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Regeldurchsetzung im Amateurbereich
Ich spreche hier mal ein allgemeines Thema an, wo es meiner Auffassung nach keinen Konsens unter Spielern gibt, bzw. sich die meisten gar keine Gedanken darum machen. Insbesondere die Meinung von Schiedsrichtern unter euch würde mich interessieren.
Wie können die Tischtennisregeln in Ligen durchgesetzt werden, in denen keine offiziellen Schiedsrichter eingesetzt werden? Sprich Kreis, Bezirk, Land und Verband.
Häufige Beispiele sind:
Der Gegner macht ständig falsche Aufschläge
Ein Schläger ist nicht regelkonform
etc.
Grundsätzlich schaut man natürlich erstmal, ob die Regelüberschreitung gezielt zum eigenen Vorteil eingesetzt wird oder einfach nur eine Schludrigkeit ist. Niemand sollte sich beschweren, weil der Belag des Gegners irgendwo eingerissen ist. Oder, wenn ein Belag nicht mehr zugelassen ist, weil die Marke die Lizenz einfach nicht verlängert hat und der Spieler das Ding halt noch rumliegen hatte. Etwas anderes ist es, wenn z.B. der Belag nicht zugelassen ist, weil er Eigenschaften aufweißt, die von den Regeln gezielt ausgeschlossen werden sollen, wenn der Aufschlag gezielt verdeckt wird oder gezielt nicht hochgeworfen wird u.s.w. Ist letzteres der Fall, weißt man den Gegner natürlich erstmal freundlich drauf hin und dieser hält die Regeln anschließend ein. Das funktioniert meistens ja auch. Mir geht es hier um den seltenen Fall, dass man mit dem Gegner nicht zu einer Übereinstimmung kommt und die potenzielle Regelüberschreitung weiterhin begangen wird. Dann gibt es natürlich 2 Lösungsansätze:
a) Der Spieler, der zählt, nimmt die Rolle des Schiedsrichters ein und zieht ggf. bei z.B. falschen Aufschlägen Punkte ab.
Da ist das Problem aber, dass der Zähler natürlich nicht neutral ist. Die wenigsten Spieler würden ihrem eigenen Mannschaftskollegen Punkte für falsche Aufschläge abziehen. Außerdem frage ich mich, inwiefern der Zähler dazu überhaupt befugt ist. Kann das jemand mal bitte aufklären? Hat der Zähler die gleichen Befugnisse wie ein richtiger Schiedsrichter, darf also Verwarnen und Punkte abziehen? Oder darf er nur Zählen und Regelüberschreitungen nicht ahnden?
b) Protest einlegen
Die Frage, die ich hier hätte wäre dann, wie man für diesen Protest Beweismittel sammeln soll. Sagen wir, der Gegner spielt mit einem Belag der nicht mehr zugelassen ist, sagen wir eine GLN. Auf die Bitte, einen regelkonformen Schläger zu verwenden, geht er nicht ein. Ich würde dann sagen, "okay, dann spielen wir erstmal so und lassen dann im Nachhinein den Staffelleiter entscheiden". Ich würde dann darum bitten, ein Foto vom Schläger machen zu können. Dem kann der Gegner doch aber widersprechen, oder? Und im Nachhinein behaupten, das mit der GLN stimme nicht und er hätte mit einem zugelassenen Belag gespielt. Und dann steht es Aussage gegen Aussage. Welche Rechte hat man beim Filmen/Fotografieren in solchen Fällen? Kann der Gegner dem wirklich immer widersprechen (ich vermute, ja)? Und wie sind anschließend die Chancen auf einen Erfolg des Protestes? Wonach entscheiden die Staffelleiter sowas, wenn keine Videos/Fotos vorliegen?
Abschließend möchte ich nochmal sagen, dass wir im Breitensport natürlich alle für den Spaß da sind und solche Entscheidungen am grünen Tisch nicht notwendig sein sollten. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Gegner sehr fair, Diskussionen über Regeln habe ich vielleicht in jedem 20. Spiel und dass man sich da nicht einig wird, ist mir noch nie passiert. Ich denke also nicht, dass die von mir beschriebene Situation häufig eintritt und das sollte sie auch nicht. Für den Fall, dass es doch einmal dazu kommt, würde ich aber gerne wissen, wie man sich zu verhalten hat.
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