Einzelnen Beitrag anzeigen
  #2393  
Alt 25.08.2023, 23:42
Benutzerbild von xxxhunterxxx
xxxhunterxxx xxxhunterxxx ist offline
registrierter Besucher
Foren-Stammgast 1000
 
Registriert seit: 12.10.2006
Ort: nähe Aschaffenburg
Alter: 36
Beiträge: 1.454
xxxhunterxxx ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Die Entwicklung der Energiepreise und was sie mit unserer Wirtschaft machen könnte.

Zitat:
Zitat von Frei statt Bayern Beitrag anzeigen
Wir reden von zwei Dingen, den Export und den Import und daraus entstehende *Kosten*!

Dazu sollte jeder wissen, dass ab jetzt unsere selbst produzierte PV Leistung wohin geht? Richtig, schon aufgrund der Jahreszeit *nach unten!*

Es bleibt bei allem nur zwei Fragen:
Zahlen wir, wie Bild berichtet 340 Millionen Euro im Juli 2023 drauf für Importstrom?
Oder lügt Bild? Dann bitte ich um ordentliche Gegenrechnung!

Und als Abschlussfrage:
Wer wird diese 340 Millionen Euro aufbringen müssen und worüber wird dies umgesetzt?
Komplexes Thema:
Fakt ist, dass Deutschland in den letzten Jahren Exportüberschüsse in Milliarden * auf dem Strommarkt gemacht hat.
Es stimmt aber auch, dass diese noch viel höher sein könnten. Deutschland verkauft nämlich in der Tat den Strom meistens günstiger, als die jeweiligen Großhandelspreise sind. Dies liegt unter anderem daran, dass Deutschland zu manchen Zeiten zu viel Strom produziert und aktuell noch nicht genug Speicherkapazität hat oder der Strom auch nicht in den Süden Deutschlands transportiert werden kann.
Aber der Zusammenhang von dem Bild Artikel mit der Abschaltung der Atomkraftwerke stimmt einfach nicht. Das Problem gab es auch schon vorher häufig. Es stimmt zwar, dass die Exportüberschüsse ab April zurückgegangen sind, aber selbst wenn man von den letztjährigen Export-Überschüssen die Produktions-Kapazität der drei abgeschalteten Atomkraftwerke abziehen würde, würde man immer noch einen Gesamt-Nettoüberschuss haben.

Einen der günstigsten Strompreise hat übrigens Spanien, aufgrund einer Sonderregelung bei der Bildung des Großhandelspreises (hier gilt nicht der teuerste Erzeuger). Und Frankreich ist günstiger, weil die Versorger günstige Strompreise per Gesetz auferlegt bekommen hat. Der größte Versorger ist daraufhin insolvent gegangen und wird jetzt von Steuergeldern am Leben gehalten und der Strompreis dadurch subventioniert (überspitzt formuliert).

Zu deiner Frage ob wir 340 Millionen * draufzahlen?
Nein tun wir nicht. Wir haben den Strom ja benötigt. Hätten wir ihn nicht im Ausland eingekauft oder einkaufen können, wäre zur Not Gas oder Kohle in einen unserer Reservekraftwerke verfeuert worden. Wir hätten die 340 Millionen * oder sogar mehr dann auch bezahlt, das Geld wäre dann halt im Inland geblieben.
Ist ein Import schlimm? Nein. Wir importieren oder importierten ja auch fast unser gesamtes Öl, Uran, Gas oder was auch immer. Da beschwert sich auch keiner dass wir einen Riesen Importüberschuss haben?

Das soll es als kleiner Exkurs in das Thema gewesen sein, ich halte mich ab jetzt wieder zurück. Ich bin übrigens für die Einführung eines Industriestrompreises (Übergangsweise). Aktuell sind wir natürlich nicht mit den USA und China beim Strompreis wettbewerbsfähig, aber für einen Zeitraum von 10 Jahren sehe ich es
Positiver.

Übrigens sind die Seiten der Bundesnetzagentur oder des Statistischen Bundesamtes top aufbereitet. Dort kann man live und täglich die aktuelle Stromproduktion verfolgen und auch den Strommix und wie viel importiert oder exportiert wird.
__________________
http://fc-hoesbach.de/

Geändert von xxxhunterxxx (26.08.2023 um 07:37 Uhr)
Mit Zitat antworten