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Alt 29.01.2024, 17:31
Abby Sciuto Abby Sciuto ist offline
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AW: Tischtennis tötet sich selbst - Probleme im Tischtennis

Der Artikel ist schon älter, aber so aktuell, als wäre er erst gestern geschrieben worden. Drei Aspekte des Artikels sind für mich interessant:

1. "Der Sport schafft es nicht, die Begeisterung der Hobbyspieler in einen Boom zu verwandeln, die Feierabendspieler in einen Verein zu locken. Der Sport schafft es nicht, die Begeisterung der Hobbyspieler in einen Boom zu verwandeln, die Feierabendspieler in einen Verein zu locken." ----- So ist es. Und es hören immer mehr Spieler auf, die in den 90ern oder Anfang der 2000er Spaß daran hatten. Einen Patentvorschlag habe ich nicht. Außerdem gibt es immer mehr Vereine, die sich auflösen oder zusammenschließen. Ich selbst spiele in einem solchen Verein. Noch ist er (glaube ich) sogar einer der größten in Deutschland. Aber auch hier werden die Zahlen wahrscheinlich schneller heruntergehen als man denkt. Die ganzen Regeländerungen und Umstellungen haben definitiv auch nicht geholfen. Aber es ist Fakt, dass die Begeisterung für den Sport nachlässt, obwohl Tischtennis in Deutschland allgemein ein beliebter Sport. Fast jeder hat schon mal an einem Tisch gestanden.

2. "Noch spielen Boll und Ovtcharov, derzeit der beste Deutsche, zwar, doch der Verband sieht schon jetzt eine Lücke bei den Nachwuchsspielern, die spätestens 2024 zum Problem wird." ---- Jetzt haben wir tatsächlich 2024. Die beiden spielen immer noch höchstes Niveau, das wird aber nicht ewig so gehen. Man braucht im Tischtennis aber Zugpferde. Um Leute zu gewinnen, sehe ich es nicht so dramatisch, wenn die beiden aufhören. Sie werden dem Sport ohnehin erhalten bleiben. Vom Image fände ich einen Waldner für das Tischtennis und jeden Verein überhaupt einen Gewinn, unabhängig davon, ob und was er macht (Funktionär, Trainer, Gute-Laune-Bär). Aber das ist nur eine persönliche Meinung aus den 90ern. Keine Ahnung, was der GOAT von früher macht.

3. "Tischtennis wird in Deutschland heute auf drei Arten gespielt: Spitzensport, Breitensport und Hobbyspieler." ---- Deutschland zählt seit Jahren hinter China zu den besten Nationen im Tischtennis. Ich bin überzeugt, dass das auch so bleiben wird. Aber so gewinnt man keine Leute fürs Tischtennis. Es geht nur über eine Symbiose mit dem Breitensport. Und sowohl im Spitzen- als auch im Breitensport braucht es Sponsoren. Aber es darf kein Projekt wie Neu-Ulm oder einst Hanau sein, das nach kurzer Zeit wieder eingestellt wird. Es müsste langfristig angelegt und sollte neben dem Bezahlen von Spitzenspielern auch auf den Gesamtverein ausgerichtet sein (neben Nachwuchsförderung auch so etwas wie - ich nenn es mal - "Geselligkeitsförderung"). Da braucht es viele Leute im Verein, die bereit sind zu helfen und natürlich Sponsoren, die Begeisterung für den Tischtennissport zeigen. Am besten sind auch Leute mit dabei, die selbst gespielt haben oder noch aktiv sind (am besten im Verein) und Spaß daran haben, etwas mit ihrem Geld im Tischtennis zu bewegen.
Dabei ist es im Tischtennis im Vergleich zu anderen Sportarten (Handball, Eishockey - von Fußball will ich gar nicht reden) relativ günstig, Vereinen zu helfen. Das sieht man daran, dass manche Verein durch den Kauf einiger Spieler/Innen ziemlich schnell und einfach aufsteigen. Davon halte ich aber wenig bis nichts, wenn nicht auch andere Dinge wie Nachwuchs und Geselligkeit gefördert werden. Aber solche Sponsoren zu finden, die den Verein sportlich und auch "gesellschaftlich" langfristig fördern wollen und auch können, halte ich für schwierig bis sogar unmöglich.
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