Zitat:
Zitat von Horasio
Sympathisches Time-Out von Team Japan. Sie lachen, coachen gemeinsam… scheint ein guter Spirit zu sein. Dagegen die verkniffene Miene von Ma Lin. Hoffe Miwa packt es.
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"Zuletzt eine Frage, die oft in unseren Seminaren gestellt wird:
„Letztens hatten wir eine etwas schwierige Verhandlung bei einem deutschen Kunden, bei der ein japanischer Kollege dabei war. Je verfahrener die Lage wurde, desto mehr lächelte mein Kollege. Dies empfand ich als kontraproduktiv, da die Situation nun wirklich nicht zum Lachen war.“
Wie bei vielen Kulturen Asiens ist der Einfluss des chinesischen Gelehrten Konfuzius bis heute sehr stark ausgeprägt. Dieser lebte im 5. Jahrhundert vor Christus und postulierte neben vielen anderen Regeln, dass das Lächeln einen unabdingbaren Teil der Höflichkeit darstellt. Lächeln ist daher in diesem fernöstlichen Wertekodex nicht nur auf unsere Vorstellung eines direkten und vor allem ehrlichen Gefühlsausdrucks beschränkt. Vielmehr ist Lächeln gerade auch in heiklen oder emotional belastenden Situationen geboten, um zu zeigen, dass man sich unter Kontrolle hat.
Lächeln ist somit eine zwingend einzuhaltende Höflichkeitsregel für den Umgang miteinander, ganz unabhängig von der eigenen Gefühlslage. Das heißt, es sollte aus japanischer Sicht auch bei Gefühlen wie Verärgerung, Trauer, Scham/Verunsicherung oder beim Überbringen schlechter Nachrichten gelächelt werden, um die Lage unter Kontrolle zu halten.
Es empfiehlt sich in diesem Fall, im Zweifel eher auf die Augen des Gegenübers als auf den Mund zu achten, um die Stimmungslage korrekt einzuschätzen."
Kulturelle Kompetenz schadet nicht bevor man interkulturelle Vergleiche zieht..