Zitat:
Zitat von Stinkyfinger
Es geht bei den Großtunieren nicht um Geld, sondern um Weltranglistenpunkt.
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Ja, aber auch das ist wieder nur bedingt richtig bzw. ist eine Sichtweise, die vor allem europäische Spitzenspieler haben, die auf der einen Seite diese "Großturniere" zwar im Normalfall nicht gewinnen können, die aber auf der anderen Seite der relativ hohen Gewichtung der dort zu erzielenden WRL-Punkte Rechnung tragen, um sich so über einen WRL-Platz zwischen Platz 10 und 50 die Möglichkeit zu sichern, über andere Kanäle (Bundesliga, Werbung etc.) ihr Geld zu sichern.
In Asien, vor allem in China, aber auch in Japan und Südkorea, sieht das wieder ganz anders aus.
Da geht es um den Sieg, um das Finale, um die Platzierung.
Das Preisgeld ist dort nur ein kleines Zubrot und die WRL-Punkte und -Platzierungen interessieren dort in kürzester Zeit niemanden mehr.
Am Ende interessiert dort nur, wieviele Titel und Finalplatzierungen eine Wang ManYu oder ein Wang ChuQin am Ende ihrer Karrieren hatten......
Weltranglistenplatzierungen aber sind in einer Bewertung einer Karriere dort völlig irrelevant
So ist also auch hier die Sichtweise eines europäischen Spitzenspielers und eines asiatischen Spitzenspielers auf diese Turniere vollkommen unterschiedlich
Und nicht viel anders ist das auch bei den etwas weniger gewerteten Turnieren.
Eine He ZhuoJia beispielsweise hat im letzten Jahr 3 WTT-Turniere gewonnen. Das ist es, was am Ende in ihrer Vita steht und wonach sie als Sportlerin bewertet wird.
Wieviele WRL-Punkte sie dafür bekommen hat (leider zu wenige, da es nur Contender und Feeder waren) interessiert dort absolut niemanden.
Und das bisschen Preisgeld, die es für einen Contender und Feedersieg gibt, ist dort eher etwas für die Portokasse, weil man sein Auskommen über den Verband als Zugehörige(r) des A-Kaders ohnehin hat.
Da ist es dann eben für europäische Spitzenspieler schwieriger, die auf die Gelder etwa von ihrem Buli-Verein angewiesen sind und deren Dotierung ihrer Verträge natürlich auch etwas mit ihren WRL-Punkten zu tun hat.
Ähnlich, wenn auch bei weitem nicht ganz so krass, ist es im Badminton, wo Asien auch führend ist, speziell bei den Damen, wo aber auch Spieler aus Europa von Zeit zu Zeit ihre Chancen auf Turniersiege haben.