Zitat:
Zitat von Abwehrtitan
Und dass die Russen Angst hatten vor Tito das glaubst du ja selbst nicht, nur könnte es sein das man nach dem Krieg etwas "erschöpft" war, oder? 27 Mio Tote, da lässt vermutlich die Kampflust stark nach, wobei bei 1,5 Mio jugoslawischer Gefallener Gleiches gilt, nach dem WWII denke ich hatte man genug zu tun, aufzubauen, neu zu ordnen, sich zu erholen. Und später, hätte die NATO nicht zugesehen wenn man Jugoslawien in den Warschauer Pakt gezwungen hätte. 55 - 80 hat Tito mit diesem Wissen im Hintergrund den Russen die Stirn geboten, hat die sogenannten blockfreien Staaten geschaffen.
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Tito hat Stalin die Stirn geboten. Nach dem Historiker Ian Kershaw sollte nach Stalins Wille aus Jugoslawien ein sowjetischer Satellitenstaat werden. Auf den Partisanenführer sollen mehrere Attentatsversuche von Stalins Schergen verübt worden sein. Ohne einen entsprechenden Machtapparat und einer starken militärischen Führung hätte er sich gegenüber dem Sowjetführer nicht behaupten können. Dafür genoss der Sozialist, der jeden Nationalismus ablehnte, im Jugoslawien der 50er Jahre eine hohe Anerkennung.
Ian Kershaw (2022):
Zitat:
Aber wie viel Propaganda auch dazu beitrug, es wäre irreführend abzustreiten, dass Tito echte persönliche Popularität genoss, insbesondere in den frühen Jahren, als er sich im Ruhm seiner legendären Kriegstaten und seiner Verteidigung der Nation gegen sowjetische Einmischung sonnen konnte.
Der Mensch und Macht. Übersetzt von Klaus-Dieter Schmidt. S. 370
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Es ist keine Frage, dass er auch ein Günstling einer geopolitischen Sonderlage gewesen war. Aber diese wusste er auch auszunutzen. Dass er und seine Partisanen gleichzeitig Verbrecher waren, die im Umgang mit Opponenten und oppositionellen Gruppen nicht weniger zimperlich vorgingen wie der Sowjetführer, hatten Petar und ich schon vor Wochen dargelegt.