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Alt 02.11.2023, 08:08
Noppenzar Noppenzar ist offline
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Zitat:
Zitat von Glücksball Beitrag anzeigen
Zu Beratungsfirmen wurde ja schon genug geschrieben (stimme i. W. zu). Bei den relativ schnellen Wechseln im mittleren Management muss man sich die Gehaltsstrukturen in Großunternehmen anschauen. Da ist es meistens so, dass für die außertariflich vergleichsweise hoch bezahlten Kräfte nur sehr bescheidene Gehaltssteigerungen drin sind (bei mir im Unternehmen seit drei Jahren unterhalb der Inflationsrate = Reallohnverlust (ist aber Jammern auf hohem Niveau)). Über Boni ist je nach Umfeld oft auch nur wenig Zuwachs zu erreichen.
Hingegen legen die Unternehmen problemlos tolle Angebote für Neueinsteiger auf so einer Position hin. Sonst würden sie auch keine guten Kandidaten anlocken. Also ist die Strategie vieler Menschen in solchen Position inzwischen, alle 1-3 Jahre die Firma zu wechseln. Zum Schaden der Firmen, aber das Top-Management kann sich vormachen, an denen die bleiben sehr schön gespart zu haben...

Das ist im Grunde wie bei vielen anderen Dingen auch. Der "Bestand" wird vernachlässigt, Neuzugänge werden sehr hoch bewertet. Siehe Bestandskunden bei Strom und ähnlichen Geschichten.
Ich sehe bei solchen Firmen noch ein anderes Problem. Oft sind sie im Kern so gut aufgestellt, dass Phantasiezahlen, die MC K. oder der Mutterkonzern erwarten, kaum möglich sind. Man sucht nach dem Spatz auf dem Dach. Wie du sagst, wird beim Bestand gegeizt, man holt Externe oder neue Manager und die wollen halt zeigen, dass sie da sind. Irgendwas machen, egal ob sinnvoll oder nicht.

Mal ein aktuelles Beispiel:

Grohe, gehört zu Lixil. Riesige Gewinne in den letzten Jahren, ohne Mutterkonzern würde man auf riesigen Gewinnvorträgen sitzen. Jetzt läufts mal nicht so und man lässt sich monatelang vom Staat subventionieren(Kurzarbeit) und holt jetzt MC K..

Die haben allerdings mal eine gute Idee. Stellenabbau in der "Zentrale" in Düsseldorf. Einstmals nur vom Vorstand erschaffen, aus Hemer dorthin verlegt, weil den Herren das Sauerland als Wohnort nicht genehm war. Die alte Zentrale hat man zu einem Wohnhaus gemacht, dafür ist man nur mit dem Vorstand in beste Düsseldorfer Citylage gegangen. Hier gibt es dann tatsächlich Einsparpotential. Auf die Erweiterungsfläche in Hemer hat man öffentlichkeitswitrksam eine riesige Solaranlage gepackt, die angeblich 1/3 des benötigten Stroms produzieren soll.

Gewinnabführung, viel Schnickschnack für Repräsentanz, jetzt fehlen die möglichen Rücklagen.

Nur was soll ein neuer CEO, der alte ist gegangen, machen?

Die Löhne sind Tarif, Zuschläge und Benefits wurden schon vor Jahren auf das Nötigste gestrichen. Gutes Personal schon vor Jahren durch Leiharbeiter ersetzt. Die Produktion ist bis ins letzte Detail optimiert.

Alle jeweiligen Inhaber nach dem Verkauf haben klotzig verdient. Die erste Übernahme hat man selbst abbezahlt. Das war die Heuschreckendiskussion von Müntefering. Irgendwann sind sie dann bei den Japanern gelandet die auch viel rausgezogen haben.

Faktisch hat man immer klotzig verdient und könnte Gewinnvorträge in Milliardenhöhe haben. Nur ist das Geld halt weg besser gesagt ist es nicht weg, es hat ein anderer.
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