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AW: Einführung einer zusätzlichen Turnierlizenz
Die Turnierlizenz wurde von den Gremien des DTTB beschlossen. Soweit erstmal klar, dass sie dann auch verbindlich zu werden droht.
Bei dem ganzen Thema gibt es aber kurz vor Einführung dieser Lizenz noch viele Fragezeichen, z.B. die konkrete Höhe der Gebühren, die dafür zu entrichten sind, usw.
Als Verantwortlicher eines kleinen Vereins weiß ich die Arbeit zu schätzen, die auf den verschiedenen Ebenen des Verbandes geleistet wird. Mir ist bewusst, dass finanzielle Engpässe ausgeglichen werden müssen und immer wieder auch Reformen notwendig sind. Ich ärgere mich nicht nur über den Beschluss, sondern die Informationspolitik und das Vorgehen. Ich habe von der Einführung der Turnierlizenz zufällig bei Facebook erfahren, nicht über offiziellen Kanäle. Nicht nur aus den vielen Protesten, sondern auch aus der eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass dieser Beschluss nicht im Sinne der Vereine ist und sich für die weitere Entwicklung unseres Sports kontraproduktiv auswirken wird.
Ich habe nichts gegen strukturelle Veränderungen und Einführung neuer Techniken, wie die neue Organisation innerhalb des WTTV oder die elektronische Dokumentation bei Meisterschaftsspielen. Auch eine Plattform, die unseren Bedürfnissen nachkommt, ist ein guter Ansatz. Einstieg kostenlos, wer mehr will kann, muss aber nicht zahlen. Aber das, was jetzt versucht wird, mit der Turnierlizenz durchzudrücken kann ich nicht unterstützen.
An vielen Stellen in unserem Leben stöhnen wir über Überregulierung und Bürokratismus. Anstatt die Verfahren zu vereinfachen, werden sie auch in unserem Sport immer komplizierter. Als kleiner Verein haben wir es geschafft, unsere Mitgliederzahlen von 2019 auf 2024 von 30 auf 60 zu verdoppeln. Wir ermöglichen jedem der zu uns kommt, erstmal einfach am Training teilzunehmen. Wir müssen die Neumitglieder für unseren Sport begeistern und nicht durch unnütze bürokratische Akte vergraulen. Einfacher Einstieg, einfache Regeln!
Die Verpflichtung dieser Lizenz zur Teilnahme an Kreis- und Bezirksmeisterschaften ist völlig überzogen und erzeugt, vor allem bei den jugendlichen Teilnehmern einen nicht zu unterschätzenden bürokratischen Aufwand. Aus dieser Entscheidung folgere ich, dass es den Delegierten des DTTB-Bundestages völlig gleichgültig ist, wie viele Spieler an Kreis- und Bezirksmeisterschaften teilnehmen und der Verband eher seine eigenen Interessen, als die seiner Mitgliedsvereine vertritt.
Aus meiner Sicht ist Tischtennis immer noch Vereinssport. Und aus dem Verständnis der meisten Spieler, die ich kenne, repräsentieren sie auf Kreis- und Bezirksmeisterschaften nicht nur sich, sondern auch den Verein, für den sie spielen. Das wird nun durch die Einführung der Turnierlizenz erschwert und in vielen Fällen zu einem Verzicht, dieser für unseren Sport doch so wichtigen Veranstaltungen führen.
Wir können auf verschiedensten Plattformen protestieren, meckern, Petitionen unterschreiben. Aus meiner Sicht wird das nichts ändern. Wenn wir als Basis das nicht wollen, müssen wir dieser Regelung die Grundlage entziehen.
Als Konsequenz aus Einführung der Turnierlizenz habe ich nun meinen myTischtennis-Premium-Account gekündigt und mein Profil gelöscht. Auch habe ich dem DTTB meine Entscheidung mitgeteilt und begründet. Ich werde zukünftig, solange diese Turnierlizenz benötigt wird, keine Einzelturniere spielen.
Sollten mehr Spieler so denken wie ich und die Anzahl der Accounts und Profile drastisch einbrechen, wird der Verband auch die Stimme der Basis hören und sich des Themas annehmen. Da bin ich mir sicher.
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