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Alt 13.01.2023, 07:41
pibach pibach ist offline
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Zitat:
Zitat von Haureinis Tango Beitrag anzeigen
Ausserdem kann die Schlagfläche als Membran am Treffpunkt nach hinten ausweichen und sich zusätzlich wie eine Blattfeder nach hinten biegen.
Genau.
Daher verwendet man ja leichtes Kernfurnier, so dass das Sperrfurnier in der Art einer Blattfeder Energie aufnehmen und wieder abgeben kann.

Für die Rückschnelldynamik gibt es physikalisch keine eindeutige Maßeinheit. Härte und Biegesteifigkeit sind alles Größen ohne Dynamikanteil. Wesentlich für eine hohe Rückschnellgeschwindigkeit ist jedenfalls geringe Masse (daher möglichst leichtes Kernfurnier, dünnes Sperrfurnier) und geringer Eindellwinkel, also Streckung des eingedellten Bereiches. Das wird über die Faserverstärkung erreicht.

Kann man auch direkt in der Praxis feststellen, z.B. im Vergleich eines Keyshot Light (Arylat ohne Carbon) versus Viscaria Light (mit Carbon, sonst ähnlich).
Ein unter (bzw. über) der Faserschicht liegendes Sperrfurnier verteilt die Last noch mal besser und stabilisiert den Ballabsprung.

Zitat:
Zitat von Alisko Beitrag anzeigen
Ein Vollholz wird bei gleichen Belägen immer mehr und vor allem einfacher Spin erzeugen können. Weil auch weniger Tempo, mehr Krümmung der Flugkurve.
Das ist physikalisch etwas komplizierter. Maximaler Spin wird erreicht, wenn die Orthogonalphase zeitlich genau mit der Tangentialphase übereinstimmt. Die in der Scherung des Belages gespeicherte Energie also maximal zurück in den Ball gegeben wird (als tangentiale Kraft). Kommt also auf den jeweiligen Schlagablauf an. Hölzer mit längerer Kontaktphase (i.d.R. Vollhölzer) erzeugen bei weichen Topspins mehr Spin, solche mit kurzer Kontaktphase (i.d.R. Carbonhölzer) bei harten Topspins.

Der Magnusbogen der Flugkurve braucht gewisse Geschwindigkeit. Und die Tangentiale Kraft, die Rotation erzeugt, bringt auch immer tangentialen Impuls ergo Tempo. Einen langsamen Ball mit viel Magnusbogen zu erzeugen ist daher physikalisch gar nicht möglich (jeder Ball macht dann aber gewissen Bogen durch die Gravitation).

Ob ein Material "schneller" oder "langsamer" ist als ein anderes hängt daher vom Schlag ab. Welchen orthogonalen bzw. tangentialen Anteil der hat und wie das Timing ist und wie viel der Energie aus der Belagscherung wieder in den Ball zurück kommt.

Wenn wir hier im Forum über "schneller", "spinniger" usw reden, werden diese Details meistens außer Acht gelassen und man bezieht sich irgendwie auf typische Schläge.

Zitat:
Ein Viscaria ist deutlich Linearer, hat weniger Katapult aber mehr tempo
Wo soll denn das Tempo anders herkommen als durch Katapult? Merkst Du doch auch schon im Dotztest bei einem Viscaria, dass da gehörig Katapulteffekt drin steckt. Das schnellt den Ball viel energieeffizienter zurück. Hat dabei, insbesondere bei harten Schlägen, recht lange Kontaktzeit. Genau das ist der "Katapulteffekt".
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