Moin Horst!
Ich zitiere nochmal die Wettspielordnung (WO) des Deutschen Tischtennis-Bundes [Beschluss des Hauptausschusses des DTTB am 07.12.2003] mit Durchführungsbestimmungen des FTTB, beschlossen vom Verbandstag am 02.05.2004.
"2.9.8 Jede Mannschaft umfasst dabei die nach dem jeweiligen Spielsystem erforderliche Zahl von Stammspielern und ist entsprechend (1. Mannschaft usw.) im Mannschaftsmeldeformular zu kennzeichnen; dabei muss die Sollstärke nach dem jeweiligen Spielsystem stets gewährleistet sein."
Sollten nun vier Herren Stammspieler sein und die zwei Damen als Ersatz antreten dürfen, so gewährleisten diese sechs Personen die Sollstärke von sechs Spielern, der Beschluss ist somit wohl korrekt.
Die Tatsache jedoch, dass Damen lediglich Ersatz spielen dürfen, wohingegen Mädchen/Schülerinnen Stammspielerinnen in Jungen- bzw. Schülermannschaften sein können, ist wohl nur durch die Entscheidungsträger zu begründen. Wird das als Förderung der Jugend (hier speziell der Mädchen) gesehen, da für eine Gründung einer Mädchen-Staffel oftmals Mannschaften fehlen? Ich denke, es geht in diese Richtung. Gerade im Jugendbereich sind die einzelnen Staffeln oft so gestaltet, dass kurze Reisewege zu den Spielen ermöglicht werden sollen. Dies ist vielleicht ob mangelnder junger Spielerinnen in den einzelnen Vereinen nicht möglich, so dass den jungen Damen die Möglichkeit gegeben werden soll, so bei den Jungen Punktspielerfahrungen zu sammeln.
Wenn Frauen nun Punktspiele bestreiten wollen, so müssen sie entweder zu einem Verein fahren, der eine Damenmannschaft hat, die am Ligabetrieb teilnimmt. Oder sie sind in einem Verein und versuchen, weitere Damen zu motivieren, in ihre Mannschaft, in ihren Verein zu kommen, um am Ligabetrieb teilzunehmen. Oder sie spielen als Ersatz in einer Herrenmannschaft.
Alles in allem kann man wohl die Behauptung aufstellen, dass eine Förderung der Mädchen forciert wird, wohingegen den Damen mehr Anstrengung zuzutrauen (zuzumuten) ist, wollen diese Punktspiele bestreiten. Da wird ein eigentlich guter Gedanke, nämlich die Förderung von Mädchen (bzw. global gesehen weibliche Personen mehr in den Tischtennissport zu integrieren), ab der Einstufung als Dame ad absurdum geführt. Erst ermöglicht man den Jüngeren, bei den Jungen/ Schülern mitzuspielen, doch als Dame ist ihnen das als Stammspielerin verwehrt. Konsequente Inkonsequenz!
Dabei handelt es sich um meine persönliche Wertung. Weitere Meinungen würden mich interessieren.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch allen und denen, die sich darüber freuen, auch einen schönen ersten Advent.
Steve.