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Alt 27.08.2023, 07:05
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Die Entwicklung der Energiepreise und was sie mit unserer Wirtschaft machen könnte.

Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Interessanterweise versuchen die USA, die Chinesen, die EU, die Schweizer, usw. ihre Währungen zu drücken. So sehr sind die offenbar nicht an einer sehr starken Währung interessiert.
Die USA haben die "Quittung" dafür durch massivst steigende Löhne bekommen. Massive Abwanderung von den "demokratischen" in die "republikanischen" Staaten. China hat dieselben Probleme, die Menschen wollen ein Stück vom Kuchen und die Löhne haben massivst angezogen. Noch nie war in beiden Staaten die soziale Schere so weit auseinander. Die Anzahl der "Superreichen" und deren Vermögenszuwachs ist explodiert.

Die Schweiz ist ein ganz anderer Fall. Nach Außen tut man so, als ob man die Währung schwächen will, faktisch lässt man es seit 20 Jahren mehr oder minder laufen. Und die Bevölkerung, frag JanMove, ist damit sicher nicht sonderlich unglücklich.

Bei den USA und China kommt noch hinzu, dass die Bevölkerung seit jeher in Sachwerten "spart". Infaltionsgeschützt. Ist beim Italiener, Türken, Inder usw. genauso.

Schwache Währungen schwächen langfristig immer die Binnenkonjuktur. Gerade und vor allem bei Staaten, die nahezu alle Rohstoffe importieren müssen.

Zum Wohlstand/Ertrag diesbezüglich:

Nirgendwo in Europa ist die Dichte an deutschen Luxusautomobilen so hoch wie in der Schweiz. Kein Volk unternimmt so viele teure Fernreisen wie die Schweizer.

Das zweite Beispiel wäre die Fussball Bundesliga. Eine um 30% aufgewertete DM hätte den Kane-Deal (Gesamtvolumem 200+) um 60 Mio verbilligt. Selbst der Inlandsfernsehdeal würde um 30% aufgewertet. Ohne dass Sky und DAZN eine "DM" mehr nehmen müssten.

Bayern (Hoeneß) hat beim Bau der AA damals den Kredit in Schweizer Franken abgeschlossen, in der Fehlannahme, dass der Euro massiv steigt. Das Gegenteil trat ein und Bayern hat sich dann einerseits mit 20+ Mio aus dem Kredit rausgekauft und später dann mittels drittem Investor den Kredit komplett abgetragen.

Noch ein Beispiel:

Die Fachkräftezuwanderung. Zuwanderer schicken traditionell viel Geld in die Heimat. Volkswirtschaftlich durch den Kapitalabfluss immer schon ein Problem. Aber Deutschland war zu DM Zeiten für Ausländer das gelobte Land. Hier auf dem Bau geschuftet, in der Heimat ein Haus gebaut. Oder den Eltern die Rente bezahlt.

Das kann man auch 1:1 auf Kapital von Hochvermögenden übertragen. Man parkte sein Geld gerne bei deutschen Banken. Hohe Zinsen in starker Währung. Bundesanleihen zu 6, 8 oder 10% waren in den 80ern mal eine der beliebtesten Geldanlagen. Ebenso Anleihen deutscher Großkonzerne.

Man darf nie vergessen, dass der Euro der Preis an Frankreich für die deutsche Einheit war. Das ist geschichtlich verbrieft und Kohl musste die Kröte von Mitterand schlucken.

Das Thema "Euro" wird in der Öffentlichkeit seit Jahren verschwiegen, trotzdem ist es ein Hauptgrund für die wirtschaftlichen Herausforderungen der aktuellen Zeit.

Letztendlich liegt darin ja auch der eigentliche Ursprung der AFD durch Bernd Lucke.

Flapsig hat es gegenüber mir mal ein Edeka Kaufmann vor 10 Jahren beschrieben, als ich ihn auf die massiven Preissteigerungen beim Obst ansprach. "Tja, die Zucchini und die Orange werden halt jetzt in Euro importiert und nicht mehr in Lira oder Peseten".

Ich formuliere das, bezogen auf die hohen Gas-/Benzinpreis um: "wir bezahlen die halt jetzt mit Euro und nicht mehr mit DM".

Geändert von Noppenzar (27.08.2023 um 07:08 Uhr)
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