Bosnien und Herzegowina 17 weitere anerkannte Minderheiten wie die Roma oder die Juden.)
WO hast Du in meinen Zeilen gelesen, dass die Bosniaken (also bosnisch-stämmig Muslime) keine Berechtigung haben auf dem Balkan zu leben? Das die islamische Länder (wie Saudi-Arabien, Katar u.a.) sie dabei unterstützen würden ist weder etwas Neues noch ein Geheimnis. Religionsschule, Bibliothek und Turnsaal, wurde in Sarajevo mit Geld aus Saudi-Arabien erbaut. Was spricht dagegen, Daniel?
Und auch während des Krieges in den 90ern war mit ihrer Hilfe zu rechnen.
"Sogenannte Mudschahedin (serbokroatisch mudzahedini) kämpften während des Bosnienkriegs in paramilitärischen Freiwilligenverbänden in den Reihen der Armee von Bosnien und Herzegowina. Die bis zu 6000 muslimischen Freiwilligen kamen überwiegend aus Afghanistan, Albanien, Tschetschenien, Ägypten, Iran, Jordanien, Libanon, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Türkei und Jemen. Sie verübten zahlreiche Kriegsverbrechen an Serben und Kroaten." (s.u. Quelle Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Mudsch...m_Bosnienkrieg
Also meine Meinung und meine Antwort auf Deine Frage: SELBSTVERSTÄNDLICH haben bosnisch-stämmige Muslime (neu Begriff: Bosniaken) recht auf dem Balkan in ihren eigenen Staat zu leben.
Die liberale Demokratie in der Form der EU sieht es aber anderes.
Wolltest Du das als widerlich bezeichnen?
Weiter: Massaker von Srebrenica war ein Kriegsverbrechen. Unabhängig davon ob sich manche Serben an der Definition heute noch daran stören. Über der Zahl der Opfer reden wir hier (noch) nicht. Wenn Du in der Sache noch Fragen an mich hast, nur zu.
"Keiner tut sich leicht damit, das Nato-Bombardement auf Serbien zu rechtfertigen. Aber letztlich wurde die Macht der serbischen Militärs und der politischen Führer, die sie stützten, gebrochen. Es gibt keinen humanitären Krieg. Durch das Bombardement kamen aber weit weniger Menschen ums Leben als in all den kriegerischen Auseinandersetzungen, die es davor gegeben hatte."
Das hier ist klassisches Beispiel für die Heuchelei. Deswegen lasse ich es einfach unkommentiert so stehen. Andere Menschen würden sagen: widerlich!
Kosovo? Du schreibst:
"Die Kosovo-Albaner haben weitgehend ihre Autonomie erhalten. Die Lösung ist nicht widerspruchsfrei, da sich serbische Minderheiten auf dem Gebiet bedroht sehen. Zu rechtfertigen ist die Autonomie dennoch: Weil die Bedrohung und Unterdrückung einer Volksgruppe nun kaum noch mehr gegeben sind.
Es werden jetzt einige versucht sein, Analogien zur Ukraine zu sehen. Die Konfliktlage ist hier aber eine andere. Nur: Jeder, der diese Analogien sehen mag, macht sich nicht die Mühe, die historischen Gegebenheiten näher zu betrachten."
Hier ist etwas richtig schief gelaufen. Wieder Deinen Halbwissen geschuldet?
Von welcher Autonomie der Kosovo-Albaner faselst Du da?
"Das Kosovo hat wie der gesamte westliche Balkan eine europäische Perspektive, das heißt die Aussicht, eines Tages der Europäischen Union beizutreten. Kosovo ist "potenzieller Beitrittskandidat" und der einzige Balkanstaat, der noch keinen EU-Beitrittsantrag gestellt hat." (s. Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovo...%A4ische_Union
Uber 60 Jahre lang hat Kosovo Autonomie (so wie Vojvodina auch) innerhalb der Republik Serbien gehabt.
Also es gab zwei autonome Gebiete/Provinzen: (1) Kosovo i Metohija im Süden und (2) Vojvodina im Norden.
Ich frage mich ob Du überhaupt den Unterschied verstehst zw. autonome Provinz (innerhalb einer Republik/Staates) und eigenständiges Staates?
Die EU betrachtet Kosovo als
Balkanstaat.
*Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung 2008 völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen haben.
Nach dieser Logik sollte also, die EU gleich auch Vojvodina zum unabhängigen Staat erklären? Dazu noch Katalanien, Donezk, Luhansk u.a.?
Bin auch auf die (Groß)britannien gespannt und was dort noch so übrig bleiben würde...
Du schreibst noch:
"Zu rechtfertigen ist die Autonomie dennoch: Weil die Bedrohung und Unterdrückung einer Volksgruppe nun kaum noch mehr gegeben sind."
... und genauso erklärt der Putin die "Notwendigkeit der Unabhängigkeit" für Donezk und Luhansk.
Da habt ihr beide doch etwas Gemeinsames. Gratulation auch von meiner Seite.
Gehört es womöglich auch zu Unterdrückung und Bedrohung einer Volks-/Glaubensgruppe?
https://praxistipps.focus.de/russisc...erboten_143735
https://www.deutschlandfunk.de/gespa...odoxe-100.html