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AW: Das Ende der Chinesen Europas?
Bei den ganzen WRL-Änderungen habe ich inzwischen ziemlich den Überblick verloren, aber ich denke, im Zuge von Corona und der Umstellung von World Tour auf WTT Series sind so viele Turniere verloren gegangen, dass die Rangliste im Moment nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Meines Wissens waren ja z.B. ursprünglich vier Grand Smashes im Jahr geplant, zurzeit gibt es nur eines.
Über den Niedergang der deutschen Herren wurde ja schon vor Jahren einiges geschrieben. Zwischen 2014 und 2016 zweimal die EM und einmal die Europaspiele nicht gewonnen, WM-Vorrundenaus, bei Olympia "nur" Bronze ... aber dann sind Boll und Ovtcharov noch mal stark zurückgekommen, und in der Zeit konnten vor allem Qiu und Franziska aufschließen (bzw. sogar vorbeiziehen), sodass die Situation immer noch nicht schlecht ist, wie die letzten Team-Ergebnisse zeigen (z.B. WM-Silber selbst mit der B-Mannschaft, auch wenn die Gruppenphase knifflig war).
Die Lücke zu China ist aber wohl etwas größer geworden, wobei ich auch China nicht mehr so stark sehe wie noch vor ein paar Jahren (wenn alle anderen noch stärker abbauen als China, ist China aber eben immer noch Dauerfavorit). Bei Japan und Südkorea bin ich mir nicht sicher, aber auch dort haben langjährige Stars wie Mizutani und Niwa aufgehört, sodass Japan jetzt mit Harimoto nur noch einen Spieler in den Top 25 hat. Hinter China ist das Feld womöglich heterogener geworden und dichter zusammengerückt (Frankreich, Schweden und Taiwan sind zum Beispiel gefährlicher).
In anderen Worten, Deutschland hat auch in den nächsten Jahren das Potenzial, europäische Gold- und internationale Silbermedaillen zu gewinnen, aber das wird zunehmend schwierig werden.
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