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AW: Wie kann ein Holz "spinnig" sein?!
Betrachte es mal aus der Sicht des Topspin-Balles bzw. stelle dir vor, du fliegst mit ihm mit. Dann sieht es für dich so aus, als würde die Tischplatte sich unter dir nach hinten bewegen. Diese "Bewegung" der Tischplatte ist langsamer bei langsamer Fluggeschwindigkeit und schneller bei schneller Fluggschwindigkeit. Klar. Gleichzeitig dreht sich beim Topspin auch die Unterseite des Balles nach hinten. Beim Aufkommen des Balles berühren sich dann die Oberfläche des Balles und die Oberfläche des Tisches. Je mehr sich die Geschwindigkeit des Tisches und die Geschwindigkeit der Balloberfläche bei ihrer Bewegung nach hinten angleichen, umso weniger Wechselwirkung (z.B. Reibung) entsteht am Berührpunkt. Besonders groß ist diese Wechselwirkung im Grenzfall wenn die Tischplatte die Geschwindigkeit Null hat, also man den rotierenden Ball einfach senkrecht auf eine Tischplatte fallen lässt. Dann ist die Wechselwirkung besonders hoch und der Ball springt deutlich nach vorne weg. Der Ball stößt sich praktisch ab und wandelt einen Teil seiner Rotationsenergie in Vorwärtsbewegung (Translation) um.
Beispiel Luftfahrt. Passagiermaschinen bringen vor der Landung ihre Reifen auf die gleiche Geschwindigkeit wie die Landepiste, sonst würden die Reifen durch Reibung zu heiß und platzen.
Steigert man die Fluggeschwindigkeit immer weiter bewegt sich irgendwann der Tisch schneller nach hinten, als die Unterseite des Balles. Dann bekommt man ebenfalls wieder eine Relativgeschwindigkeit zwischen beiden Berührungsflächen und somit wieder zunehmende Reibungskräfte beim Aufkommen. Ab diesem Geschwindigkeitsniveau aufwärts kriegt der Ball beim Aufkommen quasi zusätzlichen Topspin vom Tisch mitgegeben, aber dafür wird seine Fluggeschwindigkeit wieder etwas abgebremst.
Geändert von Haureinis Tango (14.01.2024 um 15:09 Uhr)
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