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Alt 05.12.2004, 10:50
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AW: Was soll ich machen: Spieler spielt "stoned"

Zitat:
Zitat von way2slow
Ich kann mich meinen Vorrednern größtenteils nur anschließen. Wenn einer meiner Jugendlichen berauscht wäre, sollen ihn die Eltern abholen. Wobei man heutzutage leider davon ausgehen muß, daß entweder nur ein Anrufbeantworter rangeht, oder die Eltern selber bekifft sind ;-)
Die Eltern unserer Jugendlichen sind nicht so, es ist bei einigen zwar richtig, dass der Anrufbeantworter rangeht, doch kann man auch da eine Nachricht hinterlassen und dann melden sie sich auch.
Ob es gut ist mit den Eltern zu reden, kann ich nicht entscheiden. Es gibt einige Gründe dafür und andere dagegen.

Zitat:
Zitat von way2slow
Auf jeden Fall kommt er weg von der Platte, ist doch logisch. Drogen und Sport - soweit kommt's bei mir noch.
Wenn er so angeturnt war, frage ich mich warum er denn an den Tisch gekommen ist. Hierbei ist zu beachten, dass es nicht nur um das Wohlbefinden des Jugendlichen, sondern auch um die Verantwortung die er gegenüber der mannschaft hat geht.
Drogen sind im Sport sehr verbreitet häufig hört man Berichte über Doping. Nach dem Einzel trifft man sich vor der Halle zu einer Zigarette und nach dem Punktspiel sitzt man beim Bier zusammen. Einige trinken vor dem Spiel ein Bier um sich zu beruhigen. Sport hat auch eine gesellige Funktion. Beim Training gehe ich auch raus um mit den Rauchern zu quatschen, ich selbst rauche nicht. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb ich nie Hasch geraucht habe. Das mit den Keksen kannten wir zum Glück damals noch nicht. Aber echte Sportler sollen ja auch auf ihre Ernährung achten. Beim Bier danach habe ich selten nein gesagt, wobei ich immer meinen Führerschein behalten wollte. Auch gibt es Anlässe, die es zu feiern gilt, dass finde ich sehr wichtig.

Zitat:
Zitat von way2slow
Ich würde mit dem Jugendlichen auch gar nicht groß reden, da es nicht meine Aufgabe ist, die Erziehungsberechtigten zu ersetzen. Gibt es für sowa nicht auch Einrichtungen?
Die Frage hat sich mir bisher nicht gestellt. Keiner unserer Jugendlichen raucht in meinem Beisein, bei den jetzigen glaube ich sogar, dass keiner raucht. Ihnen fällt aber schon auf, wenn dies bei anderen Vereinen, die aber die Ausnahme sind geschieht. Unsere Jugendlichen bauen eher Rauchbomben oder Kartoffelkanonen oder laufen im Internet um Garagen rum und schießen Leute tot. Früher habe ich häufig das Lied "The End" von den Doors gehört, in dem es hieß:"Father, I want to kill you. Mother I want to die."
Nun habe ich meinen Vater nicht umgebracht, dazu brauchte er, der nach langen Qualen infolge starken Nikotin- und Alkoholkonsums starb, mich nicht.

Ich denke, dass es wichtig ist mit den Jugendlichen zu reden. Das Ziel der Jugendarbeit, ist für mich weniger erfolgreiche Spieler zu formen, sondern vielmehr, den Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, dieser doch manchmal so schwierigen Welt eine Zeitlang zu entfliehen und Verhalten zu üben, die geeignet sind sich in dieser Welt zurecht zufinden. Am Tisch geht es dann nur noch darum, wie der Ball gespielt wird, dass der Gegner den Fehler macht. Dies ist eine klare Aufgabe, die zum Glück aber manchmal so schwierig umzusetzen ist. Das ist gut so, denn sonst würde es ja langweilig. Die Langweile ist häufig aber Ursache von Drogenmissbrauch und Gewalt.
Ich sehe es auch nicht als meine Aufgabe, die Erziehungsberechtigten zu ersetzen. Ich möchte Angebote schaffen, die den Jugendlichen einen Halt geben und ihnen zeigen, wie schön das Leben sein kann und dass es Wege gibt mit Rückschlägen fertig zu werden. Im Sport geschieht dies nicht, indem man sich über die Gegner oder sonstige Umstände beklagt, sondern in dem man an seinen Fehlern arbeitet und seine Erfolge feiert. Ich sehe mich weniger als Trainer, da ich eine miserable Technik habe, sondern mehr als Betreuer. Wenn ein Jugendlicher mir zeigt, dass er Probleme hat, dann kann ich nicht sagen, dass ich nicht zuständig dafür bin. Sicher gibt es Einrichtungen, die sich gegen Drogenmissbrauch einsetzen. Doch ist die Frage ob seitens der Jugendlichen die Notwendigkeit gesehen wird sie aufzusuchen.
Wie gesagt habe ich von den meisten Fragen keine Ahnung, ich bin kein Techniker, kein Psychologe, kein Arzt, kein Seelsorger auch mein Lehrerstudium habe ich nicht abgeschlossen. Doch ich fühle mich zuständig und bemühe mich zu vermitteln. Gerade wenn es schierig wird, ist es wichtig zu reden.
Gruß, Horst
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Kann man überhaupt von "Leben" sprechen, wo kein Vergnügen ist? (Erasmus von Rotterdam)

Geändert von Hogar (05.12.2004 um 11:45 Uhr)
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