Zitat:
Zitat von der DJ
Ich klebe meine Evolution bzw. grundsätzlich immer mit VOC Kleber (3x Belag 1-2 mal Holz, wobei auf dem Holz die Schichten über Nacht ablüften).
Ich empfinde das Spielverhalten damit viel lebendigen bzw. dynamischer.
Der Rev. 3 geht auch gut, nur alle anderen löselmittelfreien Kleber empfinde ich als störend, als unelastische Schicht zwischen Holz und Belag.
Ist aber nur meine subjektive Meinung, die bestimmt nicht jeder teilen wird 
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Zitat:
Zitat von jcd
Es stimmt, dass das nicht illegal ist wenn der Belag lange genug ausgelüftet.
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Das Thema "VOC-Kleber" ist Off-Topic, aber ich muss trotzdem darauf eingehen.
Die Aussagen zum VOC-Kleber und die Meinung, dass es nicht regelwidrig wäre diesen zu verwenden sofern der Schläger lange genug ausgelüftet wird, haben mich auch verwundert. Daher habe ich im ITTF-Regelwerk nachgeschlagen.
Nachfolgend die aus meiner Sicht entscheidenden Absätze aus dem ITTF Handbuch und zusätzlich die deutsche Übersetzung aus dem Regelwerk des DTTB. Beide Original-Dokumente zu finden auf der jeweiligen Verbands-Homepage.
Zitat:
ITTF Handbuch
3.2.4 Racket Control
3.2.4.1 It is the responsibility of each player to ensure that racket coverings are attached to their racket blade with adhesives that do not contain harmful volatile solvents.
Internationale Tischtennisregeln B DTTB
2.4. Schlägertests
2.4.1. Es liegt in der Verantwortlichkeit jedes Spielers zu gewährleisten, dass Schlägerbeläge mit Klebstoffen auf dem Schlägerblatt befestigt werden, die keine schädlichen flüchtigen Lösungsmittel enthalten.
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Obwohl man es besser hätte ausformulieren können, ist es für mich eindeutig, dass der Klebstoff, mit dem die Beläge aufgeklebt werden, keine VOCs (Volatile Organic Compounds) enthalten darf. Dass sich VOCs bei entsprechender Belüftung nach einiger Zeit verflüchtigen und dadurch auch bei einer etwaigen Schläger-Kontrolle der Test auf VOCs nicht den Grenzwert überschreitet, ist ein anderes Thema. Dennoch ist es per se nicht erlaubt VOC-haltige Kleber zu verwenden.
Ich sehe da keinen Interpretationsspielraum.
Zum Thema Tuning (gilt auch für Frischkleber, da sich durch deren Anwendung die Spieleigenschaften verändern):
Zitat:
ITTF Handbuch
2.4. The Racket
2.4.7 The racket covering shall be used without any physical, chemical or other treatment.
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"shall be" auf deutsch übersetzt nicht "soll" sondern
"muss"
Zitat:
Internationale Tischtennisregeln A DTTB
4 Der Schläger
4.7 Das Belagmaterial darf vor der Benutzung weder physikalisch noch chemisch oder anderweitig behandelt werden.
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Auch dieser Absatz ist aus meiner Sicht nicht ausreichend ausformuliert und es ist mir unverständlich, warum die Bezeichnungen Tuning/Boosting nicht explizit erwähnt werden, da der Punkt primär darauf abzielt. Dennoch ist relativ klar was gemeint ist: Tuning/Boosting ist eine klare Form der Nachbehandlung abseits des notwendigen Klebevorgangs und daher ebenso per se verboten, selbst wenn die Booster-Substanz im Gegensatz zum Frischkleber keine VOCs enthält. Ebenfalls gibt es aber das Problem der unzulänglichen Mess- und Feststellmethoden im Rahmen der Schläger-Kontrolle, ob ein Verstoß vorliegt. Beim Boosting sind in der Regel nicht die VOCs das Problem, sondern dass der Belag zu dick wird (>4.0mm). Leider hat die ITTF Regeln festgelegt, die sie selbst nicht treffsicher überprüfen kann.
Laut Regelwerk sind weder die Verwendung von VOC-haltigen Klebern noch das Boosting/Tuning (auch nicht mit VOC-freien Substanzen) erlaubt.
Woher nehmt ihr eure Annahme dass die Verwendung von VOC-Kleber bei "ausreichend Auslüften" nicht gegen das Regelwerk verstoßen würde?
Anmerkung am Rande:
Was ich bislang nicht wusste ist, dass auf ITTF-Turnieren bei den Profis nach 4 positiven Schlägertests innerhalb von vier Jahren ein Spieler theoretisch eine Sperre von bis zu 12 Monaten ausfassen kann. Auf der "ITTF-Racket Infraction List" stehen derzeit 31 Spieler, drei davon mit je 2 "Strikes". 3/34 Verstößen wegen "VOC" und 31/34 Verstößen wegen zu dickem Belag "Thickness".