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AW: Politik - der Thread für politisch Interessierte (ab Dezember 2021)
Richtig, Deutscher ist zunächst mal jeder mit deutschem Pass. Gesellschaftlich problematisch wird es, wenn man zwar dem Pass nach "deutsch" ist, sich aber selbst nicht mit dem Land, Kultur und der autochthonen Bevölkerung identifiziert.
Dieses Problem existiert europaweit, Deutschland ist da keine Ausnahme. Sehen kannst du das bei der Fussball-WM oder EM, wenn "Deutsche", "Holländer" oder "Franzosen" ihr Team namens Marokko oder Türkei frenetisch bejubeln.
Diese Klientel nimmt den neuen Pass nicht, weil das neue Land "ihr" Land ist, sondern wegen ganz anderer Gründe. Ganz vorne stehen da Aufenthaltsgenehmigung, Sozialleistungen und Visa für Reisen in die ganze Welt.
Je fremder eine Kultur der eigenen gegenüber ist, desto stärker dieses Phänomen. Du wirst relativ wenige Nachkommen niederländischer, französischer oder polnischer Zuwanderer erleben, die so denken, schon mehr bei den Russen und ganz viele aus dem arabischen Sektor. Und besonders in Familien, wo sich die Nachkommen nicht ethnisch vermischen, sondern noch in der dritten und vierten Generation nur untereinander heiraten.
Erstaunlich ist, dass sich in den Ländern mit vielen ehemaligen Kolonien deren Auswanderer oft sehr stark mit dem ehemaligen Mutterland identifizieren, siehe Zuwanderer aus den niederländischen Überseegebieten, Zuwanderer aus anderen Staaten, vornehmlich muslimischen, eher wenig.
Die innere Einstellung, Sozialisierung und Kultur, die Menschen in der Erziehung mitgegeben wird, kann man nicht mit einem Pass ändern.
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