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AW: TIBHAR Evolution EL-D und FX-D
Ich habe diesen Thread lange mit Neugier verfolgt, der EL-D hörte sich sehr interessant an aber ich konnte mich nie dazu durchringen, ihn zu kaufen. Das habe ich jetzt geändert und habe nun meine erste Trainingseinheit mit ihm hinter mir.
Habe den EL-D in max auf der Rückhand gespielt, Holz ist ein OSP Virtuoso AC, klassisches inner-Carbonholz, Vorhand ist aktuell TG3 aber das tut ja nichts zur Sache.
Vorher hatte ich ein paar Jahre den Vega X gespielt. Habe viele andere Beläge ausprobiert, bin aber immer wieder zum Vega zurückgekehrt. Kann aber denke ich ein paar Vergleiche ziehen.
Warum habe ich mir den EL-D überhaut geholt, was hat mich am Vega X gestört? Früher war das für mich der perfekte Belag für mein variables Rückhand-Angriffsspiel in Kombination mit einer kompromissloseren Vorhand. Top-Kontrolle in allen Schlägen, so lange man ein bisschen mitgeht. Spin der beste, den ich auf der Rückhand je hatte. Klar erzeugen High-End-Beläge noch mehr Spin, wenn man richtig durchzieht, aber auf der Rückhand spiele ich wie gesagt nicht mit so viel Kraft und der Spin des Vega X war besser zu aktivieren. Zum Hart Ziehen ist der Vega sicher nicht der beste Belag aber das habe ich vielleicht 1-2x im Satz gemacht. Dann mit einer etwas längeren Bewegung und dann ging es auch.
Jetzt bin ich im Sommer aber auf eine Penholder-Schlägerhaltung gewechselt. Nachdem ich 2022 gebraucht habe, um wieder in etwa mein altes Niveau zu erreichen, fällt mir nun ein Nachteil in meinem Setup auf. Mit der RPB ist meine Bewegung beim RH-TS zwingend kürzer. mit dem Virtuoso AC und Vega X ist meine Rückhand jetzt doch zu ungefährlich. Gleichzeitig ist meine aktive Rückhand zwar besser geworden aber um 3,4,5 Topsins am Stück sicher und stabil zu Blocken ist RPB denke ich nicht so geeignet. Das Ganze schreit eigentlich danach, ein härteres Holz zu holen aber dann wäre ich auf der Vorhand wohl wieder unsicherer. Vom Vega X auf den EL-D zu wechseln ist also mein Versuch, ein Holzwechsel zu vermeiden. Sollte das nicht klappen, werde ich mir wohl das N301 zulegen.
Grundlegendes Gefühl
Der EL-D fühlt sich erstmal weicher an, als der Vega X und auch die meisten anderen 47,5°-Beläge, die ich so kenne. Das fand ich nicht gut, beim Vega X spürt man den Ball einfach präziser. Man spürt genauer, an welcher Stelle auf dem Belag der Ball gelandet ist, ich spekuliere mal, dass ein Anfänger mit einem EL-D mit der Zeit eine größere Streuung entwickelt. Wer aber solide Techniken hat, für den sollte das egal sein. Subjektives Spielgefühl finde ich sowieso etwas überbewertet, meistens ist das einfach eine Frage der Gewöhnung. So war es auch bei mir, nach ein paar Minuten hat mich das nicht mehr gestört.
Flugkurve war übrigens flacher als beim Vega X, Pro, G1, aber immer noch deutlich höher als bei z.B. den ganzen ultramax-Belägen.
Block
War hier definitiv kontrollierter als der Vega X. Bei letzterem fällt der Ball schnell mal ins Netz, wenn man zu wenig mitgeht. Auch mit dem EL-D sollte man aktiv Blocken aber er ist halt fehlerverzeihender und die Ballankopplung ist zuverlässiger. Sollte wegen des weicheren OGs auch niemanden wundern. Qualität in den Blockbällen war zum Vega X ziemlich gleich.
Spinbälle, die auf Spin/Sicherheit statt Tempo ausgelegt sind
Banane ging super, ähnlich gut dem Vega X. Einzig der G1 erzeugt hier für mich mehr Spin. Ist für mich definitiv viel besser geeignet als schnellere Beläge wie MX-P, R47, Aurus Prime, mit denen habe ich nie Bogen und somit Sicherheit reingekriegt. Spieler mit besserer Handgelenkbeschleunigung werden das aber sicher anders sehen.
TS auf US auch sehr gut, Spin etwa auf Niveau des Vega X. Also gut aber nicht überragend. Dafür enorme Sicherheit, besser als alle 47,5°-Beläge, die ich kenne. Spinanfälligkeit war auffallend gering, deutlich weniger als bei Vega X, Vega Pro und co.
Kontrollierter Topspin am Tisch ging gut, war jetzt aber nicht besser als mit dem Vega X. Die besagten schnelleren Beläge gehen hier sicher nochmal mehr nach vorne. War aber wieder sehr sicher.
Harte Topspins
Hier hatte ich mit dem Vega X auf entsprechendem Holz eine ganze Reihe von Problemen: Ich habe wenig Speed reingekriegt und dann irgendwann mit einer längeren Bewegung gezogen, um das zu kompensieren, aber dafür ist die RPB einfach nicht geeignet. Spin war auch nicht gut, dadurch hat der Ball keinen Bogen mehr gemacht und ging gerne mal hinten raus. Das Gefühl war gar nicht gut, ich habe richtig gemerkt, wie der Ball tief in den Belag einschlägt und das Holz flext, als ob das Limit des Vega X erreicht ist. Das war es natürlich nicht wirklich, ich bin wie gesagt nicht gerade rückhandorientiert, auf einem härteren Holz kann man den Vega X sicher noch auf hohem Niveau hart spielen.
Der Speed war mit dem EL-D definitiv besser als mit dem Vega X. Ob er aber gut genug ist, um für mich das Virtuoso AC langfristig spielbar zu machen, kann ich nach einer Trainingseinheit noch nicht sagen. Speed ist definitiv geringer als mit Belägen wie MX-P oder Aurus Prime. Spin war gut, im Gegensatz zum Vega X hört der EL-D nicht einfach ab einer bestimmten Schlaghärte auf, Spin zu erzeugen. Spin ist aber nicht auf dem Niveau von Belägen wie dem T05. Kontrolle war überragend, besser als, alles, was ich bisher auf der Rückhand gespielt habe. Im Gegensatz zum Vega hatte ich auch nicht das Gefühl, dass der Ball aufs Holz durchschlägt, obwohl der EL-D bei langsameren Schlägen ein weicheres Ballgefühl hat. Ich vermute, das liegt daran, dass der EL-D ein weicheres OG hat, wodurch der Ball bei niedrigen Geschwindigkeiten tiefer ins OG reingeht, und daran, dass der EL-D dann aber geringer Abstände zwischen den Noppen hat (das wurde in diesem Thread irgendwo mal gezeigt), wodurch der Ball nicht so leicht durch die "Noppenschicht" durchschlägt.
Zusammenfassung
Die einzigen Dinge, die der Vega X aus meiner Sicht besser macht, als der EL-D, sind der präzisere Anschlag und der Preis. In allen anderen Punkten ist der EL-D überlegen oder zumindest gleichauf. In Sachen Leistung ist er unter den 47,5°-Belägen irgendwo zwischen den kontrollierteren Kadidaten wie Vega X, Pro, G1, Hexer Powergrip und co. und den Flagschiffen wie Rasanter, MX-P, Aurus Prime. In Sachen Kontrolle ist er aber definitiv in der erstgenannten Kategorie anzuordnen, ich fand ihn sogar noch kontrollierter als die meisten Beläge, die ich da reinzählen würde.
An dieser Stelle mal eine Frage: kennt ihr noch andere Beläge, die eurer Meinung nach so kontrolliert sind wie ein Belag wie der Vega X, gleichzeitig aber mehr Qualität erzeugen?
Wie geht es jetzt bei mir weiter? Ich werde mein aktuelles Setup noch ein bisschen testen, in der Hoffnung, dass es mich zufriedenstellt. Die Rückhand ist jetzt besser als zuvor aber immer noch nicht so gut wie mit härteren Hölzern, die ich mal ausprobiert habe (konkret Cybershape und Dynasty Carbon). Einen Belag wie den MX-P werde ich aber sicher nicht auf der Rückhand spielen, um für das Holz zu kompensieren, damit mache ich einfach zu viele Fehler. Sollte ich letztenendes auf ein Holz wie das DHS 301 umsteigen müssen, werde ich sicherlich sowohl Vega X als auch EL-D ausprobieren, wahrscheinlich wird es am Ende sogar der EL-D werden, ich fand den zumindest auf meinem aktuellen Holz kontrollierter.
@Andi
Ein paar deiner Fragen habe ich jetzt schon beantwortet aber ich gehe mal trotzdem auf jede ein: OVEuro habe ich nie gespielt, der hat aber 45°, der EL-D hat 47,5°. "Spielt sich weicher" hin oder her, am Ende kommt die Energie für den Schlag aus dem Schwamm und nicht aus dem Obergummi und da wird sich der EL-D anders verhalten. Ich würde also den EL-D nur ausprobieren, wenn du den Wechsel auf 47,5° bewusst vollziehen willst.
Das der MX-D sich für dich "träge" gespielt hat, wundert mich nicht, dessen Schwamm hat immerhin 53°. Und genau das ist natürlich auch der Grund dafür: nicht das Gewicht und auch nicht das "Katapult-Verhalten", was hier keine Ursache sondern ein Symptom ist, sondern eben der harte Schwamm. Da hattest du jetzt Beläge drauf, die von medium, über medium-hart bis zu steinhart gingen! Lege doch erstmal fest, wie hart der Belag, den du spielen willst, überhaupt sein soll und suche dann nach passenden Kandidaten, davon wird es dann immer noch mehrere Dutzend geben, da wird schon was dabei sein. EL-D ist im Vergleich zum Aurus Prime oder R48 für mein Empfinden in sämtlichen Schlägen deutlich kontrollierter, dafür erzeugt er aber auch weniger Qualität, sowohl hintenraus als auch durch den geringeren Katapult untenrum. Für mich siedelt sich der Belag irgendwo zwischen dem R48 und Hexer Powergrip an, wobei für mich die Kontrolle näher am Powergrip, die Qualität aber näher am R48 ist, was ja sehr positiv ist. Den gleichen Vergleich könnte man denke ich auch mit Aurus Prime und Aurus machen.
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