Bisher bin ich immer nur auf Einladung von Lange & Söhne nach
Frankfurt mit einem Freund per Auto gefahren.
Gestern durfte ich in der Boutique eine Uhr abholen.
Da ich natürlich sehr umweltbewusst bin (

) und meine
bessere Hälfte dabei war, sind wir mit dem Zug nach
Frankfurt gereist.
Wir waren etwas zu früh und hatten eine Stunde Zeit.
Da dachten wir, die 1.3 Kilometer in die Goethestraße können
wir auch laufen...
Wir raus aus dem Bahnhof - und wir stehen mitten in Kalkutta

Der Drogenjunkie setzt sich gerade eine Spritze.
Der Schwarzafrikaner bietet offen Drogen an.
Die Bettler stehen mitten auf der Straße und halten die Hände offen.
Meine Frau war komplett geschockt!
So schnell wie möglich sind wir ab Richtung Fußgängerzone.
In der Boutique hat man uns gesagt, dass wir auf dem Rückweg ja
ein Taxi nehmen, und keinesfalls mit den Tüten durch das
Bahnhofviertel laufen sollen.
Der Taxifahrer hat uns auf der Fahrt erzählt, was hier ab geht.
Das Viertel wäre zwar videoüberwacht und eine eigene Polizeistation
dafür zuständig, aber trotzdem praktisch ein rechtsfreier Raum.
Wenn die Polizei heute einen Dealer fest nimmt, steht er morgen
an der gleichen Stelle und verkauft wieder Drogen .
Ein Staatsanwalt winkt jedes Vergehen eh durch...
Das spricht sich rum und es kommt von außerhalb immer mehr
Gesocks in die Stadt.
Der Taxifahrer kam vor 20 Jahren aus dem Ostblock hierher und sprach
fließend deutsch.
Er war Leiter eines Restaurants und hat während Corona seinen Job
verloren.
Er wäre immer SPD-Wähler gewesen, aber das nächste mal macht er
sein Kreuz bei der Partei mit dem "A" vorne.
Er schäme sich, wenn er Leute mit dem Taxi hier durch fahren muss...
Vielleicht bin ich viel zu verwöhnt von meinem friedlichen Landleben.
Aber ich frage mich wirklich, wie man in so einer Stadt arbeiten und
sogar noch dort leben?