Nach 60 Stunden Spielzeit (Training, Systemtraining, Wettkampf) werde ich meinen Erstbericht selbst Korrektur lesen und vertiefte Eindrücke schildern, ggf. Dinge bestätigen oder entwerten, als auch auf die Haltbarkeit eingehen und die Veränderung der Spieleigenschaften.
Zitat:
Zitat von tb177
Grundtempo:
Das Grundtempo ist gering, was aber logisch aufgrund des klebrigen/griffigen Effekts ist. Das Einkontern ist wie erwartet einfach aufgrund des bremsenden Effekts. Der Belag lässt aber merklich mehr Tempo frei, sobald man schneller gegen den Ball geht. Ich empfinde ihn ähnlich schnell zum Tibhar Hybrik K3 allerdings mit weicherem Touch.
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Lasse ich so stehen
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Zitat von tb177
Kurzlegen/Kontern/Blocken
ist IMMENS viel einfacher, als mit den klassischen Flummi-Belägen und auch einfacher als mit einem T05. Beim passiven Block nimmt der Belag viel Spin raus und tropft sicher ab, was natürlich für den Gegner ungefährlich ist oder auch mal ins Netz gehen kann. Geht man aber aktiv in die Blocks rein, übernimmt der Belag den Spin wunderbar und der Gegner bekommt erhebliche Problem (Schlägerkanten-Bälle lassen grüßen).
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Dies gilt immernoch, allerdings muss noch mehr aktiv gespielt werden, da der Belag langsam nachlässt. Später mehr dazu.
Zitat:
Zitat von tb177
Aufschläge:
Bei den Aufschlägen muss gut aus dem Handgelenk beschleunigt werden, als auch beim Schieben ordentlich reingehackt werden, wenn viel Rotation erzeugt werden will. Es KANN viel Rotation erzeugt werden, das gibt die klebrige Oberfläche her, es Bedarf aber der entsprechenden Technik.
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Aufschlag bleibt eine Baustelle für mich bei diesem Belag, trotz Aufschlagtraining. Obwohl er mittlerweile weicher gespielt ist (minimal, nicht "Vega Pro" Sphären), ist es wirklich im Vergleich zu anderen Belägen deutlich schwerer viel Rotation zu erzeugen (T05 ist ein Traum dagegen).
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Zitat von tb177
Topspin auf Unterschnitt
Eine eindeutige Stärke dieses Belags...
Das für einen Hybrid-Belag sehr griffige/klebrige Obergummi greift den Ball optimal und es ist sehr leicht zu Eröffnen, auch mit langsamen extrem gestreiften Topspins...
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Immer noch sehr gut spielbar, allerdings mit Einbußen bei der maximalen Rotation. Griffigkeit ist vorhanden. Es muss trotzdem, oder erst recht bei nachlassender Griffigkeit sehr gut gestanden werden, und komplett mit Körper beschleunigt werden, sonst verhungern die Bälle. Unkatapultig ist das Stichwort.
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Zitat von tb177
Topspin-Duelle:
Der G09C ist aufgrund seiner Härte und Charakteristik einfach ein Belag der IMMER aktiv gespielt werden will, dafür aber auch belohnt.
Er setzt also eine grundsolide Technik beim Topspin vorraus...
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Ich bleibe dabei, dass es sehr einfach ist den gegnerischen Topspin zu übernehmen, allerdings fällt auf, dass der Belag an Gefahr missen lässt im Vergleich zu anderen Hochleistungsbelägen in Bezug auf Spin. Man muss extrem viel Nachspielen mit 5+ oder gar mehr gut platzierten Topspins zu Punkten, da der Spin doch sehr "berechenbar" und die Bälle leicht zu Blocken sind. Besonders gestern gegen unsere Nummer 1 aus dem Verein (1850TTR) hat mir die Sicherheit (große Stärke des Belags) nichts gebracht, da dann zuerst geblockt und dann aggressiv gegen gezogen wurde und seinerseits mit klassischen Hochleistungsbelägen dermaßen viel mehr Spin zurück kam, dass ich ins passive gezwungen wurde und die meisten Topspinduelle (=meine Stärke) verloren habe.
Es kommt also wirklich drauf an, gegen wen man spielt. Die meisten Gegner wird der durchschnnittliche Amateur (einschließlich mir) über Platzierung und Sicherheit unter Druck setzen können. Alles eine Frage des Maßstabs. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Großteil der höherklassigen Spieler den G09C wählen würden.
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Zitat von tb177
Schussspiel
Kann ich nicht viel zu sagen, da ich es nicht spiele. Am nähesten wäre wohl noch hartes Kontern. Das ging ohne Probleme. Die Härte vermittelt eine Präzision, welche ich mag.
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Schießen kann ich immer noch nicht gut


Abschließende Wort + Haltbarkeit:
Ich mag den Belag wirklich sehr, da er mir immer genau vermittelt was passiert. Spieler, die über die Physis verfügen und diese nutzen wollen und Katapult nicht mögen, sollten dem Belag eine Chance geben. Mich hat er unheimlich nach vorne gebracht in der kurzen Zeit.
Downside?
Der maximale Spin vom Anfang, welcher sowieso nicht mit anderen Hochleistungsbelägen mithält, ist noch weniger geworden. War es am Anfang so, dass es durchaus in Ordnung war und nicht "wenig", fühlt es sich mittlerweile so an, als würde man exponentiell viel "kurbeln" und bekommt noch "weniger" als zu Beginn herausgekitzelt.
Natürlich kann man als Eröffnung die Bogenlampe des Grauens spielen und den Ball so hauchdünn treffen, dass er oft hinten raus geblockt wird, aber zum einen spielen die wenigsten diesen Ball konsistent und zum anderen, muss spätestens ab dem 3. Ball nach vorne nachgespielt werden, wobei dann der fehlende Spin wie oben beschrieben einfach fehlt. Auch gilt zu erwähnen, dass die "veraltete" Bogenlampe aus den Zelluloid Zeiten sowieso heute bei entsprechender Gegner Stärke gnadenlos abgeschossen wird (aber anderes Thema

).
Die Abnutzung ist auf dem schwarzen Belag deutlich sichtbar. War es bereits nach einigen Stunden der Finger (schwarz = Rückhand), welcher sichtbar abrieb erzeugte, ist mittlerweile im Schlägermittelpunkt auch ein weißer Fleck, welcher die Abreibung zeigt. Beim roten lässt sich dies nicht so gut feststellen (vermutlich auf Grund des simplen Fakts der Farbe).
Der Vorhand Belag, welcher deutlich mehr beansprucht wurde, ist auch das Sorgenkind in Bezug auf Spin. Der Rückhand Belag hat bisher keine einbußen, da er doch deutlich weniger beansprucht wird.
Für mich selbst frage ich mich:
Will ich einen Belag spielen, der nach 60 Stunden doch merklich nachlässt (merklich = im Verhalten; optisch ist mir egal), wenn ich ansonsten extrem zufrieden bin/war (auf der Vorhand --- Rückhand bleibt er gesetzt) oder schaue ich mich nach Alternativen um, die ggf. länger halten und ggf. noch im Spinpotential mehr bieten, auch wenn es mehr Training bedeutet für die Umstellung (welche möglichst gering sein sollte)?
Die passiven Eigenschaften sind einfach überragend für mich und meine Kontrolle und ich weiß nicht, in wie weit ich das Opfern möchte.
Beste Grüße
Tb177