Nach langem Arbeitstag schaue ich nun wieder hier rein und möchte anmerken:
Was ich hier vorfinde stimmt mich eher traurig. Ohne Übertreibung und auch ohne Untertreibung.
Eine derartige Entwicklung habe ich bereits im Voraus für sehr wahrscheinlich gehalten, weil ich meine einigermaßen einschätzen zu können wie die Gesellschaft so tickt. Ich beobachte einige gesellschaftliche Entwicklungen mit großer Sorge. Stelle immer wieder fest, wie schnell und wie vergiftet Debatten sind.
Ich finde auch, dass einige Kommentare hier nach und nach immer mehr ins Extreme ausgeschlagen sind.
Ich bin ein kleines bisschen überrascht, eigentlich eher schockiert, dass sich die Diskussion so emotional aufgeheizt hat - obwohl es eigentlich (objektiv) und jedenfalls aus meiner Sicht heraus um etwas ziemlich Belangloses geht. Zumindest geht es meiner Meinung nach nicht um etwas, worüber man sich aufregen müsste.
Finde es auch ein bisschen bezeichnend, dass - im Grunde ja wie erwartet - die Diskussion per se für "unzulässig" erklärt wird.
Und die bereits jetzt relativ vielen wertenden Adjektive, die hier verwendet wurden. Was für ein Krampf...! Oder nicht...?
Ist das nicht anstrengend für euch so miteinander zu diskutieren?
Ich habe ja im Grunde genommen nur eine Frage gestellt. Wie ich finde nicht unberechtigt. Denn mit meiner Meinung bin ich offenkundig nicht alleine. Ich möchte sie auch niemandem aufzwingen.
Aber Manche hier scheinen Anderen etwas aufzwingen zu wollen, wenngleich von beiden Seiten vielfach auch differenziert wurde. Das sehe ich auch.
Aber, es ist schon auch relativ hitzig und respektlos geworden, wo meine Stimmung dann schon in den Keller geht.
Wie ich bereits beschrieben hatte: Ich möchte wirklich versuchen es zu verstehen. Und prinzipiell in einer Art kann ich viele Argumente ja auch verstehen. Aber... im Endeffekt, unter'm Strich kann ich es eben nicht verstehen.
Ich finde es durchaus interessant, was Zigeuner geschrieben hat. Besonders viel Übereinstimmung habe ich persönlich aber mit Schrottkopf, der seine Sicht ganz verständlich darlegt. Denn, so wie er es hält, halte ich es auf jeden Fall auch. Mindestens so.
Aber, dieses Hochstilisieren einer fehlenden Entschuldigung, dieses zwanghafte Einfordern bis hin zur Gleichstellung damit, man sei unhöflich - das finde ich persönlich schon sehr merkwürdig, bedenklich und heftig.
Oder auch zu erklären meine These sei "arrogant". Okay. Ich gebe zu, in dem einen Beispiel, welches dargestellt wurde, ist es wohl wirklich so, dass man dann unmöglich den Ball bekommen kann. Ich meine aber, dass ich das so absolut nicht gemeint habe, dass man wirklich absolut jeden Ball spielen kann. Ich habe das Wort "grundsätzlich" verwendet, womit ich zum Ausdruck bringen wollte "Grundsätzlich jeder Ball spielbar, ja, aber nicht absolut jeder." Logo!
Aber selbst dann (!), meine Güte (!)... Für mich gehört auch sowas ganz einfach nur zum Sport dazu. Sowas passiert. Und ob man nun "Entschuldigung" sagt oder nicht - das kann doch auch einfach nur völlig egal sein. Denn es ändert ja nichts an dem Spiel. Wie geschrieben: Ich würde dem Gegner niemals einen Vorwurf machen dafür. Es ist meine Haltung, dass "jeder Ball spielbar ist." Das ist einfach meine Haltung. Natürlich weiß ich, dass in der Realität nicht absolut jeder Ball spielbar ist und man wirklich das Glück/Pech haben kann, dass der Gegner 2 Meter hinter der Platte steht, während der Ball gerade an die Netzkante knallt und dann drüber geht und runter ploppt. Und natürlich bin ich dann nicht stolz darauf, wenn mir sowas passiert. Aber mich dafür zu entschuldigen finde ich irgendwie komisch. Und dass sich Andere für sowas bei mir entschuldigen, wenn ihnen sowas passiert, finde ich genauso komisch.
Ich versuche ja weitestgehend Verständnis dafür zu haben, dass man das scheinbar nicht mal denken kann, weil man es ja sein Leben lang gemacht hat und so erzogen wurde.
Aber versucht bitte auch Verständnis aufzubringen für Leute, die diesbezüglich quasi gar keine "Erziehung" hatten, weil sie erst viel später zu diesem Sport gekommen sind, als Erwachsene, wo die jede Form von Erziehung eigentlich abgeschlossen ist. Aber, heißt ja auch nicht, dass man seine Erziehung nicht auch mal hinterfragen könnte.
Auch ich tue dies und hinterfrage stets mich selbst, meine Erziehung und mein Verhalten. Ich habe den Anspruch es besser machen zu wollen. Mir ist es wichtig fair zu sein. Und mir ist es wichtig Dinge zu verstehen.
Leider habe ich das Gefühl, dass besonders in Deutschland viele Leute, besonders Ältere, dazu neigen wirklich vernagelt zu sein. Sie lassen andere Meinungen nicht zu und können und/oder wollen sich auf neue Situationen (flexibel) überhaupt nicht einlassen, während man genau das aber eigentlich von den jungen Leuten in der Gesellschaft heutzutage immer mehr und mehr verlangt. Also, jetzt auch mal abgesehen vom Tischtennis und diesem Diskussionsgegenstand hier.
Ich jedenfalls glaube nicht, dass ich arrogant bin und mich mit so einem Begriff angreifen lassen muss. Ich könnte sicherlich genug Beispiele dazu anführen und belegen, dass ich genau das nicht bin, beinahe nicht sein kann und jedenfalls auch nicht sein will.
Wie an anderer Stelle schon geschrieben: Ich bin kein guter Tischtennis-Spieler. Technisch nicht so stark. Ich spiele keine hohe Liga. Ich bin wahrlich kein "junger Marschierer", der sich von Erfolg zu Erfolg hangelt und total durch trainiert ist. Ich bin einfach nur ein Mensch, der den Tischtennissport liebt und gerne spielt und sich gerne damit beschäftigt.
Leider ist es heute so wie eh und je... Ich habe nur 2 x die Woche Gelegenheit Tischtennis zu spielen. Seit geraumer Zeit in Wahrheit nur noch 1 x die Woche. Wegen Arbeit.
Tatsächlich würde ich aber gerne 3 bis 4 x die Woche Tischtennis spielen.
Ist aber nicht drin. Ich hätte auch gerne von Anfang an mehr Basics (besser) dazu gelernt oder generell vlt. auch von gewissen "Kapazitäten" mehr. Dann wären mir die Peinlichkeiten, die ich erleben musste bei Turnieren, vielleicht erspart geblieben. Und den Gegnern auch. Einer war ca. 60 Jahre alt. Scheinbar sehr konservativ, um nicht zu sagen "engstirnig". Bei ihm musste das Spiel so laufen wie er sich das vorgestellt hat. Eine Abweichung war undenkbar. Und über meine Fehler wurde sich tierisch aufgeregt. Selten in meinem Leben habe ich ich mich beim Sport bzw. während eines Turniers so schlecht gefühlt. Ich kam mir wirklich vor wie der allerletzte Trottel.
Und da denke ich mir dann... "ok... Dann bin ich vielleicht doch falsch hier? Bin ich zu blöde dafür? Offenkundig unerwünscht...." Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben (könne) will ich hier jetzt nicht weiter führen.
Der Beitrag ist ohnehin lang genug und wird ohnehin von kaum jemandem gelesen. Aber kürzer ging auch nicht. Tut mir leid. Sonst hätte ich nicht alles untergebracht, was ich unterbringen wollte.
Vielleicht ist das (zumindest in dem Thema) auch mein letzter Beitrag. Ich sehe ja in welche Richtung das hier läuft und wie extrem es ausschlägt bei Manchen.
Trotzdem danke für jeden einzelnen Beitrag.