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AW: Warum spielen nur wenige Profis SZLC Hölzer?
Ich kann da meinen Vorrednern nur zustimmen, möchte das Thema aber nochmal ausführlicher behandeln.
Warum spielen so viele Profis ALC und so wenige ZLC? ALC gibt einfach ein besseres Gefühl, mehr Spin, es ist einfach das bessere Gesamtpaket während (S)ZLC schon sehr spezialisiert ist (auf höheres Tempo beim frontalen Spiel, aber in so ziemlich allen anderen Kategorien ist ALC überlegen). Damit es dann nicht an Tempo mangelt, spielen viele Profis extrem harte Beläge. Plakativ gesagt ist die Kombi 42° H3, ALC beim harten Topspin auch nicht schlechter als 41° H3, SZLC. Man benötigt aber vollen Körpereinsatz, mit ZLC ist es einfacher, das Tempo zu erzeugen. Da die Profis aber vorrangig immer gut zu Ball stehen, eine hervorragende Technik haben und auch die entsprechende Physis mitbringen, ist das für sie nicht so wichtig, da nehmen sie lieber das mehr an Konstanz der ALC-Hölzer mit. Ähnlich wie Arylate-Carbon verhält sich übrigens Aramid-Carbon, das z.B. im bei Profis sehr beliebten W968 oder N301 verbaut ist, das ist vergleichbar.
Jetzt noch eine Bonusfrage: Warum spielen manche Profis trotzdem mit (S)ZLC?
Meiner Meinung nach tun das Profis dann, wenn sie ein selbst für Profis vergleichbar hartes Spiel spielen, gleichzeitig ihre Technik aber nicht gut genug ist, sie mit sehr kurzen Bewegungen spielen wollen oder die physischen Voraussetzungen für dieses harte Spiel nicht mitbringen. Schauen wir uns ein paar Beispiele an:
Lin Yun Ju: Extrem aggressiver erster Ball, Technik auch top, gleichzeitig aber geringes Körpergewicht, wodurch es seinen Schlägen im Vergleich mit einem anderen Profis wie z.B. Fan Zhendong an Härte fehlt. Das macht er durch das SZLC dann wett. Gleichzeitig ist seine Banane ein wichtiger Schlag für ihn, mit dem er immer gleich punkten will, während Fan die Banane eher spinniger spielt und dann hart nachgeht. Weil die Banane nur aus Arm und Handgelenk gespielt wird, kann Lin da natürlich so massig sein wie er will, für eine so harte Banane braucht er das SZLC. Der Nachteil ist dann, dass es ihm in längeren Ballwechseln und weiter vom Tisch an Konstanz fehlt. Wenn er gegen Fan spielt, kann man immer gut beobachten, dass Lin die meisten Punkte mit dem ersten oder zweiten Angriffsball macht, je länger der Ballwechsel aber geht, desto wahrscheinlicher ist es, dass Fan den Punkt gewinnt. Das gleiche kann man auch bei den meisten anderen Gegnern in fast jedem seiner Spiele sehen.
Tiago Apolonia Spielt die Vorhand extrem aggressiv, hat aber gleichzeitig eine sehr kurze Bewegung. Daher ZLC. Freitas hat eine sehr ähnliche Technik und im Vergleich kann man beobachten, dass Apolonia den Ball gut nah am Tisch mit einem harten Topspin entscheiden kann, während Freitas mehr Spin und Konstanz hat und Tischferner und in längeren Ballwechseln im Vorteil ist.
Patrik Franziska Wie Apolonia spielt er die Vorhand mit einer kurzen Bewegung, legt aber trotzdem viel Wert auf Härte.
Jun Mizutani spielt auch ziemlich hart (zumindest mit der Vorhand) aber sind wir mal ehrlich, seine Technik ist aus heutiger Sicht einfach miserabel. Das ZLC kompensiert das dann.
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