Einzelnen Beitrag anzeigen
  #2667  
Alt 11.07.2023, 12:58
Noppenzar Noppenzar ist offline
registrierter Besucher
Foren-Urgestein - Master of discussion **
 
Registriert seit: 08.04.2008
Alter: 49
Beiträge: 8.312
Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Sunny side up - Klimaerwärmung oder doch nicht?

Zitat:
Zitat von Schrottkopf Beitrag anzeigen
Wann soll es diese sagenumwobenen Zeiten mal gegeben haben? Hast du mal eine Industriestromrechnung gesehen, aus welchen Bestandteilen sich die zusammensetzt?

Aber um auf die Frage zu antworten: vermutlich ja, das sich die PV dann immer noch rechnen würde.



Wo hast du das denn wieder gelesen? Egal welchen Gegenstand du als Unternehmen kaufst, kannst du ihn (zumindest solange es sich nicht um einen hundertprozentig sinnlosen Kauf handelt, der überhaupt nichts mit der Firma zu tun hat) zu 100% abschreiben. Dabei orientiert sich die Dauer der Abschreibung an der Lebensdauer - AfA ist ja nicht umsonst die Abkürzung für 'Absetzung für Abnutzung'. Wenn dir der Staat eine kürzere AfA-Dauer zugesteht, um bestimmte Investitionen zu unterstützen, heißt das zwar, dass du im ersten Moment weniger Steuern zahlst - aber irgendwann ist halt die AfA aufgebraucht und dann zahlst du dementsprechend später mehr Steuern.
100% bleiben halt 100%, egal über welchen Zeitraum du sie verteilst.

Daraus eine Subvention zu machen, ist schon etwas realitätsfern...

Sorry, du musst mich nicht hochnäsig über das belehren, was ich mal gelernt habe ;-)

Du weisst doch selbst, dass es bei Solar unter bestimmten Bedingungen subventionierte AfA Modelle gibt. Inwieweit sie auf dich zutreffen kann ich nicht beurteilen. Du kannst degressiv abschreiben, dann gibt es die Investionsabschreibung von 40% im erstem Jahr und zusätzlich nochmal 20% in den ersten 4 Jahren.

Der Staat nutzt traditionell diesen Hebel, um politisch gewünschte Investitionen zu subventionieren.

Siehe die ganzen Ostabschreibungen in den 90ern. Da konntest du auf Immos im ersten Jahr 50% und im.zweiten 25% abschreiben.

Auch ein KFZ ist nicht nach 5 oder 6Jahren wertlos. Ebensowenig viele Maschinen oder Ladeneinrichtungen, die auf 10 Jahre abgeschrieben werden. Selbst im Fussball ist die Allianz Arena 2030 nicht wertlos, obwohl abgeschrieben. Auch ein Lewandowski nicht, der voll abgeschrieben war. Selbst die AKW waren alle längst abgeschrieben, was sie so profitabel machte.

Übrigens alles gute Modelle zur Förderung der Wirtschaft. Und halt eine politische Lenkungsmöglichkeit. Oft auch sehr gut, manchmal halt nicht, siehe Ostimmos.

Zum Strompreis: ich habe nicht vom Industriestrom gesprochen. Der ist staatlich subventioniert und betrifft die wenigsten Betriebe. Es geht rein um die Selbstversorgung. Und da dürfte bei Firmen im.Schichtbetrieb (zumindest Früh und Spät, Nacht ist irrelevant dafür) nahezu 100% der gewonnenen Energie in den Eigenverbrauch fließen.

Und da war meine Aussage halt ganz simpel, dass diejenigen am meisten vom Solar profitieren, die entsprechende Flächen haben, sei es nun Dach oder Feld und Wiese drumherum.

Ich sehe hier eine massive politische Fehlsteuerung, die zwar lokale Leuchtturmprojekte fördert, aber wenig Anreiz für die Masse bietet nun jedes Haus mit Solar zu bestücken. Selbst die großen Wohnungsvermieter halten sich damit auffallend zurück. Auf einem großen Flachdach mit entsprechender Statik oder auf der Wiese ist das halt schnell installiert. In den ganzen 60er Jahre Siedlungen gestaltet sich das halt deutlich komplizierter.

Was mir zusätzlich noch in der Diskussion zu kurz kommt sind die Solarfolien für Hausfassaden. Da gibt es rasende Entwicklungen und die belegbare Fläche in qm ist erheblich größer als auf dem Dach.

Problem sind einfach die als Vermieter kaum amortisierbaren Kosten. Bis auf wenige Großstädte mit massivem Wohnungsmangel bekommst du das einfach nicht umgelegt.

Insofern sehe ich den Weg zum Ziel, soviel Solar wie möglich zu installieren, nicht als optimal an.

Und man sieht es hier, wenn man vom Hügel auf die Stadt/Industriegebiete schaut. Es boomt bei der produzierenden Industrie mit viel Fläche, überall woanders stockt es massiv.

Dafür sieht man dann genau umgekehrt, wenn mam durch die Straßen fährt, einen regelrechten Wärmepumpenhype. Und, das ist besonders lustig, sehr viele Wallboxen, wo gar kein E-Auto steht. Aber die hat ja auch zu 90% der Staat bezahlt.

Ebenso beim E-Auto. Ziemlicher Stillstand. Der Markt für Firmenwagen ist, bis auf die Leasingausläufer und dadurch bedingten Neukäufe, relativ tot. Auch der Hausfrauen-Zweitwagenmarkt ist gesättigt. Wer massiv kauft und damit die Statistiken verfälscht ist der Öffentliche Dienst. Die und 2-3 Firmen leasen zusammen mehr E-Bikes als die ganze restliche Stadt. Dazu haben die Stadtwerke zwar 16 Ladestationen neu installiert, aber gleichzeitig den Preis massiv angehoben. Sucht man einen Kurzzeitparkplatz und keine Politesse ist in Sichweite, dort wird man fündig...

Ich weiß, dass meine Vorschläge oft um die Ecke gedacht sind und nie einer politischen Linie nachlaufen. Das ist aber ein großer Unterschied wie man sich dann selbst auf die gegebenen politischen Vorgaben einrichtet.

Und da ist mir zuviel Heuchelei in der Gesellschaft.
Mit Zitat antworten