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[7] erwartbar, unvorhersehbar und kaum zu fassen
Diese WM verläuft ganz anders, als man es von Schachwettkämpfen, erstrecht auf solchem Top-Level, kennt und erwarten würde.
Nepo beginnt (wie von mir für alle verbleibenden Spiele gemutmaßt) als Anziehender mit 1. e4 – Ding weicht sowohl der sizilianischen Verteidigung [1. ...c5] als auch insbesondere einer eventuell (nach 1. ...e5 2) Sf3 Sc6 3) Lb5) entstehenden spanischen Partie aus und wählt mit 1. ...e6 die französische Verteidigung (sehr solide, jedoch dem Anschein nach weniger ambitioniert). Also mal wieder eine neue Eröffnung. Soviel zum beinahe schon erwartbaren Prozedere.
Der Verlauf der Partie ist dann aber ebenso kurios und unvorhersehbar wie die meisten bisher ausgetragenen Duelle dieses WM-Wettkampfes. Tatsächlich erreicht Ding im Verlaufe des Spiels eine für ihn vorteilhafte Stellung und hätte seinem Rivalen bei vernünftiger Fortsetzung sehr unangenehm zusetzen können... bis er, über einzelne Züge länger nachdenkend, in sich abzeichnender Zeitnot (noch vor dem 40. Zug) einen schwerwiegenden Fehler begeht. Das Spiel dreht sich und Nepomnjaschtschi verwertet zum 4:3.
Sieben Spiele, nur zweimal Remis – das ist für eine Schach-WM beinahe unglaublich.
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