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AW: Tischtennis tötet sich selbst - Probleme im Tischtennis
Welches Niveau die Trainer/Betreuer haben, ist im ersten Schritt egal. Das was fehlt sind tatsächlich Leute, die sich kümmern. Das Problem ist ja die breite Masse und nicht unbedingt die Leistungszentren, die nach wie vor sehr gut, die besten Kinder aus der breiten Masse fördern…nur dass die Jugendklassen in den letzten 10-15 Jahren halt einfach extrem geschrumpft sind.
Als jemand der selbst neben der Vollzeit-Arbeit jede Woche (außerhalb der Schulferien) mindestens 5, teilweise bis zu 25 Stunden in Jugendarbeit steckt, kann ich das aber auch verstehen.
In Vereinen eine Jugendsparte aus dem nichts aufzubauen nimmt in erster Linie sehr, sehr, sehr viel Freizeit in Anspruch. Zeit, die man auch gut für Erholung vom Job oder fürs eigene Training gebrauchen könnte. Im Endeffekt wird so aus Hobby schnell ein zusätzlicher Teilzeitjob, ohne oder mit eher geringfügiger Entlohnung. Die zeitliche Verpflichtung ist definitiv eine Belastung neben Vollzeitjob und ggf. Familie.
Ich mache es trotzdem, weil mir die Arbeit mit den Kindern Spaß macht und mich die Entwicklung und gute Ergebnisse motivieren.
Ich kann nur ins Blaue spekulieren und würde sagen, dass in den letzten 20 Jahren junge Erwachsene deutlich weniger Heimatverbunden sind. Und natürlich ist die Motivation größer, in einem Verein ehrenamtlicher Arbeit nachzugehen, in dem man lange zugehörig ist.
Dass Jugendliche Richtung Pubertät und Oberstufe mit dem Tischtennis aufhören, weil sich ihre Interessen verschieben, ist völlig normal und war sicher immer schon so. Aber viele wechseln auch, weil sie nach der Schule fürs Studium umziehen, bis man im neuen Verein bereit ist, sich für Jugendtraining aufzuopfern, ist die dafür nötige Zeit schon in die eigene Karriere bei der Arbeit eingeplant.
Von Dörfern braucht man gar nicht reden. Die meisten jungen Erwachsenen haben Familie, kleine Kinder und kaum die Zeit sich ehrenamtlich zu engagieren.
Das sorgt für ein Loch bei Betreuern zwischen Anfang 20 und Anfang 40, dass es früher vielleicht (zumindest meine Vermutung) nicht so extrem wie heute gab.
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