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AW: Sunny side up - Klimaerwärmung oder doch nicht?
@FSB Was hat denn bitte das Vorgehen im Bundeswirtschaftsministerium mit der Frage zu einem staatlichen/privaten Bildungs-/Furschungssystem zu tun? Nichts.
@Petar 1. Die Generalität deiner Aussage, dass die staatlichen Gelder nicht reichen, ist so generell nicht richtig.Z. B. Die Max-Planck Gesellschaft wird zu 95% aus staatlichen Geldern finanziert, mein alter Lehrstuhl hat keinerlei Industrieprojekte. Für das Forschen kriegst du in der Regel Geld organisiert. Problem ist eher Infrastruktur, Gebäude oder langfristiges Personal und dass die Lehre nicht ausreichend vergütet wird. Aber das sind alles Probleme, die in einer privaten Uni genauso sind bzw. noch gravierender. Schau nach England, USA, Australien. Am besten ist da die Situation in den skandinavischen Ländern.
2. Die Unis selber (zumindest in Deutschland) schließen selten direkte Verträge mit Unternehmen. Die Lehrstühle machen im Bezug auf Projekte. Die Uni kriegt einen Anteil der eingeworbenen Drittmittel, ist aber selber nicht im Projekt beteiligt. Als Mitarbeiter/Professor eines Lehrstuhls betrifft dich das nicht, ob dein Nachbarinstitut da irgendetwas mit einem Unternehmen macht bzw. Du erfährst auch in der Regel gar nicht, da Geheimhaltung vereinbart ist.
3. Die Probleme von Lobbyismus hast du in privaten Unis sogar noch schlimmer, da die Uni verzweifelt schauen muss, wie sie ihren Etat deckt. Im schlimmsten Fall wirst du als Professor rausgeschmissen, weil der Etat nicht passt oder du einem einflussreichen Spender auf den Fuß gestiegen bist. Nicht umsonst fallen diese Länder in Indizes wie dem Academic freedom Index ab.
4. Wettbewerb hast du zwischen privaten Unis noch heftiger, da man irgendwie seinen Etat erwirtschaften bzw. wenn es for-profit ist noch Gewinn an die Eigner abdrücken muss. Man verwässert die Standards bei Studenten, da es bezahlende Kunden sind, schraubt die Studiengebühren hoch so weit es geht und nimmt jedes zweifelhafte Projekt an, das man in die Finger kriegt. Wenn zumindest die Gehälter des Stabpersonals (Prof. Etc.) gedeckt sind, haben die Beteiligten zumindest die Wahl und es unterliegt gewissen einklagbaren Regeln. Auch als Nicht-Professor hier ich die Wahl, meine Stelle über Förderanträge oder Industriemittel zu finanzieren. In privatisieren Systemen ist bis auf ein paar Stiftungen die erste Option unmöglich.
Geändert von Deserteur (26.04.2024 um 13:40 Uhr)
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