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AW: TIBHAR Hybrid K3
Meine Einschätzungen zum Hybrid K3, den ich seit 4 Wochen, also 5 Trainings-Einheiten und 5 Runden Meisterschaft, auf der Vorhand spiele.
Mit anderen Hybrid- oder China-Belägen habe ich nie gespielt. Somit kann ich mich in meinem Vergleich leider nicht auf derartige Beläge beziehen. Seit Sommer 2021 ist der Evolution MX-D der Vorhand-Belag meiner Wahl. Jeder der meine Testberichte gelesen hat weiß wie überzeugt ich vom MX-D bin. Getestet habe ich den K3 auf meinem neuen Holz, dem Butterfly Ovtcharov Innerforce ALC. Auf der Rückhand habe ich den Evolution MX-S aufgezogen, da mir ein Vergleich zwischen K3 und MX-S aufgrund der Auslegung auf rotationsreiches Spiel als sinnvoll erschien.
- Obergummi-Beschaffenheit ist unterschiedlich: K3 ist noch griffiger als MX-D oder MX-S; Tischtennis-Ball kann ich mit dem K3-Obergummi aber auch keinen anheben
- Noppenstruktur ist unterschiedlich: K3 sehr kurze Noppen und dicker Schwamm (2.3mm); Die Unterschiede zu MX-D/MX-S sind so deutlich, dass sie mit freiem Auge erkennbar sind
- Gewicht: K3 49g, MX-S/MX-D 52-53g
Beim Aufspringen lassen eines Balles auf die waagrecht gehaltene Schlägerfläche stelle ich fest, dass das Obergummi des K3 eine deutlich abbremsende Wirkung hat. Dadurch springt der Ball niedrig und wenige Male auf bevor er liegen bleibt. Somit kann ich die Bezeichnung „Hybrid“ und „leicht klebriges Obergummi“ des K3 nachvollziehen.
K3 vs. MX-D vs. MX-S
Tempo
MX-D > K3 > MX-S
K3 hat ein hohes Grundtempo und deutlich Katapult, der linear zur Schlagenergie zunimmt. K3 ist langsamer als der MX-D aber für mich vom Gefühl her schneller als der MX-S. Shot-Feeling im Balltreffpunkt ist beim K3 für mich ganz anders als bei den Evolution-Belägen. Gefällt mir aber gut. Der K3 spielt sich noch etwas kompakter und direkter als der MX-D. MX-S spielt sich im Vergleich zu beiden Belägen spürbar weicher („weich“ in Relation zu K3/MX-D).
Rotation
K3 > MX-S > MX-D
Topspins mit dem K3 sind mit viel Rotation möglich. Ich komme zu mehr direkten Punkten mit der Eröffnung als mit dem MX-D. Ich habe mit dem K3 beide Möglichkeiten, entweder Topspin mit viel Rotation oder mit Power voll durchladen. Vom MX-D ausgehend ist für mich interessanterweise keine Technik-Umstellung erforderlich. Ich kann den Ball sehr gut führen und steuern, muss mit dem K3 aufgrund der höheren Flugkurve nur etwas mehr das Schlägerblatt schließen. Eine weitere Stärke des K3 ist das Aufschlag-/Rückschlagspiel. Durch den bremsenden Effekt des Obergummis und die hohe Griffigkeit kann ich Aufschläge oder den Rückschlag des Gegners auf meinen Aufschlag nochmal präzise kurz und flach halten. Auch der harte Vorhand-Flip geht mit dem K3 exzellent. Beim kurzen Aufschlag (insbesondere beim Reverse Pendulum/Gegenläufer parallel) muss ich den Ball „dünn streifen“, damit mir die Aufschläge nicht zu lange geraten. Rotationsniveau ist beim Aufschlag ebenfalls hoch.
Flugkurve
K3 > MX-D > MX-S
Konter- und passives Blockspiel sind für mich die "Schwächen" des K3 und sind aufgrund des leicht bremsenden Obergummis und der höheren Flugkurve im Vergleich zu den Evolution-Belägen gefühlt anspruchsvoller zu spielen. Beim K3 sollte man immer etwas aktiver über die Bälle gehen, dann ist die Kontrolle höher. Beim passiven Hinhalten oder geraden Kontern springen die Bälle relativ hoch aus dem Schläger und ich laufe Gefahr, dass mir die Bälle über den Tisch gehen. Das ist aber vermutlich in erster Linie Gewohnheits- und Techniksache. Da muss ich den Schlägerwinkel wohl etwas anpassen. Gegentopspins am Tisch gehen mit dem K3 sehr gut, weil das Obergummi den Ball perfekt greift. Aus der Halbdistanz bietet mir der K3 viele Möglichkeiten und entwickelt bei durchgezogenen Bällen auch eine hohe Dynamik. Von weiter hinten die Bälle nur "reinzuheben" ist allerdings schwierig, da verhungern sie dann doch im Netz. Aus der Distanz sind Beläge mit mehr Katapult (z.B. MX-D, MX-P) und normalem Obergummi im Vorteil.
Fazit
Bei Schlagqualität und Rotation ist besonders im tischnahen Spiel mit dem K3 (noch) mehr möglich als mit dem MX-D. Beide Beläge spielen sich von der Tempo-Entfaltung her linear, bei hoher Schlagenergie stabil und druckvoll und haben ihre Stärke im Topspin und Counter-Topspin. Bei orthogonalem Treffpunkt (Kontern, passives Blockspiel) ist der MX-D für mich besser spielbar. Aus der Halbdistanz ist es mit dem MX-D einfacher Tempo und Druck zu erzeugen als mit dem K3.
Im Vergleich zum MX-S sehe ich den K3 mit höherem Potenzial. Mit dem kompakten Spielgefühl des K3 kann man schneller, druckvoller und gefährlicher spielen als mit dem MX-S. Das Rotationspotenzial sehe ich beim K3 noch höher als beim MX-S. Im Gegenzug spielt sich der MX-S aufgrund der geringen Schnitt-Anfälligkeit und seiner eher flachen Flugkurve im Passiv-Spiel für mich angenehmer als der K3.
Aufgrund der Schwammhärte brauchen K3 / MX-D / MX-S nicht nur einen guten Armzug, sondern generell eine gute Beschleunigung aus der gesamten Topspin-Bewegung um das Potenzial ausschöpfen zu können. Macht man zu wenig, ist auch die Schlagqualität niedrig oder die Bälle landen im Netz.
Sowohl der K3 als auch der MX-D sind für mich Top-Beläge, die zu meiner Spielweise und meiner Vorhand gut passen. Auf der Rückhand sind mir beide Beläge zu hart im Anschlag. Dafür empfinde ich den MX-S für mich auf der Rückhand als valide Option (aktuell spiele ich MX-P). Derzeit kann ich für mich persönlich noch nicht festlegen, ob ich K3 oder MX-D zukünftig auf der Vorhand spielen werde. Das wird noch eine schwierige Entscheidung, für die noch weitere Testwochen notwendig sind. In den kommenden Monaten ist aber ohnehin die perfekte Zeit dafür.
Pflege/Haltbarkeit
Einen weiteren Punkt, den ich noch gerne anhängen würde ist das Thema Pflege und Haltbarkeit. Nachdem das Thema Haltbarkeit beim K3 kontrovers diskutiert wurde und die Meinungen auseinander gingen, habe ich mir gedacht ich dokumentiere meinen Test mit ein paar Fotos.
Damit der K3 möglichst lange frisch bleibt, habe ich mir vor dem Test andro Bio-Cleaner und Belag-Schutzfolien besorgt. Den K3 habe ich nach jeder Einheit vorsichtig mit Bio-Cleaner und Schwamm gereinigt und anschließend die Folie aufgebracht. Was mir rasch aufgefallen ist, dass auf dem K3-Obergummi durch die „leichte Klebrigkeit“ mehr Staubfusseln haften bleiben.
Am Ende des Beitrags unten findet ihr die Fotos: K3 im Vergleich zum MX-S, die beide vor 4 Wochen neu waren und die ich zeitgleich (Vorhand K3, Rückhand MX-S) gespielt habe. Jeweils nach 5 Einheiten/~10h und nach 4 Wochen/10 Einheiten/~20h. Der optische Verschleiß beim K3 ist auffallend hoch und das habe ich so bislang bei noch keinem anderen Belag gesehen. Nach 4 Wochen/10 Einheiten/~20h sind starke Gebrauchsspuren erkennbar. Beim MX-S hingegen sind erst nach ca. 20 Spielstunden minimale Indizien von Abnutzung am Obergummi sichtbar. Meine Frage an die K3-Spieler im Forum ist: Ist dieser optische Verschleiß normal und bei euch ähnlich? Wie lange spielt ihr mit dem K3 bis ihr ihn wechselt? Wie seht ihr die Haltbarkeit im Vergleich zu anderen Belägen? Was ich gelesen und gehört habe ist, dass die neuen Hybrid-Beläge (von ESN) generell optisch schnell verschleißen, sich dies aber nicht unmittelbar in den Spieleigenschaften negativ bemerkbar macht. Ich habe schon den Eindruck, dass der K3 nach 10 Einheiten nicht mehr ganz diese Gefährlichkeit hat wie am Anfang. Ich merke beim Drüberfahren, dass die Griffigkeit nachgelassen hat. Ich habe keine Vergleichswerte, weil ich andere Hybrid-Beläge nie gespielt habe, daher frage ich. Ist das bei ähnlichen Belägen wie Rakza Z, BlueStar A1, Rasanter C53/C48, Dynaryz ZGR ähnlich? Normalerweise wechsle ich meine Evolution-Beläge (MX-D, MX-P) bei meinem derzeitigen TT-Pensum nach 2-3 Monaten (bei 2-3 mal Tischtennis pro Woche). Dann sind die Evolution's für mich durch, weil das Obergummi nicht mehr griffig und der Schwamm durchgespielt ist. Wenn ich mir meinen K3 ansehe und von den 10 Einheiten waren die Hälfte nur (wenig intensive) Meisterschaftsspiele und kein Training habe ich Zweifel, ob der K3 so lange halten wird wie die Evolution-Beläge.
Ich finde den K3 von den Spieleigenschaften her Top, aber mich interessieren eure Erfahrungen hinsichtlich Haltbarkeit und wie man das Obergummi des K3 möglichst lange „frisch“ hält? Der K3 erscheint mir jedenfalls pflegebedürftiger als ein „normaler“ Tensor-Belag. Einfach in die Schlägerhülle hinein und beim nächsten Training wieder auspacken erscheint mir als zu wenig.
Geändert von Ballonverteidiger (22.04.2023 um 13:56 Uhr)
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