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Alt 18.04.2024, 17:43
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Wolf11 Wolf11 ist offline
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AW: ITTF World Cup 2024 (15.04 - 21.04.2024, Macao, CHN)

Generell einige Anmerkungen zum World-Cup

Sehr gut finde ich, dass man ihn wiederbelebt hat und es ihn nach einigen Jahren Abstinenz wieder gibt.

Eher negativ finde ich, dass er in dieser Austragungsform nicht ganz den Stellenwert früherer Tage hat, wo er sozusagen ein Drittel des "Grand Slams" neben WM und Olympia war. Nun ist er in seiner Wertigkeit hinter den Grand Smashes zurück.

Zu seiner Austragungsform:

Generell finde ich viele innovativen Ideen im Sportbereich gut, so auch eine differierende Zählweise wie nun beim World-Cup. Aber dies sollte etwas besser durchdacht werden und nicht dazu führen, dass Spieler-/innen bereits lange vor dem Matchende als Sieger oder Qualifizierte feststehen und danach noch irgendwelche Alibispiele stattfinden. Das ist nicht gut für die sportliche Integrität eines solchen Turnieres.

So stand beispielsweise Wang YiDi bereits nach den ersten beiden gewonnen Sätzen gegen Shan Xiaona als Gruppensiegerin fest, worauf sie dann auch prompt die nächsten beiden Sätze verlor. Dies sollte nicht der Gegenstand eines solchen Turnieres sein und eine der Stärke bei allen Rückschlagsportarten ist ja, das diejenige oder derjenige, der den letzten Ballwechsel gewinnt, auch der Sieger des Spieles ist.

Unrühmliches Gegenbeispiel ist für mich hier auch Dang Qiu, der den letzten Satz, nachdem sein Ausscheiden bereits feststand, mit 0:11 sang- und klanglos verlor und dies dann auch noch mit einer für mich völlig fadenscheinigen Begründung erklärte.
Auch das Lamentieren einiger Sportler-/innen an dem Spielsystem wie bspw. Nina Mittelham, die ihre Kritik genau dann zum Besten gab, nachdem sie gerade reihenweise ihre Chancen vergeben hatte, um weiterzukommen, finde ich suboptimal.

Dass hier Gruppenspiele vorgenommen wurden, finde ich sehr gut, aber man muss dafür sorgen, dass hier auch wieder der Sieger erst dann feststeht, wenn auch der letzte Ballwechsel gespielt ist.

Dieses System einer festen Satzvorgabe ist dabei nicht generell schlecht und hat sich beispielweise beim Mixed-World-Cup im Dezember in Chengdu sehr gut bewährt, als dort 3 feste Sätze gespielt wurden. Aber hier funktionierte dies natürlich vor allem deswegen, weil hier der 3. Satz bei einem eventuellen 2:0 Zwischenstand trotzdem absolut wichtig war, weil er in das Team-Ergebnis mit eingeflossen ist und es somit keine *toten* Spiele gab. Dies war auch das Vorbild nun für den Einzel-World-Cup, aber hier hat man dies nicht bis zum Ende durchdacht.

Allerdings sollte das, wie gesagt, nicht zu einem hinterher Lamentieren führen, wenn man ausgeschieden ist oder wenn man gar sagt, dass man sich über den Modus nicht ganz im Klaren war, denn dass ist immer die Holschuld der Spieler und Teams selbst.
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