
11.07.2023, 05:35
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Foren-Stammgast 2000
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AW: Die Entwicklung der Energiepreise und was sie mit unserer Wirtschaft machen könnte.
Die verblüffende deutsche Strombilanz nach dem Atomausstieg:
https://www.focus.de/klima/analyse/d...b-global-de-DE
Zitat:
Kann Deutschland sich noch selbst mit Strom versorgen?
Ja. Die Rechnung ist einfach: Die benötigte Leistung, die Deutschland braucht, um sicher über die Runden zu kommen, liegt je nach Tages- und Nachtzeit zwischen 40 und 65 Gigawatt. Alleine die sogenannte „gesicherte Kraftwerksleistung“, also die Summe der Stromerzeugung ohne die fluktuierenden erneuerbaren Quellen, liegt bei 90 Gigawatt. Solar- und Windstrom kommen dann noch obendrauf.
Aber warum importieren wir dann massenhaft Atomstrom aus Frankreich?
Tatsächlich ändert sich im Sommer die Lage: In den Monaten Juni und Juli wird Deutschland oft zum Nettoimporteur, kauft vor allem Atomstrom aus Frankreich an, Wasserkraft-Strom aus der Schweiz, Erneuerbare Energien aus Dänemark. Das war schon vor dem bundesdeutschen Atomausstieg so. Dabei ist in den Sommermonaten der Stromverbrauch traditionell am niedrigsten und die Solarenergie kann verlässlich liefern. Warum dann also der massenhafte Import?
Anders formuliert: Wenn es billiger ist, den Strom im Ausland einzukaufen als die heimischen Kraftwerke anzuwerfen, dann kaufen die Akteure auf dem deutschen Markt eben den Importstrom. Im Sommer ist zum Beispiel der französische Atomstrom günstig, weil sich Kernkraftwerke nur schwer drosseln lassen und somit gewissermaßen „zu viel“ Strom produzieren. Die Konsequenz sind Dumping-Preise, mit denen ein deutsches Kohlekraftwerk nicht mehr mithalten kann. Das ist billiger für die Verbraucher - und besser fürs Klima.
Ist der deutsche Strommix schmutziger geworden seit dem Atomausstieg?
Tatsächlich nein. In den Monaten Mai und Juni wurde in Deutschland so wenig Strom aus fossilen Quellen erzeugt wie seit Jahren nicht - nur im Frühjahr 2020, als Deutschland im Corona-Lockdown war, wurde weniger produziert. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 ging die Produktion aus Braun- und Steinkohle in diesem Halbjahr um 21 bzw. 23 Prozent zurück, teilte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme mit. Ein Trend, der den ganzen Kontinent erfasst: „Europaweit ist die fossile Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2023 um 93 Terawattstunden niedriger als im ersten Halbjahr 2022 und auf dem niedrigsten Stand, seit wir Daten haben“, sagt Burger.
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