@BB
Respekt, dass Du nachts um 2 noch einen derart "fundierten" und langen Beitrag zu schreiben imstande bist; mir gelänge das nicht...
Da aber nun inhaltlich längst nicht alles Deines nächtlichen Ergusses Schwachsinn ist, gehe ich mal im einzelnen auf deine Argumente ein.
Zitat:
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Zitat von Bernd Beringer
Ich lasse jetzt mal diese unsäglichen egozentrischen Kommentare von Peter Igel beiseite (alles, was Du schreibst, ist für die Öffentlichkeitsarbeit des deutschen Tischtennisports kontra-produktiv, weil einfach nur miesgemacht; über Deine "Ironie/Deinen Sarkasmus" kann man nicht mal schmunzeln)
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Welch`Ehre für mich...Du mißt meinen Beiträge also eine derartige Bedeutung bei, dass sie die "Öffentlichkeitsarbeit des deutschen Tischtennissports" beeinflußten?
Vielleicht macht mir der DTTB ja ein Angebot, denn das, was die da in Sachen "Öffentlicheitsarbeit" verzapfen, trau`ich mir (aber auch Dir...) auch noch zu.
Zitat:
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1. Der relativ komplizierte Tischtennissport könnte - wie andere "komplizierte" und früher im Fernsehen unter "ferner-liefen" registrierte E i n z e l-Sportarten auch (Skispringen, Biathlon, ja sogar Tennis) - zu einer Medien-Sportart werden. Und zwar ohne ständige Regel-Änderungen, denn die bringen erwiesenermaßen "medienmäßig" überhaupt nichts - noch nicht mal kürzere Spielzeiten.
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Bzgl. der Regeländerungen hast du recht.
Ansonste vergleichst Du Äpfel mit Birnen! Tischtennis - seht`s endlich ein - ist
per se kein Fernsehsport.
Man wird ihn
niemals telegen machen können; darin unterscheidet er sich grundlegend von den Sportarten, die Du als "Vergleich" meinst, heranziehen zu können.
Zitat:
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2. Grundvoraussetzung dazu sind "Heros" - siehe Becker, Graf, Stich, Hannawald, Schmitt oder Gross, Fischer, Glagow, Disl, Wilhelm u.a. Der deutsche Tischtennissport hatte bisher drei sog. Heros: Roßkopf (er ist es noch ein bisschen), Fetzner und Timo Boll. Der Timo war zu Zeiten seiner größten Erfolge (Ende 2002 als Nr. 1 der Weltrangliste und F ü n f t e r bei der deutschen Wahl zum Sportler des Jahres) leider noch nicht so medienwirksam wie heute, aber dennoch in allen wichtigen Print- und Fernsehmedien in Deutschland reichlich vertreten. Leider war er bei den folgenden Events (WM, EM, Grand Finals, Olympia) nicht so erfolgreich, dass er (und damit der Tischtennissport!!!) ein ständiger Medien- und Fernsehstar bleiben konnte. Jetzt spielt er sich wieder international - und nur das zählt! - in den Vordergrund. Alle seine Berater, aber auch wir alle, sollten im eigenen Interesse alles tun, damit das so bleibt, denn es ist die Grundvoraussetzung, dass der gesamte Tischtennissport in Deutschland "f e r n s e h f ä h i g" und damit "s p o n s o r e n f ä h i g" ist.
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Siehe Punkt 1), richtiger Grundansatz, der aber leider in der Umsetzung nicht praktikabel ist.
Denn wenn man mal die "TT-Brille" absetzt, wage ich zu bezweifeln, dass man Boll, Roßkopf und Fetzner einen über unseren Sport hinausgehenden "Hero-Status" attestieren könnte...Sicherlich wissen auch etliche Nicht-Tischtennisspieler mit deren Namen was anzufangen, die müssen dann aber schon allgemein sportinteressiert sein...
Bei Boll kommt hinzu , dass - ungeachtet seiner sportlich unstrittigen Erfolge - er einfach zu "uninteressant" ist.
Nett und sympathisch sein, reicht da nicht aus; das ist der Freund der Tochter auch...und Bälle schlucken bei Raab hilft schon gar nicht...
Im übrigen zeigt die Aufzählung Deiner "Hero
es", dass Du das Grundprinzip von Ursache und Wirkung ebenfalls nicht verstanden zu haben scheinst.
Denn Glagow oder Wilhelm konnten erst dann einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen, als die notwendige Bedingung gegeben war, sprich der Biathlon-Sport als medientauglich erkannt worden ist und entsprechende TV-Zeiten bekam.
Zitat:
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3. Tischtennis auf einem hohen internationalen Niveau lässt sich (fast) nur noch über Sponsoring finanzieren (siehe Vierschanzen-Tournee, die über das Fernsehen/Sponsoring unglaubliche Millionen-Euro-Summen für den gesamten deutschen Skiverband einbringt). Vereine und Verbände können ohne Fernsehen/Sponsoring auf Dauer nicht das Geld aufbringen, um Weltklasse-Athleten zu finanzieren. Wir müssen es endlich kapieren: Nur wenn Tischtennis f e r n s e h f ä h i g wird, bekommt es einen so großen Stellenwert, dass auch die Printmedien ständig und in hohen Auflagen darüber berichten ("Was nicht im Fernsehen kommt, interessiert bei der Bild-Zeitung kein Schwein").
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Wieder das gleiche, Du kaufst einen Sattel, wirst aber niemals ein Pferd haben.
Übrigens, jetzt ist die vielgescholtene (und von mir täglich gelesene) BILD-Zeitung als Multiplikator plötzlich gut genug, was?
Wes`Brot ich ess, des`Lied ich sing`..
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4. René Adler, Roman Bonnaire und andere bemühen sich redlich, um mehr Tischtennis im Fernsehen zu bringen. Wir dürfen sie dabei nicht allein lassen. Die "Mail-Orgie" vor der Mannschafts-WM hat etwas bewirkt. Eurosport überträgt die kommende EM und die WM, vieles davon live - was gibt es da zu meckern?
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Wiederhole mich: Ne Gegen-Initiative "mehr dart auf DSF" wäre erfolgversprechender...
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Tischtennis kann in naher Zukunft trotz aller Probleme eine ganz andere Medien-Präsenz bekommen als heute. Und: Nur wenn wir das schaffen, hat unser Sport eine Zukunft im großen Wettbewerb der (sportlichen) Unterhaltung. Hans-Wilhelm Gäb, der Ehrenpräsident des DTTB, hat als einer der wenigen erkannt: Ohne einen Timo Boll und seine weltweite Vermarktung läuft in Zukunft überhaupt nichts.
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Was ist den das überhaupt für ein Grundansatz?
Die Basis für mehr Medien-Präsenz ist also Timo Boll?
Sehr schmales Fundament...Was ist denn , wenn er sich mal schwer verletzt, erkrankt oder aus was weiß ich für Gründen nicht mehr spielt? Alles wieder vorbei, oder wie?
Denn dass da auf absehbare Zeit ein Boll-Nachfolger auf der (deutschen) Bildfläche erscheint, ist ja nun wirklich nicht abzusehen. Boll ist nun mal ein "Jahrhundert-Talent", zumindest für deutsche Verhältnisse.
Wenn überhupt, kann vielleicht der Süß mal in seine (viel zu großen) Fußstapfen treten, zumal der weitaus mehr Charisma hat...aber wahrscheinlich ist für den Platz 15 in Europa Ende der Fahnenstange...
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Es liegt aber auch am Fersehen und seinen Machern: Lasst Euch was einfallen, um Tischtennis so aufzubereiten, dass es allen, auch den sog. Laien, Spaß macht, zuzugucken. Ich bin immer noch fest überzeugt: das geht.
Überhaupt: Es geht was - wir müssen nur wollen und machen.
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Dein unerschütterlicher Optimismus in Ehren, leider hat er mit der Realität nichts gemeinsam...
Abschließend, meine Affinität zum TT-Sport ist sicherlich ebenso ausgeprägt wie Deine , aber sich Illusionen hinzugeben, hilft niemandem , am allerwenigsten dem TT-Sport selbst, der sich darauf beschränken sollte, was er kann, nämlich ein attraktiver, interessanter "life-time-Sport" für diejenigen, die ihn betreiben, zu sein.
@Doerk
Danke, dass wenigstens Du das erkannt hast.
PS: Kenn Dich persönlich nicht, bist aber glaub`ich öfter mal bei unseren Punktspielen, oder?
Heute wird`s lohnen, denk`ich...
Wobei ich mir sicher bin, du würdest (wie die meisten) auch kommen , wenn zeitgleich WM auf Eurosport gezeigt würde...