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Zitat von Frei statt Bayern
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Stimmt. Im Vergleich zu seinen Vorgänger*innen bewegt er einiges in seinem Amt. Den Jubel-Bericht im Spiegel über ihn habe ich nicht gelesen. Den hätte es nicht gebraucht. Und natürlich ist die Verflechtung anrüchig, wenn Konstantin von Hammerstein als Spiegel-Journalist, dessen Tochter Redenschreiberin des Ministers ist, an einem Bericht über den Minister beteiligt ist. Was faktisch an dem Bericht allerdings falsch ist, kann und will Reitschuster argumentativ nicht näher erläutern. Denn: Er will lediglich einmal mehr darlegen, wie in vielen anderen seiner Artikel, dass Politiker*innen und Journalist*innen, die seine politische Agenda nicht teilen, oftmals korrupt seien. Damit ist er mehr ein Kulturkämpfer als ein Journalist - sowie eben Reichelt.
Reichelt oder Reitschuster berichten nicht über die Vetternwirtschaft im Verkehrsministerium, das von Volker Wissing von der FDP geleitet wird.
Aber auch kritische Zeilen über die Chefreporterin für Politik beim Nachrichtensender von "Die Welt", Franca Lehfeldt, der Frau von Finanzminister Christian Lindner, sucht man bei den Aktivisten im Journalisten-Gewand vergebens. In anderen Medien erfährt man davon:
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Ende Oktober vergangenen Jahres versucht Franca Lehfeldt, »Chefreporterin Politik« beim Nachrichtensender Welt, ein Interview mit dem Partei- und Fraktionsvorsitzenden der CDU, Friedrich Merz, zu organisieren. Anlass ist die Rede zur Lage der Nation von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Merz würde ein Interview geben, schreibt Lehfeldt am 28. Oktober in einer Mail an die Redaktion, aber: »Bitte keine Frage zu China/Chips«.
Manche in der Redaktion sind irritiert. Journalisten betrachten es eigentlich nicht als ihre Aufgabe, solche Wünsche von Politikern zu übermitteln, geschweige denn, ihnen nachzugeben. Wenn Politiker Themen ausklammern wollen, wird es normalerweise umso interessanter, sie anzusprechen.
Und genau so plant es die Redaktion von Welt TV bei dem Merz-Interview. Gegen Mittag wird entschieden, so berichten es Mitarbeitende aus der Redaktion, dass man um das Thema China nicht herumkomme und Merz dazu befragen müsse. Sagen wolle man ihm das vorher nicht.
Umso überraschter ist das »Welt«-Team, als Merz wenig später absagt. Die Begründung – Zeitprobleme – überzeugt nicht alle. Mehrere Mitarbeitende argwöhnen, Lehfeldt könnte dem CDU-Chef gesteckt haben, dass er doch zu China befragt werden sollte.
Das Misstrauen gegenüber Lehfeldt hat einen Grund: Die Journalistin kennt Merz näher, wenige Monate zuvor waren der CDU-Chef und seine Frau zu Gast, als die Journalistin den Bundesfinanzminister Christian Lindner auf Sylt heiratete. Man umarmte sich, feierte gemeinsam.
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https://www.spiegel.de/politik/deuts...f-2a327390e471
Warum berichten Reichelt und Reitschuster nicht darüber? Das passt nicht in ihre einfach gestrickte politische Agenda: Auf der einen Seite stehen die Bösen, auf der anderen Seite die Guten. Sie würden es sich wohl auch mit ihren Geldgebern verscherzen und ihren Anhänger*innen, wenn sie analytisch genauer und differenzierter über politische Entwicklungen berichten würden.
Sie behaupten mit großem Nachdruck, dass sie Sümpfe trockenlegen. Die Realität ist aber vielmehr die: Die Aktivisten stecken selbst in diversen Sümpfen fest.