Zitat:
Zitat von NMZS
Basierend auf 8 Klimamodellen wird bis Ende des Jahrhunderts mit einer globalen Erwärmung von 2,7°C gerechnet (als durchschnittliches Szenario, basierend auf den aktuellen Klimavorhaben). Wenn es dazu kommt, liegen quasi komplett Zentralafrika, die arabische Halbinsel, große Teile Indiens und der nördliche Teil Südamerikas außerhalb der menschlichen Klimanische. Betroffen wären ungefähr 2 Mrd. Menschen.
Man kann natürlich nun sagen: "Ja, aber Europa ist doch auch mit 2,7°C mehr noch locker in der Nische, alles easy."
Aber dann ist einem das Elend von Milliarden von Menschen egal und man ist so naiv, zu glauben, dass das keine globalen Konsequenzen haben wird und dass die Leute einfach vor Ort leiden.
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Ich kann die Bedenken vollkommen nachvolziehen und es nur unterstützen!
Versuche das Ganze nur ein bisschen einordnen:
Ich möchte nicht über Temperaturschwankungen in den letzten Millionenjahren auf diesen komischen Planeten schreiben.
So etwa wie:
"Im Känozoikum oder der Erdneuzeit, die vor 65 Millionen Jahre begann, hat sich das globale Klima von einem sehr warmen Zustand mit eisfreien Polen in ein sehr kaltes Klima mit polaren Eiskappen und massiven kontinentalen Eisschilden verwandelt. Dieser Prozess mündete in das gegenwärtige Eiszeitalter." (Also wir befinden uns angeblich in einem
Eiszeitalter und es wäre nur unanständig von der Natur wenn es irgendwann wieder etwas wärmer werden sollte.)
Selbstverständlich habe ich es auch nicht vor über Anteile des CO2 in der unsere Atmosphäre zu schreiben, so wie:
"Reine, trockene Luft hat in bodennahen Schichten der Atmosphäre etwa folgende Zusammensetzung (in Volumen-%): 78% Stickstoff, 20,94% Sauerstoff, 0,93% Argon, 0,04% Kohlenstoffdioxid. Weitere Edelgase und Bestandteile nehmen zusammen deutlich weniger als 1% ein (Global Monitoring Laboratory)."
Nun wir reden heute über max. 0,04% Kohlenstoffdioxid in unserer Luft.
"Die USA trugen mit rund 13 Prozent ebenfalls wesentlich zum CO2-Ausstoß bei. Der Anteil von CO2-Emissionen in Deutschland an den weltweiten CO2-Emissionen lag zuletzt bei knapp zwei Prozent."
Also, es sind etwa 2% von ca. 0,04% in der Welt.
Das macht so ziemlich genau 0,0008% CO2-Anteil in der Atmosphäre (für welchen Deutschland verantwortlich ist).
Und genau da muss man heute in Deutschland ansetzen, CO2-Steuer einführen, Atomkraftwerke schließen (in Norwegen werden gleichzeitig neue gebaut), Heizungsart umdenken (überteuerte Wärmepumpe einbauen und alte Heizkörper nach Bulgarien und Rumänien verschicken), teuren und schmutzigen LNG (Liquefied Natural Gas) aus Amerika kaufen (und natürlich umweltschädlich hierher transportieren), Verbrenner nach Afrika abschieben (und dabei diskutieren ob ein E-Auto wirklich nachhaltig ist und ob Tesla-Batterien umweltfreundlich sind).
Aber die Bevölkerung in Asien und Afrika würde ohne adäquaten Klima-Maßnahmen in Deutschland womöglich leiden müssen?
Ein starkes Argument. Versuchen wir etwas globaler zu denken:
"Das globale Bevölkerungswachstum ist das Ergebnis aus Geburtsrate und Sterberate. Die Weltbevölkerung steigt stetig an, Im Jahr 2021 erreichte sie mit einer Wachstumsrate von 0,9% eine Gesamtbevölkerung von 7,888 Milliarden Menschen auf unserem Planeten."
Die Vereinten Nationen erwarten:
- bis 2036 9 Milliarden Menschen
- bis 2057 10 Milliarden Menschen
- bis 2100 10,9 Milliarden Menschen auf dem Globus.
(Zur Erinnerung: vor Industrieller Revolution lebten etwa 0,8 Milliarden Menschen auf dem Planeten - also 10 Mal weniger als heute).
Deutschland liegt hierbei im letzten Jahrzehnt mit einer Wachstumsrate von weniger als 0,7% recht weit am hinteren Ende des weltweiten Vergleichs. Den letzten großen Schub gab es hierzulande in den 60er und 90er Jahren.
Von 2012-2021 gab es in Deutschland eine Wachstumsrate von 3,44% (und wir versuchen dabei bitte nicht an die Migration zu denken.)
In meisten Zentraleuropäischen Ländern ist sie in "Minus". (Das bedeutet, dass die Geburtsrate niedriger als Mortalität ist, obwohl gleichzeitig die Menschen hier länger leben).
Zum vorsichtigen Vergleich in der selben Zeit (also von 2012-2021) liegt die Wachstumsrate in Äquatorialguinea bei 58,50%.
Indien wurde auch erwähnt:
"In den Jahren 1960 bis 2023 stieg die Einwohnerzahl in Indien von 450,55 Millionen auf 1,43 Milliarden. Dies bedeutet einen Anstieg um 216,5 Prozent in 63 Jahren. Den höchsten Anstieg verzeichnete Indien im Jahr 1974 mit 2,36%. Den geringsten Anstieg im Jahr 2023 mit 0,61%. Im gleichen Zeitraum stieg die Gesamtbevölkerung aller Länder weltweit um -100,0 Prozent.
Das Durchschnittsalter in Indien ist von 2012 bis 2021 um 2,63 Jahre von 26,07 auf 28,70 Jahre gestiegen (Medianwert).
Rund 35% der Einwohner leben in den größeren Städten des Landes. Dieser zunehmende Trend der Urbanisierung steigert sich jährlich um 2,1%."
Wie man es sehen kann, bin ich für noch weitere Klima-Maßnahmen offen und würde an uns alle appellieren: wir müssen heute und hier dafür kämpfen, dass sich die Erde bis zum Jahr 2100 nicht um 2,7°C erwärmt! (Berechnung basiert auf 8 Klimamodellen!) Wenn die Wissenschaft auch da (wie schon so oft) danebengelegen ist, können wir die Verantwortliche nicht mehr zu Rate ziehen.
"Wir werden einander viel verzeihen müssen."
Aber heute könnten wir uns an dem noch verbliebenen Baum festkleben aus dem Protest, dass die Menschheit von demselben herabgestiegen ist.
Tja, wären wir damals nur oben geblieben.