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Alt 16.12.2004, 22:04
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AW: Jungen Niedersachsenliga 2004/05

So, hier mein mit Spannung erwarteter Beitrag .

Zuerst ein großes Lob an die Kakerlake, denn noch selten hat jemand in diesem Forum eine Diskussion mit einer völlig unsachlichen Aussage in so interessante Bahnen gelenkt. Und da das ganze auch nicht mit persönlichen Beleidigungen einher ging ziehe ich meinen Hut - so ich denn einen trüge - und verbeuge mich.

Hier noch einiges an Hintergrundwissen für die Forumsgemeinde:

1 EINLEITUNG

Schaben, Insektenordnung mit mindestens 3 500 Arten, zu denen auch einige bekannte Hausschädlinge gehören.
Diese Insektengruppe ist sehr alt, in 320 Millionen Jahren hat sich ihr Aussehen kaum verändert. Fossile Funde lassen darauf schließen, dass diese Tiere im Karbon, dem „Zeitalter der Schaben”, die beherrschenden Insekten waren. So wurde 2001 über den Fossilfund einer mausgroßen, 300 Millionen Jahre alten Schabe in einer Kohlengrube im US-Bundesstaat Ohio berichtet. Rund 25 Arten wurden als Kulturfolger durch den Menschen weltweit verbreitet. Zu den bekannten Schädlingen gehören die Amerikanische Großschabe, die Deutsche oder Haus-Schabe, die Küchen-, die Braunband- oder Möbel-Schabe und die Madeira-Schabe. Eine asiatische Schabe erregte Ende der achtziger Jahre in den Vereinigten Staaten Aufsehen, als sie in großer Zahl in Florida auftauchte. Anders als die verwandte Deutsche Schabe werden diese asiatische Art und die Amerikanische Großschabe vom Licht angezogen.

2 KENNZEICHEN

Schaben haben einen abgeflachten ovalen Körper. Die Länge der ausgewachsenen Tiere variiert zwischen einem Millimeter und mehr als neun Zentimetern. Sie können geflügelt oder flügellos sein; nicht alle geflügelten Arten können jedoch fliegen. Die einzelnen Arten bewohnen jeweils artspezifische Habitate, darunter abgestorbene Blätter, Bromelien, die Umgebung von Wasserfällen oder Fledermaushöhlen. Schaben sind nichtspezialisierte, ursprüngliche Insekten – ursprünglich in dem Sinn, dass die Jugendformen den adulten Insekten ähneln. Schaben sind in der Regel nachtaktiv und lichtempfindlich. Ihre Fühler und borstenförmigen Sinnesorgane lassen sie selbst kleinste Mengen von Nahrung oder Feuchtigkeit entdecken. Mit ihren Cerci oder Schwanzborsten, das sind Tastorgane am Ende des Hinterleibs, können sie minimale Luftbewegungen spüren. So vermögen Schaben innerhalb von 0,054 Sekunden vor einer möglichen Gefahr zu fliehen. Ihre Cuticula (das Außenskelett der Insekten) ist ölig, dies bewahrt sie vor Austrocknung.

3 FORTPFLANZUNG

Das Paarungsverhalten ist je nach Art unterschiedlich. Wenn die Paarungszeit der Amerikanischen Großschabe naht, produziert das Weibchen einen Duftstoff, Pheromon genannt, der Männchen anlockt. Wenn diese das Pheromon riechen, beginnen sie, mit ihren Flügeln zu schlagen und rückwärts zu laufen; schließlich treffen sie rückwärts auf ein Weibchen und paaren sich. Die Verhaltensmuster anderer Arten sind komplexer und umfassen zischende Laute, Tänzeln, Schwänzeln und Beknabbern. Die Männchen einer afrikanischen Art bilden Dominanzhierarchien, und die Weibchen paaren sich bevorzugt mit dem dominanten Männchen.

Die harten Eitaschen, Ootheken genannt, werden je nach Art unterschiedlich behandelt. Die Amerikanische Schabe legt sie rasch ab, versteckt sie und überlässt sie sich selbst. Die Deutsche Schabe trägt die Oothek außen an ihrer Legeröhre mit sich herum und legt sie erst ab, wenn das Schlüpfen unmittelbar bevorsteht. Eine Oothek enthält je nach Art 16 bis 32 Eier. Schabenarten, welche die Eitaschen mit sich tragen, weisen anscheinend ein gewisses Brutpflegeverhalten auf, denn die Nymphen bleiben oft mehrere Tage lang in der Nähe ihrer Mutter.

4 ÖKOLOGIE

Schaben sind schon aufgrund ihrer Individuenzahl wichtige Elemente von Ökosystemen. Da sie in ihren Eingeweiden viele verschiedene Bakterien und Protozoen beherbergen, können sie sich von zahlreichen Substanzen ernähren (u. a. auch von anderen Schaben). Sie spielen dadurch eine wichtige Rolle bei der raschen Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile und tierischer Fäkalien. Andererseits dienen sie vielen Tieren und manchmal sogar Menschen als Nahrung. Wohnungsschaben werden auch für Krankheitsüberträger gehalten. Bisher konnte das jedoch nicht bewiesen werden. Schaben sind ideale Labortiere, da sie leicht zu halten sind und weder stechen noch beißen.

Schaben vermehren sich rasch, sie verbreiten Schmutz, haben eine unangenehme Ausdünstung und übertragen möglicherweise Krankheiten – man hat deshalb schon viele Insektizide gegen sie eingesetzt. Gegen mehrere davon sind sie jedoch bereits resistent geworden. Man hat Versuche mit Pheromonen als „Sexköder” und mit der Sterilisierung männlicher Schaben durchgeführt, aber diese Verfahren sind bisher nicht in großem Stil einsetzbar. Für den Einsatz im Haushalt mag das Zerstäuben von Schleifmitteln wie Kieselgur, die ihre Cuticula durchdringen können, als ungiftige Alternative sinnvoll sein. Ebenso effektiv ist Borax, es wirkt sowohl abweisend als auch giftig.

Systematische Einordnung: Schaben bilden die Ordnung Blattodea. Die Amerikanische Großschabe wird lateinisch als Periplaneta americana bezeichnet, die Deutsche oder Haus-Schabe als Blatella germanica, die Küchen-Schabe als Blatta orientalis, die Braunband- oder Möbel-Schabe als Supella supellectilium, die Madeira-Schabe als Leucophaea madera, und die asiatische Art, die in den achtziger Jahren in Florida auftauchte, wird Blatella asahinai genannt.

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Soweit mein Beitrag zur Bildung; möge sich die Kakerlake selbst die passenden Zuordnungen heraussuchen und z.B. ihre Paarungsgewohnheiten überprüfen - darüber muß uns dann aber auch bitte berichtet werden .

Zum Thema: der TuS Seelze bestreitet zur Zeit seine 4. Saison in der Jungen-Niedersachsenliga, wobei sich in der Zielsetzung einiges gewandelt hat. Die erste Saison hatten wir eine Mannschaft aus Eigengewächsen, die konnten alle 4 zusammen auch bei Jugend trainiert für Olympia teilnehmen. Das war ein Idealfall in der Aufstellung Goltermann, Markmann, Sommer, Discher und hat richtig Spaß gemacht, obwohl wir nur 7. geworden sind - Patrick Discher mit der legendären Einzelbilanz von 4:45... Von diesen Spielern haben in der Saison danach alle in unseren Herrenmannschaften gespielt, Malte und Philipp sind dann gewechselt, weil Herren Bezirksliga nicht mehr die adäquate Spieklasse für sie war, die anderen beiden spielen noch heute (und trainieren regelmäßig und systematisch) in der 1. bzw. 2. Herren in Seelze. Ich könnte mir vorstellen, daß wir mit der Aussicht auf einen Platz in der Landesliga Herren mit dieser Mannschaft noch ein weiteres Jahr gespielt hätten.

Das zweite und dritte Jahr war sportlich nicht von Höhepunkten geprägt (Platz 8 von 8, Platz 9 von 12), aber wir hatten andere Erfolgserlebnisse: Patrick Discher schaffte vorne eine ausgeglichene Bilanz, alle haben erste Erlebnisse mit klassischer Musik gehabt, wir haben Spieler rausgeschmissen und reaktiviert und hatten immer Spaß dabei - und alle diese Spieler sind immer noch in Seelze aktiv (ausser dem Rausgeschmissenen), in den ersten beiden Mannschaften bzw. weiterhin in der 1. Jugend.

Im vierten Jahr haben wir immer noch viel Spaß und wir haben jetzt zwei B-Schüler in der Mannschaft, die zu den stärksten Niedersachsens gehören und zu uns gewechselt sind, um in einer hohen Spielklasse bei guter Betreuung zu spielen. Obwohl diese Spieler vorraussichtlich nicht ihre gesamte TT-Karierre beim TuS Seelze verbringen werden, bringen sie etwas für den Verein:

1. evtl (je nach Abschlußplatzierung) eine zusätzliche Spielklasse im Bereich 1. Bezirk/2. Bezirk, die wir gut gebrauchen können
2. Durch ihre Anwesenheit beim Training (freitags ist Pflicht) bringen sie auch die anderen Jugendlichen, die für den Verein auf Dauer interessant sind, als Trainingspartner und mit ihrer leistungsorientierten Einstellung nach vorne
3. macht es natürlich auch keine schlechten Schlagzeilen, wenn die Jugend des TuS Seelze in der Niedersachsenliga vorne mitspielt
4. sind das einfach nette Jungs mit engagierten Eltern

Unser Ziel ist es natürlich, auch mit den anderen Jugendlichen mal in der Niedersachsenliga aufzutauchen (ich denke mal die nächsten beiden Jahre sollten sicher sein) und diese im eigenen Verein aufzubauen. Und wenn einer zu gut wird - okay, dann muß er halt wechseln.

Zum Ende der Jugendzeit und dem Wechsel der Trainingsgewohnheiten: es kommt natürlich darauf an, was im Verein geboten wird und wie sich die Spieler der Herrenmannschaften verhalten! Bei uns wird freitags mit allen zusammen unter Anleitung eines sehr qualifizierten Trainers "Systemtraining" geboten, und da trainieren z.B. 4 von 6 aus der 1. Herren immer mit und auch zusammen mit den guten Jugendlichen. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß das in vielen Vereinen anders läuft und dann die Jugendlichen schnell ihre Einstellung zum Sport ändern (was natürlich auch bei uns passiert, wir sind ja keine Insel der Seligen).

Ich galube, daß man über die viele Fürsorge, die man in die Jugendlichen investiert, nicht vergessen darf, daß man sie nach dem Übergang zu den Erwachsenen nicht ganz alleine lassen darf.

Unbedingt kritisch sehe ich auch die zunehmende Verjüngung der Jugendligen. Ich hatte mir z.B. mit zwei B-Schülern in der Mannschaft vorgenommen, wenn es gut läuft um Platz 5 mitzuspielen. Jetzt stehen die beiden ziemlich positiv und man fragt sich schon, warum nicht noch bessere (und ältere) Jugendliche da sind und ob man sie bei den zu erwartenden Leistungssteigerungen in der nächsten Saison überhaupt noch einmal guten Gewissens in dieser Liga einsetzen kann - obwohl man mit 13 wirklich noch nicht unbedingt Herren spielen muß.

Fazit: Niedersachsenliga war für den TuS Seelze bis jetzt trotz Riesenaufwand immer eine lohnende Sache, eine Aufwertung der Jugendligen, z.B. durch die Auslobung einer höheren Spieklasse, wäre aber eine Sache, über die man nachdenken sollte - auch wenn es auf der Ebene des leitungsorientierten Sports schon lieber gesehen wird, wenn die Kids früh in Herrenmannschaften spielen - was aber wieder durch eine Aufwertung der Jugendligen geändert werden könnte...

Interessante Dinge zum Nachdenken!

Und weil es ob der Länge des Beitrages vielleicht schon wieder der ein oder andere vergessen hat:

Es lebe die Schabe!

Ingo
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Geändert von imu (16.12.2004 um 22:12 Uhr)
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