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AW: Damen 3. Bundesliga Süd, Saison 2022/2023
Das vergangene Wochenende war für mich wieder einmal Aufregung pur. Am Samstag live in Sindelfingen und am Sonntag leider nur vor dem Liveticker am Bildschirm. Die Vorzeichen für meine favorisierten Brucker Damen 2 waren klar. 2 Punkte mussten her, da durch den Sieg Wombachs in Chemnitz der Abstiegsplatz 9 bittere Realität geworden war.
Sindelfingen musste auf die in der Vorrunde hin und wieder im Einsatz gewesene Jasmin Lorenz-Kovacs und ganz wichtig Alexandra Kaufmann verzichten. Dadurch rutschte nicht nur Fatme El Haj Ibrahim aus der Zweiten sondern auch Leonie Müller aus der dritten Mannschaft in die Aufstellung der Gastgeber. Die Fürstenfeldbrucker Damen konnten hingegen aus den ersten 5 gemeldeten Spielerinnen 4 ins Aufgebot bestellen. Dennoch taten sich die Gäste schwer und vor allem die knappen Sätze und Spiele gingen oft zu Gunsten des Heimteams in die Wertung.
Die Doppel verliefen für Fürstenfeldbruck wie vorauszusehen und wahrscheinlich auch gewünscht war. Die eingespielte Paarung Badawy/ Burandt siegte gegen das als Einserdoppel aufgebotene Jugenddoppel Merz/ El Haj Ibrahim und holte den wichtigen Doppelsieg, der im ersten Duell der beiden Mannschaften so dramatisch nicht geglückt war. Das Doppel Hanslick/ Schultz musste aber noch Federn lassen, auch wenn man im Spielverlauf durchaus Chancen hatte. Aber da braucht es wohl noch ein paar Trainingseinheiten, damit die Laufwege der gerade aus der USA zurückgekehrten Janine Hanslick mit Lea-Marie Schultz harmonieren.
Die ägyptische Spitzenspielerin Farida Badawy ließ im vorderen Paarkreuz keine Zweifel aufkommen und Victoria Merz keine Chance sowie gegen die Sindelfinger Nr. 1, Anastassiya Lavrova, nur einen Satzgewinn liegen. Vor allem das Duell 1 gegen 1 zeigt die Entwicklung der jungen Ägypterin, denn in der Hinrunde verlor sie dieses Duell gegen die Noppenakteurin noch mit dem selben Ergebnis. Ein starker Auftritt der Top 50 Spielerin (U19 Weltrangliste).
Milena Burandt erwischte hingegen einen eher nicht so überragenden Tag. Hatte sie in der Vorrunde Lavrova noch besiegen können, musste sie sich diesmal mit 0:3 geschlagen geben. Die Sätze 1 und 3 wurden jedoch nur mit der kleinstmöglichen Punktedifferenz entschieden, so dass das klare Ergebnis etwas über das sehr enge Match hinweg täuscht. Im Duell mit der ein Jahr jüngeren Victoria Merz konnte sie in der zweiten Einzelrunde nur im 1. Satz überzeugen und dem druckvollen Spiel Stand halten. Anschließend hatte sich die Sindelfingerin eingeschossen und holte den 2. Punkt in der Toppaarung.
Hinten hielt sich Janine Hanslick schadlos. Nach einem holprigen Beginn kam die erfahrene Drittligaspielerin immer besser in ihr Spiel und bestimmte das Duell gegen Leonie Müller ab Satz 3 nach ihrem Willen. Auch im zweiten Spiel kontrollierte sie mit spinigen Bällen, top Platzierungen und toller Beinarbeit das Geschehen. Mit 3:0 holte sie hinten allein die halbe Miete.
Lea-Marie Schultz startete dagegen etwas holprig ins neue Jahr. Ihr merkte man den Wechsel des Schlägerholzes zur Rückrunde an der Unstetigkeit des Spiels deutlich an. Phasenweise traf sie tolle Bälle und dominierte die Ballwechsel, sobald Fatme El Haj Ibrahimi sie aber auf dem falschen Fuß oder im Wechselpunkt erwischte schlichen sich ungewohnte Fehler bei der Spieleröffnung und im Kurz-Kurz-Spiel ein. So ließ sich Lea-Marie beim Stand von 1:1 den 3. Satz trotz deutlicher Führung noch in der Verlängerung entführen und im 5. Durchgang waren dann Treffsicherheit und Selbstvertrauen ganz dahin. Nicht verschleiern möchte ich das wieder deutlich weiterentwickelte Spiel ihrer noch sehr jungen Gegnerin Fatme, die diesen Sieg absolut verdient einfahren konnte. Mit toller Spielübersicht, sicherem Topspinspiel und guter Taktik konnte sie die höher bewertete Gegnerin in Schach halten.
Umso erstaunlicher war es, dass Lea-Marie im Abschlusseinzel keine Zweifel aufkommen ließ und die gut spielende Ersatzfrau Leonie Müller mit 3:0 sehr deutlich bezwang. Das Spiel lief deutlich besser auch wenn immer noch viele ihrer Eröffnungsbälle entweder am Netz hängen blieben oder den Tisch verfehlten. Es war kein richtiges Schema zu erkennen und kann eigentlich nur an der noch nicht vollendeten Anpassung ans neue Material liegen. Im 3. Satz war jedoch die Gegenwehr gebrochen und das Einspielen beendet und der erste Einzel- wie auch Mannschaftserfolg zur Rückrunde damit in Sack und Tüten.
Die 4:6 Revanche war sehr spannend und als auswärtsfahrender Anhänger nervenaufreibend. Am Ende entführen 'wir' aber verdient die beiden Punkte nach Bayern.
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"Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen!"
- Albert Einstein -
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