Das Problem in der Jugendarbeit ist für viele das Wort
"Arbeit".
Hier etwas länger, da es leider nicht mit 2 Zeilen erläutert werden kann (zu komplex) und es werden auch Aussagen hier im Thread "aufgenommen".
T.B. wurde erwähnt, der bei einem Punktspiel unserer M15 Mädels gegen deren J15 Jungs, in der Halle seines Heimatvereins während des Jugendtrainings, trainiert hat (dafür würden viele Eintritt zahlen).
Die Jugendarbeit des T.B. Vereins ist seit Jahrzenten mit die beste im Kreis, es ist bekannt, dass er dort ab und an trainiert, trotzdem ist die Anzahl der Kids bei ca. 25 - 30 für solche Rahmenbedingungen (2 Trainingstage - 3 Feldhalle), meiner Meinung, ausbaufähig.
Das die beiden weiteren TT-Vereine der Ortsteile keine Chance/Lust haben, hier eigene Jugendabteilungen aufzubauen, ist leider verständlich.
Da ich "etwas Einblick" in die Jugendarbeit im Kreis habe, hier einmal der IST-Stand, fürchte leider der "Normallfall":
24 Vereine, davon 12 mit gemeldeten Jugendmannschaften, 12
ohne (davon 11 Vereine seit mehr als 5 Jahren), somit 50/50
6 Vereine - 1x Schüler-/ Jugend - davon 5x Kreisebene, 1x Mädchenliga
1 Vereine - 1x Schüler-/ Jugend - davon 2x Kreisebene (1x Nachmeldung zur RR)
3 Vereine - 3x Schüler-/Jugend - davon 2x Bezirk-, 7x Kreisebene
1 Verein - 5x Schüler-/Jugend - davon 4x Kreisebene, 1x Mädchenliga
1 Verein - 7x Schüler-/Jugend - davon 2x Bezirk-, 3x Kreisebene, 2x Mädchenliga
Die Jugendklassen im Kreis wurden in Doppelrunde (Vor- und Rückrunde) gespielt, um Nachmeldungen zu ermöglichen (lässt die WO seit diesem Jahr zu - unterste Klasse)
J19 und J15 Kreisliga mit 7 Teams (12 Spiele), J15 Kreisklasse 6 Teams (10 Spiele).
Da das spielerische Leistungsniveau innerhalb der Teams und Mannschaften starke Unterschiede aufweist, ist es für einen zu stark, für andere zu schwach (um ggf. Mannschaften auf Bezirkseben zu melden).
Aus diesem Grund werden die 3 erstplatzierten Teams der J15 in die J19 "hochgezogen" um hier "gegenzusteuern".
Damit wird die J19 KL mit 11 Teams, die J15 mit 10 Mannschaften zusammengefasst und eine Einfachrunde gespielt.
Ist noch weit weg von optimal, aber ein Lösungsansatz.
Warum diese Grundanalyse erforderlich ist:
Wenn schon wenig "Quantität" vorhanden, diese sich in der "Qualität" niederschlägt, ist der Reiz ("ich verliere immer", "ich gewinne immer 11:1 oder so") auch ein Problem.
Die Jugendleiter sind mehr oder weniger seit Jahren die selben Personen (auch ein Problem - dass hier keine "neuen Gesichter/Ideen" auftauchen, außer der eigene Nachwuchs ist beteiligt - dann meist nur für diesen Zeitraum).
Viele Übungsleiter/innen haben keine offizienen Lizenzen, was meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.
Bei meiner eigenen C-Lizenz im TT wärend des Studiums (94), wurde durch Esser/Schreiber (damaliges Lehrteam HeTTV) am Anfang gefragt was das wichtigste als Trainer/in wäre:
Meine Antwort, damals und heute ("
das die Kinder gerne und mit Spaß zum Training kommen"), wurde negiert - (
"Leistung, Leistung, Leistung, Ihr trainiert Hessenkader, das muss Euer Anspruch sein").
Wir haben als Mehrspartenverein - Breitensport ca. 240 Mitglieder (Halle 21x10m, 1x Haupttrainingstag Di.17:00 - 18:30 & 18:30 - 20:00 Uhr) und derzeit, da Turnen schwächer besetzt, noch einmal Fr. 17:00 - 19:00 Uhr) ca. 30 Kids im Alter von 6 - 16 Jahren, an bis zu 9 Tischen - eng - (Wettkampfspiele Sa. 9:30 - 13.00 Uhr).
Die zeitliche und räumliche Kapazität des Vereins ist damit erschöpft.
Da in den Mannschaften oft ein enormes Leistungsgefälle besteht,
die meisten Vereine jedoch bei der Zusammenarbeit vom Stamme nimm und selten gib sind (Vereinsbrille) leidet, bei wenig Quantität, die Qualität.
Zumindest unserer Kids betreiben auch noch mind. eine andere Sportart (Fußball, Handball, Reiten, Turnen, Tanzen, Schwimmen, Judo usw.) oder sind musikalisch (Schlagzeug, Gitarre, Klavier, Trompete usw.) unterwegs und die schulischen Aktivitäten wie Hausaufgaben / lernen für Klausuren Priorität haben, sind wir immer beim Trainingsbesuch kompromissbereit.
Ich habe es in einem anderen Thread bereits geschrieben:
Es braucht ein "Brain", dass im Idealfall über den Tellerrand schaut (andere Sportarten) um neue Wege einzuschlagen und "ARBEIT" verteilen kann, denn die Zeiten der "One Man-Show" funktionieren bis zum "Crash" und danach kommt "das Tal der Tränen" - keine Jugendarbeit mehr.
Der Sport hat sich in den letzten Jahren gewandelt, so dass es über das Sportangebot hinaus etwas "geboten" werden muss.
Hier gibt es unterschiedliche herangehensweisen, die jeder für sich "entdecken" kann.
Mein "Hauptverein" setzt, auch Dank der über Jahre aufgebauten Infrastuktur in unserer Halle im Jugendbereich TT u.a. auf den Punkt "MEET and EAT" (mehr weiter unten).
Unser Kreis hat von Jan. bis Mai 2021 eine Turnier-Anfänger-Trainings-Serie [Einzel, Doppel (gelost), Mini-Meisterschaften, Mannschaft] mit iniziiert, die an 5 Standorten mit ca. 20 - 35 Kindern durchgeführt wurde.
Bereits in 2020 haben wir an mehreren Standorten im Rahmen unseres Konsepts, für die leider ausgefallenen Hessischen Meisterschaften, - kostenfreie Trainingslehrgänge für Kinder bis 15 Jahren, ebenfalls an 5 Standorten ermöglicht.
Wir haben für diese Termine "andere Trainer/innen"(andere Kreise und Qualifikationen/Lizenzen) gebucht um zu lernen: "was machen die, was kommt an".
Die Lehrgänge waren gut besucht, so dass dies 2022 zusammen mit dem Kreisleistungszentrum 2-tägig wieder erfolgte.
Ich kann jedem nur empfehlen sich andere Trainingsmethoden anzuschauen und für die eigene Übungsstunde etwas "mitzunehmen".
offtopic:
Da ich regelmäßig neben TT auch Präventionssport (Turnen/Gymnastik) - Rehasport (Herz, Lunge, Krebs) und wenn Not ist auch Reha-Orthopädie, Judo, Handball bzw. Kinderturnen in verschiedenen Vereinen als ÜL anbiete, ist allein das zuschauen bei anderen Trainingeinheiten lehrreich.
"
Man muss das Rad nicht neu erfinden", sondern "
Anpassungen vornehmen" um ggf.
"neuen Schwung in den Trainingsbetrieb zu bringen".
Was die Trainingstage uns gezeigt haben, dass die Ansprache ÜL (Sender) - Kinder (Empfänger) das A und O ist und hier, meiner Meinung, großes Potential gibt (fasse ich mir auch an die eigene Nase).
In vielen Vereinen im TT wird, meiner Auffassung nach, "
die Einbindung der Eltern vernachlässigt".
Bei uns TT ist dies "normal", dass diese auch bei geringen TT-spezifischen Kenntnissen mal die Kinder zu Wettkampfspielen fahren müssen bzw. bei Veranstaltungen helfen.
Bei Turnieren oder Rundenspielen sind diese gerne gesehen, was bei einem Heimspiel unsere J15 gegen den Heimatverein von T.B (J15) dazu geführt hat, dass 10 Zuschauer der Gastmannschaft + 8 Zuschauer des Gastgebers (mehr Zuschauer als bei vielen Oberligaspielen) zu einer tollen Atmosphäre führten (am Rande - 6:4 Sieg für uns).

Im Anschluß hat "unser Küchenteam", bestehend aus den jeweiligen Spieler/innen, für alle Crepes gezaubert, so dass auch nach dem Spiele ein paar Minuten zusammen verbracht wurde ("MEET and EAT").
Da wir unsere Kinder ausschließlich durch "Mund zu Mund-Infos" bekommen, spricht sich in den Schulen herum, was geboten wird.
Schnuppern 6 Wochen (versichert über Nicht-Mitgliederversicherung) ob es etwas für die Person ist, beim Eintritt die "Arbeitskleidung" T- Shirt, und ein etwas "andere Ton".
Alle unsere Kids bekommen einen "Spitznamen" (u.a. kann nicht mit Zählgerät umgehen, Hau drauf, 2 Finger Jo, Chaos, girlpower, OMA, Plappermaul, Sunshine, 1,3,5), die sie sich im Trainingsbetrieb "verdienen".
Einige hören jedoch auf, da Sie für sich entscheiden, dass diese Sportart nichts für sie ist - ist o.k. und sollte nicht als "Niederlage" gesehen werden.
An einer Stelle wurde geschrieben, "
das Zeit "geopfert" wird, und genau das ist eine Einstellung.
Wir "
opfern" nicht, wir "
investieren" Zeit, Geld, Nerven "für" und "nicht wegen" der Kinder!
Warum:
"weil wir es in unserer Jugend, in verschiedenen Sportarten so vorgelebt bekommen haben".
Zum Abschluss vielleicht eine Vorlage für andere bzw. woran es bei Jugend
ARBEIT - Veranstaltungen bereits scheitern kann.
Wir nehmen mit einem Team M13 an der Mädchenliga des Bezirks (6 Kreise) Kreisebene - Anfängerinnen teil (2Einzel - 1 Doppel - 2 Einzel), um Mädchen "wieder ins Boot zu holen" (nicht zusammen mit Jungs - andere Interessen oft auch unterschiedliche "Leistungsstärke".
2021 mit 9 Teams aus 7 Vereinen, 2022 mit 18 Teams (2 Gruppen) aus 13 Vereinen werden in Blockspieltagen (3x VR, 3x RR) in verschiedenen Kreishallen (ideal 3- Feld > 10 Tische) gespielt.
Wir haben jeweils die Eröffnungsveranstaltung (2021 3-Fach-Halle - 10 Tische, keine Tribüne ca. 12 km von uns entfernt, 2022 3-Fach-Halle - 16 Tische, Tribüne, Vorraum, ca. 20 km von uns entfernt) durchgeführt.
Da die Termine 2022 bereits zäh verteilt wurden, kam es nun zu 2 Absagen für den 4. und 5. Termin (Januar und Februar), so dass die Veranstaltungserie in Gefahr stand nicht durchgeführt zu werden.
Es scheiteret bereits daran (
ARBEIT)
bei Städten/Gemeinden bzw. Vereinen die entsprechende Hallen (>10 Tische) nutzen, anzurufen oder E-Mail zu verschicken und nachzufragen, ob diese an den Terminen zur Verfügung stehen, die Hallennutzungsgebühren sind sicher das kleinere Hindernis.
Ich habe mit 3 (
DREI) Anrufen 4 (
VIER) 3-Fach-Hallen geblockt bzw. reserviert um die Saison zu retten. Da auch die Abschlussveranstaltung in unserem Kreis (anderer Verein) vorgesehen ist, werden 4 von 6 Terminen "bei uns" stattfinden.
Die Hallenkosten übernimmt der TT Kreis als Jugendförderung!
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich auf 3 der Hallen, mehr oder weniger direkten Zugriff (Schlüssel/Transponder) durch andere Sportaktivitäten habe.
Ein Punkt wird oft angeführt, dass die "
ARBEIT" bei so größeren Veranstaltungen (hier ca. 80 Personen), für kleine Vereine nicht leistbar ist,
schon gar nicht auf dem Niveau wie mein Verein es anbietet.
Meine Antwort, muss es auch nicht,
jedoch ist mit etwas Planung und Equipment nicht aufwendiger für 80 Personen Lasagen (72 Stück im Gastrobackofen (80x50x50cm) mit Salat vor bzw. zuzubereiten als die gleiche Anzahl von Rinds- oder Fleischwürsten und Brötchen (kann ich nach 40 Jahren nahezu jedes WE Hallensport nicht mehr sehen).
Das wir nachmittags auch noch warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis angeboten haben, lag daran, dass wenn der Ofen schon dar ist, dieser auch genutzt werden kann.
Mit 4 Personen ist die Zubereitung und Ausgabe innerhalb von 15min erfolgt, da auch eine Sitzplatzkapazität von 80 vorgehalten wurde.
Beim 5. Termin (Halle wie 1. Termin) ist ggf. Backcamenbert mit Preisselbeeren, Baguette und Salat, und Quarkstrudel mit warmer Vanillesoße und heißen Kirschen geplant.
Der 4. Termin ist die Halle klar, aber ich hoffe noch auf Rückmeldungen der anderen Vereine.
Unser Vorteil, wir haben uns entsprechendes Equipment (Backofen, Hogtdog-Steamer, Bain-Marie, Crepeplatten, Kaffeemaschinen, Biertischgarnituren - Besteck/Geschirr (Halle/"Ausserhaus") - Gewerbespülmaschinen, Kühlschränke bzw- vitrinen und Wärmetheke usw.) über Jahre angeschafft und finanzieren so einen Teil unserer Kosten über Verleih, Veranstaltungen).
Da wir Veranstaltungen so durchführen, dass niemand unserer Helfer/innen überfordert wird "Schichtbetrieb" und diese kostenneutral geplant sind (normalerweise bereits vor dem 1 Ballwechsel alles gegenfinanziert -
damit kostenfrei für unsere Gäste hier ca. 4 €/Person für Mittagessen, Kuchen und Getränke ganztags) - Spenden werden gerne gesehen.
Wenn 80 Personen davon ca. 50 Kinder von 9:00 - 16:30 in einer Halle sind, ist etwas Abwechslung sicher nicht verkehrt (daher auch Mini-Tisch und dieses mal Ballroboter - Miss Butterfly).
Wenn Vereine "
ARBEIT" in die Schüler "
sinnvoll investieren" sind
Unternehmen (große und kleine) gerne bereit hier einen Beitrag zu leisten - Gegenzug Werbebanner (Foto), diese Erfahrung haben wir gemacht.
Unser "Lohn" sind glänzende Kinderaugen (bei Interesse nach Mädchenliga HTTV googeln), dafür "investieren" wir gerne ein paar Stunden "
ARBEIT".