AW: Beirat beschließt uneingeschränkte Spielberechtigung für Nachwuchs bei den Erwachsenen
Mit Blick auf die Hessenliga J19 bin ich gespannt, wie sich die Liga entwickelt.
Stand jetzt, halte ich es für einen "normalen" Verein nicht mehr erstrebenswert, dort zu spielen. Die Rekrutierungspraxis mancher Vereine lassen darauf schließen, dass sie mit einer B-Mannschaft antreten und nur wenn es wichtig wird, die A-Mannschaft eingewechselt wird. Da es keine Mindesteinsätze gibt, kann sein, dass einige "Stars" erst bei weiterführenden Meisterschaften oder nur in Topspielen eingreifen. Dadurch ist Hessen zwar auf nationaler Ebene bei Nachwuchs-Mannschaftsmeisterschaften konkurrenzfähig, was die oberen Plätze angeht. Ich stelle mir nur die Frage, ob es das wert ist? Wenn Spieler bei den Herren in ihren Clubs bleiben und dann aus BaWü/ Bayern/ Nordhessen für die Nachwuchsspielberechtigung zusammengeholt werden (und vermutlich keinen Tag in dem Verein trainieren, für den sie ggf. starten werden). Was macht das motivatorisch mit den Spielern, die in der Saison spielen und dann im entscheidenden Moment ausgewechselt werden? Haben die jungen Stars überhaupt Bock, bei einer DMM auf einmal Jugend zu spielen, wenn sie sonst schon höherklassig Herren spielen? Oder geht es hier eher um das Ego von Vereinsfunktionären? Was macht das mit den "normalen" Mannschaften in der HL, wenn sie nur Randfiguren in strategischen Rochaden sind? Was bedeutet das für die DMM, denen in den letzten Jahren schon die Atmosphäre und Authentizität immer mehr verloren gegangen ist, seit dem dort keine Vereine im Sinne von gewachsenen Strukturen mehr spielen? Was sind Titel und Topplatzierungen dort noch wert, wenn das nicht gemeinsam im Training und mit Gruppendynamik erreicht wird - sondern nur noch strategisch im Hintergrund organisiert wird? Mal ehrlich, das ist doch nur Spielerei von Erwachsenen im Hintergrund. Setzen, Sechs, Sinn verfehlt.
Mein Fazit ist, dass für Vereine mit eigener Jugendarbeit die HL unter diesen Bedingungen keine erstrebenswerte Liga mehr ist. Dann ist eher die VL das Ziel vor dem Wechsel zu den Aktiven. Das sollte für die Entwicklung besser sein, als die Demotivationsaspekte durch den SBE-Wildwuchs. Konnte man nicht wirklich ahnen, dass das so krass kommt. Man hätte dem aber auch vorsorglich ein wenig durch Mindesteinsätze in der Ligaphase für das Mitwirken auf weiterführender Ebene entgegenwirken können.
Vielleicht sehe ich das aber auch zu pessimistisch und Spieler mit über 2.200 TTR kommen regelmäßig einige 100km zu Ligaspielen gegen normale HL-Spieler mit 1.500-1.700 TTR, weil sie Lust auf diese sportliche Herausforderung haben.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad
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