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Alt 17.10.2023, 09:06
Matthias1234 Matthias1234 ist offline
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AW: Fazit eines Quereinsteigers / Die Zukunft des Tischtennis

Zitat:
Zitat von TischtennisBeginner Beitrag anzeigen

Meine subjektiven negativen Erfahrungen:

1. aufdringlicher Schlägerverkauf an Neulinge


2. fehlender Spielpartner / umsonst ins Training fahren

Es muss sichergestellt werden dass diese immer einen Spielpartner haben. Unser Verein macht ein sogenanntes 10 Minuten Konzept. Jeder muss mal 10 Minuten mit einem schwachen Anfänger spielen. Und ja es funktioniert. Man braucht nur einen Trainer / Spielführer der sich einfach durchsetzt.

3. Ständiger Fokus auf die erste Mannschaft



4. Ständig für die Mannschaft anmelden wollen !


5. Kein Training für Quereinsteiger !



6. keine Trainingsmoral in den Vereinen ( keine Trainingspflicht )
Zu 1.: Ich habe es noch in keinem Verein erlebt, dass einem dort für den eigenen Profit angeraten wird sich einen neuen Schläger zuzulegen. Aber auch ich empfehle Neuanfängern sich erst einmal einen brauchbaren Schläger zuzulegen. Da das nicht jeder will, haben wir ein paar Schläger bei uns im Schrank mit alten Belägen und Hölzern der anderen Spieler. Aber ich finde es interessant, dass dir das so viel Motivation geraubt hat.

Zu 2.: Erst einmal finde ich es nicht gut, dass du hier einforderst, dass das sichergestellt sein muss. Wer soll dafür sorgen bitte? Einen Trainer haben die meisten Vereine nicht, auch aus finanziellen Gründen. Gerade in deinem alten großen Verein noch viel schwerer, weil man da ja mehrere Trainer benötigen würde. Das 10 Minuten Konzept ist schön, aber ohne Trainer auch wieder schwierig. Wenn das keiner von außen sortiert, wie machst du das dann nach den 10 min? Sagst du dem Anfänger dann "So die 10 min sind rum, such dir einen anderen Trainingspartner". Also mir wäre das unangenehm. Hinzu kommt, dass die anderen Trainierenden ja auch nicht gleich nach 10 min ihr Training unterbrechen wollen und durchwechseln möchten.
Ich finde einfach hier muss die Initiative beim Anfänger selber liegen. Er muss auf die Spieler zugehen und eben fragen, ob die besseren mit ihm trainieren. Die Besseren haben nichts von dem Training, sondern du als Anfänger, also musst du die Initiative ergreifen. Und du kannst mir glauben, dass die wenigsten beim ersten Mal nein sagen. Im besten Fall schaust du dann selber, dass du eine 10-30 min Regel durchziehst. Das heißt, du schaust nach einer gewissen Zeit selbstständig, dass durchgewechselt wird und du einen neuen Trainingspartner hast. Dann werden die auch wieder mit dir trainieren. Wenn du das nicht machst, kann es dir passieren, dass der Bessere dann in Zukunft nicht mehr so Lust hat mit dir zu trainieren, wenn er dich beim letzten Mal ewig "an der Backe hatte".

Ich glaube auch kaum, dass das Thema in anderen Sportarten großartig besser ist. Im Fussball da darfst du als Anfänger auch erst einmal mit der niedrigsten Mannschaft mittrainieren. Wobei du da als blutiger Anfänger im Erwachsenenbereich auch mal gar nicht mitmachen darfst, wenn du zu schwach bist. Klar sitzt man da nicht dumm auf der Bank rum, aber auch nur weil man in ein Gruppentraining viel leichter zu integrieren bist.

Zu 3.: Kann ich nicht viel zu sagen, weil wir im Herrenbereich keinen Trainer haben. Aber hast du in deinem alten Verein vielleicht mal nachgefragt, warum gerade die erste Mannschaft einen Trainer hat? Liegt das vielleicht daran, dass er aus Sponsorengeldern finanziert wird oder gar die Spieler den Trainer selber bezahlen. Sollte er aus den Mitgliedsbeiträgen aller finanziert werden, könntest du ja mal bei deiner Abteilungssitzung ansprechen, dass du das nicht gerechtfertigt findest.

Zu 4.: Absolut legitimer Punkt. Finde das auch nicht gut, dass jeder gleich beredet wird, in einer Mannschaft zu spielen. Das ist aber halt einfach dem geschuldet, dass die untersten Mannschaften oft Probleme haben ihre Spieler zusammen zu bekommen. Hier sollten Vereine vielleicht einfach weniger Mannschaften melden.

Zu 5.: Gibt es das denn in anderen Sportarten?
Wie stellst du dir die Umsetzung dahingehend auch vor? Holst einen Trainer, der sich nur um die Anfänger kümmert und die anderen Mitglieder gehen leer aus? Den ganzen Verein mit Trainern ausstatten geht aus Kostengründen nicht und viele haben auch einfach keine Lust zum Systemtraining. Noch eine Frage: Ab wann zählst du nicht mehr als Anfänger, sodass du aus dem Systemtraining rausfällst?
Möchtest du individuelle Förderung, musst du dir eben privat einen Trainer zulegen, wie Tennis oder Badminton auch. Reicht dir Systemtraining im Mannschaftstraining aus, musst du eben Eigeninitiative zeigen. Such dir Übungen raus, Material findest du genug. Da gibt es die Datenbank von Mytischtennis, es gibt Bücher und Übungskarteikarten etc. Dann sprichst du den Trainingspartner an, ob er dir das zuspielen würde. Auch hier sagt kaum einer Nein. Du kannst nur nicht erwarten, dass die Initiative von deinem Trainingspartner kommt.

Zu 6.: Die niedrige Trainingsmoral ist völlig normal und hat wirklich nichts mit einer Fokussierung auf die 1. Mannschaft zu tun. Wir sind ein ähnlich großer Verein wie dein alter und da ist aus auch so das vllt 20 Leute ins Training kommen und bei uns erfährt die erste Mannschaft keine Sonderbehandlung. Das kann man leider auch nicht großartig ändern. Es ist nun mal so, dass viele damit zufrieden sind Wettkämpfe zu bestreiten. Kann man nach oftmals 20 oder mehr Jahren Tischtennis aber auch verstehen oder?
Eine Trainingspflicht würde hier nur zu einem signifikantem Verlust an Mitgliedern führen. Zumal warum sollte man jemanden zum Training zwingen, wenn er trotzdem seine Leistung bringt. Worüber man diskutieren kann ist, einen Spieler aus einer niedrigeren Mannschaft spielen lassen, weil dieser trainiert und eben dadurch momentan gerade besser ist.

Fazit: Ich finde im Tischtennis kann man ziemlich gut als blutiger Anfänger noch im Erwachsenenalter anfangen. Man braucht aber halt dann die nötige Eigeninitiative. Die meisten von dir angesprochenen Punkte sind schwer zu lösen.
Aber gerade, weil man im Tischtennis auch noch spät anfangen kann, gebe ich dir dahingehend recht, dass man sich mehr um Anfänger kümmern könnte. Ein Verein in meiner Nachbarschaft bietet da zum Beispiel eine Hobbyabteilung an. Die bietet aber auch bloß freies Training für Hobbyspieler. Die motivierten Anfänger müssen dann aber auch dort den selben Weg gehen wie ohne Hobbygruppe: Nämlich mit Eigeninitiative in das Haupttraining gehen.

Geändert von Matthias1234 (17.10.2023 um 10:12 Uhr)
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