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Alt 13.05.2023, 09:07
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Die Entwicklung der Energiepreise und was sie mit unserer Wirtschaft machen könnte.

Zitat:
Zitat von A. Lange Beitrag anzeigen
Mein Vater arbeitet noch mit und hilft mir.

Tatsächlich sind zwei mal die Nachbarn verstorben und wir konnten
die Häuser kaufen, abreisen und bei uns abbauen.
Das Gleiche beim Ferienhaus. Die Nachbarn haben das Haus verkauft,
wir haben es komplett abgerissen und neu gebaut.

Du sagst, dass meine Tochter nichts dafür geleistet hat.
Richtig!
Aber es ist doch MEIN Eigentum! Und warum kann ich mit
MEINEM Eigentum nicht machen was ich will?
Welches Recht hat der Staat darauf?
Hat die Allgemeinheit etwas dafür geleistet?

Ich kann mich noch erinnern, als ich vor 30 Jahren Vermögensteuer
bezahlen musste.
Der Bundesgerichtshof hat dann entschieden, dass man für versteuertes
Geld und Vermögen nicht noch mal extra Steuer bezahlen muss.
Viel anders ist es eigentlich mit der Erbschaftsteuer auch nicht.
Alles wurde vorher schon mehrfach versteuert.
Dazu kann ich immer nur wieder denselben Vorschlag machen:

Steuern RUNTER im laufenden Geschäftsbetrieb, Abgaben und staatlich verursachte Kosten ebenfalls runter, keine Vermögenssteuer, völliger Humbug, die Erfassung ist teurer als das was bei rauskommt, dafür aber die Erbschaftssteuer RAUF. Die liegt, sofern du dein Vermögen in der Firma gebunden hast aktuell bei NULL Prozent.

Freibetrag 2 Mio Euro. Auf den Rest 50%. Aber ohne jegliche Ausnahme und Trickserei

Hat bei Samsung in Korea (ca. 10 Mrd Erbschaftssteuer) und bei den Besitzern von Knorr-Bremse (dank eines Fehlers des Erblassers, der sich wohl für unsterblich hielt 4 Mrd Erbschaftssteuer) auch nicht zur Verarmung geführt.

Und du hast Recht. Es ist DEIN erarbeitetes Geld, deshalb sollte der Staat da während deines Erlebens auch möglichst wenig wegbesteuern. Aber deine Tochter hat, ich sage es mal so provokant, GAR NCHTS dazu beigetragen. Zumindest in deinem Fall, da ja anscheinend überhaupt kein Interesse an der Weiterführung des Gewerbes besteht.

Zumal sich die Erbschaftsfrage, so Gott es will, wahrscheinlich erst stellt wenn deine Tochter weit in den 40ern oder 50ern ist.

Ich kann dir meine Argumentation sogar mathematisch begründen:

Die prozentuale Anzahl der Erben bei den sog. Höchstvermögen (ab ca. 30 Mio aufwärts) ist nirgendwo in den Industrieländern so hoch wie in Deutschland. Er liegt bei über 80%. Und der Anteil steigt mit jeder Generation, das ist einfachste Zinseszinsrechnung.

Dagegen werden Einkünfte zu Lebzeiten sehr hoch besteuert, einem Mittelständler mit 1 Mio Einkommen Brutto bleiben bei voller Ausschüttung nur 500k. Ich rechne ausgehend vom Unternehmensgewinn vor Steuern. Hier hast du den gegenteiligen Effekt, dass durch die hohe Besteuerung der Zinseszinseffekt massiv gekappt wird.

Wo ich dir allerdings Recht gebe ist, dass beides, also einmal möglichst viel zu Lebzeiten des Erblassers abzugreifen und dann nochmal im Todesfall zuzuschlagen, gar nicht geht. Auch kann es nicht zielführend sein, dass die Erben das familiäre Haus verkaufen müssen oder gar nichts bekämen.

Allerdings bricht sich auch kein Erbe einen Zacken aus der Krone, wenn z. B. 10 Mio vererbt werden, 2 Mio frei sind und von dem Rest 4 Mio Steuern gezahlt werden. Bleiben 6 Mio, von deren Erträgen der Nachwuchs eigentlich bis ans Lebensende gut versorgt sein dürfte.

Gehst du aber nicht an diese Gelder, dann sorgt der Zinseszinseffekt dafür, dass nominal zwar immer mehr privates Vermögen angehäuft wird, das aber in immer weniger Händen..

Sag mir einen logischen Grund, warum der Viessmannerbe auf die 12 Mrd, die jetzt bei Verkauf, wenn clever gemacht, nur mit 1,25% besteuert werden und sich bis zum Tod des Vaters wahrscheinlich noch auf 20 Mrd erhöhen, sofern halbwegs clever angelegt, wovon ich ausgehe, warum der dann nicht 10 Mrd Steuern darauf bezahlen sollte?!

Man muss das Thema einfach mal sachlich/neutral/mathematisch betrachten. Mathematisch landest du, überspitzt gesagt, bei deiner Argumentation in der fernen Zukunft dann da, wo ein Monopolyspiel in der Regel endet. Einer hat Alles, der Rest nichts. Es fallen ja mit jeder weiteren Generation mehr Erben aus der Gruppe raus, weil sie das Geld verjubeln oder Ähnliches als neu dazukommen.

Ein heikles Thema, wo man irgendwo einen Mittelweg finden muss.

Wenn der Angestellte eines großen Mittelständlers prozentual mehr Steuern zahlt als die Erben ohne GF-Tätigkeit im Gesellschafterkreis, dann stimmt etwas bei der Steuergerechtigkeit nicht mehr. Oder wenn der hochqualifizierte Geschäftsführer am Jahresende 500k Brutto bekommt, der unfähige Erbe sich aber 5 Mio ausschütten lässt.

Das hat mit Leistung nichts mehr zu tun.

Es gibt Lösungsmöglichkeiten, auch zur Erhaltung der Betriebe. Da kannst du bei tatsächlich vorliegender Tätigkeit im operativen Bereich (GF/CEO) die Angemessenheit der GF-Gesellschaftervergütung erhöhen ohne in den Bereich der verdeckten Gewinnausschüttung zu gelangen oder bei einer Erbschaftssteuer den Betrag auf 20 Jahresraten stunden, sofern der Betrieb weitergeführt wird.

Wenn man will, dann würde man politisch einen Mittelweg zwischen der Linken (Alles wegnehmen) und dem CDU-Mittelstandsrat (0% Steuern auf Alles) finden.

Man will aber nicht, weil beide Ideologien gleichsam übertreiben. Die einen sind, da hast du Recht, vom Neid zerfressen, die anderen aber halt auch gierig bis zum Dorthinaus.

Geändert von Noppenzar (13.05.2023 um 09:09 Uhr)
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