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Alt 08.01.2024, 14:18
User 1878 User 1878 ist offline
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AW: Politik - der Thread für politisch Interessierte (ab Dezember 2021)

@Abwehrtitan:
Beim Anfang gehe ich mit, dann biegst Du anders ab als ich.
Wir sind uns einig, dass gesetzlich festgelegt ist, wie das Existenzminimum berechnet wird und dass ich als Leistungsberechtigter darauf Anspruch habe. Das ist als Staat bzw Kommune der Rahmen, in dem ich mich zu bewegen habe.
Wenn nun das Nettoeinkommen von 20-25% der Vollzeitbeschäftigten ohne ergänzende Zuschüsse wie Wohngeld und einmalige Beihilfen nicht oberhalb dessen liegt, was durch das Lohnabstandsgebot zur Verfügung stehen müsste, ist etwas faul.
Unser Hauptproblem ist mE der riesengroße Niedriglohnsektor, der in den letzten dreißig Jahren weite Teile des Wohlstands hier ermöglicht hat. Leider nicht bei den Leuten in eben diesen Jobs.
Steuerfinanziert gibt es dann eben Wohngeld etc zusätzlich, damit das Paket bei DHL weiter nur 4,99 kostet oder der Haarschnitt 15,-* (weiß ich gar nicht, war ich in den letzten 35 Jahren vielleicht dreimal).
Zu allem Übel kommen die massiv gestiegenen Unterkunftskosten hinzu.

Abgesehen davon: das Gleiche ist es eben nicht, was bei Bürgergeld und Mindestlohn herauskommt. Das liegt aber eben nur an den zusätzlichen Leistungen, die mit erheblichem Aufwand beantragt werden müssen (Methode?).
Wer 40h p.W. arbeitet, sollte nicht von Ämtern abhängig sein.
Wieviel ein Haarschnitt dann wert ist, wird der Markt regeln. An den glauben doch fast alle hier im Land.
Stattdessen quasi zu sagen, dann soll der Bürgergeldempfänger eben nur Haferschleim essen, reicht ja, zahlt bei denen ein, die weiter auf das Heer der Billigarbeiter setzen wollen.

Kein Problem habe ich mit der Forderung nach verstärkter Sanktionierung bei Ablehnung zumutbarer Arbeit, auch über gemeinnützige Tätigkeiten bei Langzeitbeziehern denke ich gerne mit nach. Ich kenne aus den unseligen 1*-Jobzeiten neben viel Mist auch positive Beispiele. Menschen, die wir in der Erwachsenenbildung vermittelt/betreut haben und bei denen das ein Anschub in eine gute Richtung war.
Nur: man wird sich wundern, wie wenig das ändert. Es sind eben (s.o.) viel, viel weniger Menschen als derzeit vermutet bzw von Fox News und Republikanern, Entschuldigung Springer und Union beim Ausspielen Armer gegen noch Ärmere suggeriert wird.

Hier sind ein paar ganz gut zusammengestellte Fakten zum Bürgergeld sowohl zur Gruppe der Bezieher als auch grundsätzlichen Systematik. Ist kurz und knackig:

https://www.caritasnet.de/export/sit...geld_final.pdf

Gruß Tom

Geändert von User 1878 (08.01.2024 um 14:22 Uhr)
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