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Zitat von Knallbumm
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Beigeschmack ist es im Falle von Hochheim halt, dass es sich um einen deutschen Spieler handelt der seit Beginn der TTR-Rechnung nicht einen einzigen Wert produziert hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler die Stärke nicht aufweist bzw. niemals spielt liegt hier m.E. bei 99,99%. Dazu kommt noch das Geburtsdatum des Spielers, was es zusätzlich unmöglich macht, dass ein Spieler ohne historische Werte in einer Verbandsliga auflaufen kann.
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Es gibt auch übrigens noch weitere Vereine in der Verbandsliga West die das gemacht haben, da hat die Abstiegsverhinderung nicht geklappt. Wiederum andere wählten das Modell "SPV". Die werden sich aber wohl retten.
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Ich würde da schon unterscheiden.
Bei Hochheim ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hier getrickst wurde. Insbesondere wenn ein deutscher Spieler in der Range 1900 gemeldet wird, muss es Spuren im Netz und Spielstärkenachweise geben. Da wirft dann die Genehmigung der Mannschaftsmeldung Fragen auf. Und wenn geschummelt wurde, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll, in so einem Fall noch Sanktionsregelungen in den Regeln zu verankern.
Soweit ich das beurteilen kann, haben alle anderen Teams innerhalb der Regeln korrekt gehandelt, da die Spieler real existierende TTR-Einstufungen haben. Innerhalb des Regelwerks müssen sie in einer der beiden vorliegenden Halbrunden dreimal gespielt haben, um zur Sollstärke beizutragen.
Da ist es dann eine Frage, ob man diese Regel gut findet oder verschärfen möchte. In den letzten Jahren ging die Tendenz in Richtung Liberalisierung durch Entfall des Festspielens, Heranziehung der vorletzten Halbrunde, unbeschränkten weiblichen Ersatz sowie doppelte Spielberechtigung für den Nachwuchs. Das ist dann eine Geschmacksfrage. Die Liberalisierung zielt ja auch darauf, den Vereinen so wenig Hürden wie möglich in den Weg zu stellen, um möglichst viele Teams zu stellen. Und Vielspielern auch mehr Einsätze zu ermöglichen und Damen wie auch Nachwuchs zusätzlich zu fordern und zu fördern. Wenn man das regulatorisch wieder enger ziehen würde, hätte das auch einen negativen Effekt für die Mannschaftmeldungen. Meine persönliche Einschätzung ist, dass die deutliche Mehrheit der Vereine diese "mehr Möglichkeiten" eher gut findet, um ein möglichst stabiles Gesamtkonstrukt zu bauen.
Ich persönlich kann beiden Gedanken etwas abgewinnen. Entscheidend ist, dass die selben Regeln für alle gelten und nicht mit Tricks oder Falschaussagen umgangen werden!
Wenn es die Regeln zulassen, finde ich es absolut legitim, diese auch zu nutzen, um z.B. höher gedachte Spieler auch als Joker bei Personalengpässen in dem Team darunter einzusetzen, wenn die Meldung das zulässt (statt oben mehr Spieler als die Sollstärke zu melden). Teil der Wahrheit ist regulatorisch bedingt, dass größere Clubs davon i.d.R. mehr profitieren können als kleinere.
Wenn z.B. geändert werden soll, dass die vorletzte Halbrunde herangezogen wird, müsste man dafür Mehrheiten finden und einen entsprechenden Antrag dazu einbringen. Dadurch entstehen aber wiederum Folgeschwierigkeiten wie z.B. Nachweis bei Verletzungen, Auslandssemester/ -aufenthalt, Elternzeit, Schwangerschaft usw. - um ein RES zu verhindern, wenn Spieler*innen tatsächlich wieder zur Verfügung stehen, um dann nicht als Verein in die Situation zu kommen, in einem Team einen Spieler zuviel zu haben und alle spielen wollen. Damit würden wir unserem Sport auch keinen Gefallen tun. Ich finde die aktuellen Regelungen angemessen.