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Alt 09.07.2023, 15:34
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AW: Butterfly Liu Shiwen

Zitat:
Zitat von Alisko Beitrag anzeigen
Ja bitte, mich würde es interessieren!
So ... seitdem die Saison vorbei ist, habe ich das Innerforce ALC getestet. Die Beläge sind die gleichen geblieben.

Bisheriges Setup:
BTY Liu Shiwen ZLF (ST)
VH: Evolution EL-D 1,9/2,0
RH: Evolution FX-P 1,9/2,0

Test-Setup:
BTY Innerforce ALC (ST)
VH: Evolution EL-D 1,9/2,0
RH: Evolution FX-P 1,9/2,0

Das Innerforce ALC habe ich mir auf 88 Gramm auswiegen lassen. Inkl. der Beläge wiegt der Schläger 188 Gramm und damit genauso viel wie mein bisheriges Setup. Das macht den Umstieg natürlich leichter.
Das Innerforce ALC liegt gut in der Hand, fühlt sich jedoch etwas anders an. Vielleicht einfach, weil es noch neu ist/war.

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Zum Spielsystem:
- offensives Spielsystem mit meist weicher Eröffnung sowohl auf VH und RH-Seite
- Nachgehen mit härteren VH-Topspins
- RH ist im offenen Spiel deutlich passiver und versuche über (aktive) Blocks so zu platzieren, dass ich danach wieder die VH einsetzen kann
- wenn der Gegner zuerst eröffnet, ebenfalls über Platzierung und Blocks versuchen die VH ins Spiel zu bekommen
- trainiere derzeit die RH aktiver ins Spiel zu integrieren, klappt bisher aber eher nur in Übungen
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Zum Vergleich der Hölzer:

Vorab ist zu erwähnen, dass ich keine bahnbrechenden Beobachtungen machen konnte und alles im erwarteten Bereich liegt.

Kurz-Kurz:

Im Kurz-Kurz Spiel sind mir tatsächlich kaum Unterschiede aufgefallen. Schupfen klappt mit beiden Hölzern gut. Lange, schnelle & aggressive Schupfbälle haben mit dem IF ALC aufgrund des flacheren Ballabsprungs besser geklappt und kann diese besser platzieren als mit dem LSW.

Gegen Seitschnitt-Aufschläge ist mir insbesondere auf der RH-Seite aufgefallen, dass das IF ALC in Bezug auf den Schlägerwinkel fehleranfälliger ist und der Ball eher mal daneben geht, wenn man den Seitschnitt falsch einschätzt. Da konnte man mit dem LSW eher mal "ungefähr" reinhalten und der Ball ging noch auf den Tisch. Hier muss das IF ALC aktiver gespielt werden oder man wird bestraft.

Topspin gegen Block:
Hier fällt direkt auf, dass das IF ALC ein gutes Stück mehr Temporeserven (ca. 10%) hat und man einfach tempoorientierte Topspins mit VH und RH ziehen kann. Das Anschlaggefühl ist aufgrund der Carbonschicht deutlich direkter, was mir sehr gefällt. Das LSW vibriert hier deutlich mehr. Die etwas höhere Grundgeschwindikeit gibt mir auch mehr Kontrolle, da ich nicht mehr so viel Kraft einsetzen muss, um meine Wunschgeschwindigkeit zu erreichen. Beim LSW musste ich mir zT den Arm ausreißen um diese Geschwindigkeit zu erreichen. Das geht natürlich auf die Kontrolle.

Topspin gegen Unterschnitt:

Hier fällt der flache Ballabsprung des IF ALC im Vergleich zum LSW am meisten auf und ich brauchte ein paar Einheiten, um den TS auf US gut hinzubekommen.
Beim IF ALC springt der Ball zwar flacher ab, aber (aufgrund des höheren Grundtempos?) bekomme ich mit dem IF ALC die TS näher an die Grundlinie.
Zudem fiel es mir mit dem IF ALC "deutlich" leichter harte TS auf US zu ziehen. Die Quote ist zwar immer noch nicht gut, aber mit dem LSW war das für mich quasi nicht möglich. Aber auch mit dem IF ALC ist das keiner meiner Paradeschläge. Entweder muss ich hier noch mehr Training investieren oder ich bleibe einfach bei der weichen Eröffnung.

Ich habe das Gefühl, dass ich mit dem LSW beim TS gegen US mehr Schnitt erzeugen konnte, aber nicht die gleiche Länge in den Ball bekommen habe. Die Flugkurve war bei meiner TS-Ausführung gegen US im Vergleich zum IF ALC eher einer Bogenlampe.

Topspin gegen Topspin:

Ja, das ist einfach Wahnsinn, was so eine Carbonschicht ausmacht. Topspin gegen Topspin war nie meine Stärke und ich war immer etwas neidisch wie meine Trainingskollegen sich 5-6 Topspins aus der Halbdistanz "zugespielt" haben. Mit dem IF ALC hatte ich sofort ein gutes Gefühl und kann mittlerweile mit denen TS gegen TS einspielen und bin nicht mal mehr der schlechteteste unter uns.
Man bekommt ein viel besseres Feedback durch den direkteren Anschlag und da das Tempo etwas höher ist, kann man die Bewegung kontrollierter ausführen.
Beim LSW hatte ich immer Probleme mit den Vibrationen und mit der "Temposteuerung". Ich hatte das Gefühl, dass bei gleicher Schlaggeschwindigkeit, mal ein moderater TS und mal ein sehr schneller TS herauskam. Das hat sicherlich mit dem Balltreffpunkt zu tun, aber ich konnte dieses "Phänomen" nie kontrollieren.

Block:

Auch hier sind aus meiner Sicht die Unterschiede nicht sehr groß. Blocken klappt mit beiden Hölzern sehr gut. Durch die die unterschiedlichen Holz-Eigenschaften sind dennoch Unterschiede zu erkennen.

Mit dem IF ALC kann man aufgrund des flacheren Absprungs leichter aktive Blocks spielen und man bekommt ein gutes Tempo und eine gute Länge in den Block. Der direkte Anschlag gibt ein gutes Feedback.
Jedoch ist der Block (Gerade in Notsituationen) etwas fehleranfälliger. Wenn man nicht ganz so gut steht, geht der Ball auch gerne mal über den Tisch. Oder wenn man den Arm streckt, weil man zu langsam ist, und neben dem Körper blocken muss, geht der Ball gerne mal rüber.

Beim LSW gingen aktive Blocks zwar auch sehr gut, aber nicht so einfach wie beim IF ALC. Dafür hat das LSW das Tempo des Gegners leichter absorbiert und man konnte einfach das Tempo herausnehmen. Das war in Notsituationen sehr vorteilhaft oder wenn man beim Block gerne mit Tempowechseln arbeitet. Hier würde ich das LSW bevorzugen.

Aufschlag:
Hier ist mir kaum etwas aufgefallen. Die Qualität meiner Aufschläge ist gleich geblieben und folglich auch mit dem IF ALC ausbaufähig.
Mit dem LSW konnte ich vielleicht ein wenig mehr Schnitt erzeugen.


In Kürze:

IF ALC im Vergleich zum LSW:

- höheres Tempo, aber nicht extrem mehr
- spürbarer flacherer Ballabsprung
- direkteres Gefühl, weniger Vibrationen
- ein bisschen fehlerfanfälliger und zwingt mich gerade über den Tisch aktiver zu spielen anstatt hinzuhalten
- in Notsituationen weniger fehlerverzeihend
- subjetives Gefühl mit dem LSW bei Aufschlag und weicher Eröffnung mehr Spin erzeugen zu können
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Life’s real failure is when you do not realize how close you were to success when you gave up.
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