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Alt 11.01.2005, 09:24
Flachschupfer Flachschupfer ist offline
Chancenvernichter
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Zitat:
Zitat von Balian
@ Bernd Beringer

In deinem Fazit, daß wir sowohl den Spitzen- als auch den Breitensport brauchen, gehe ich mit dir absolut konform. Das der erwachsene Breitensportler sich im wesentlichen an "Heroes" aus der Weltspitze orientiert, glaube ich hingegen nicht.

Das gilt vorwiegend für die Jugendarbeit in der Breite, für die solche Aushängeschilder sehr wohl eine Bedeutung haben. Nicht aber für den 50jährigen Gelegenheitsspieler, der ein bißchen Bewegung gepaart mit dem Wettbewerbsgedanken und der dazugehörenden Geselligkeit schätzt (und für diese Klientel tun Vereine und Verbände nicht besonders viel).

Was mich eben so stört ist, das alle Welt nur auf die absolute Kurzfristorientierung der Medienwelt setzt und glaubt, daß man damit langfristige Entwicklungen fördern kann. Kernaussage meines vorherigen Beitrags ist das man die dauerhafte Positionierung einer Sportarten nicht in Sendeminuten messen kann und darf, sondern hier wesentlich komplexere Langzeitmechanismen verantwortlich sind, die viel mit dem grundlegenden Wertesystem einer Gesellschaft zu tun haben und relativ wenig mit den jeweils aktuellen Auswüchsen des Genossen Trend.

@ Flachschupfer
Mir geht es ja gerade nicht um die Medienwirksamkeit einer Sportart. Da ist und bleibt König Fußball unschlagbar. Fakt ist, ich kann dir aus dem Stegreif drei aktive Vorstände von DAX-Unternehmen (einer davon sogar in meinem Verein) nennen, die im TT-Punktspielbetrieb gemeldet sind und im Rahmen ihrer eingeschränkten Verfügbarkeit auch spielen. Ich glaube nicht, daß drei in der Altherrenmannschaft eines Fußballvereins aktive Gegenstücke existieren.

Und die spielen nicht weil sie das für ein Pressefoto oder die Mitarbeiterzeitschrift tun, sondern aus rein persönlichen privaten Motiven und legen dabei wert nicht in ihrer Funktion aktiv zu sein. Und die Motivationslage bei Prominentenkick's wie der Bundestagsmannschaft liegt ja - wie von dir beschrieben - wohl ganz anders.

Zumindest was die Sportaktivitäten beim Nachwuchs in diesen Kreisen angeht, kann ich mit ziemlicher Gewißheit sagen, das man seine Sprößlinge gern beim Hockey, Tennis oder Tischtennis sieht und weniger gern beim Fußball oder Handball (haben halt ein Image als Proll-Sportarten).
Eigentlich sind wir nicht so weit auseinander, irgendwie. Wichtig war mir, was ich aber zugegebenermaßen nicht übermässige deutlich geschrieben habe, dass Fußball - IMO - einfach tiefer verwurzelt ist in der Gesellschaft. Dies gilt natürlich auch für Entscheidungsträger.(Für den Begriff "Entscheidungsträger" lasse ich jetzt mal offen, ob Wirtschaft oder Politik/Öffentl. Amt). An dieser Stelle sind wir dann beim von dir genannten "Wertesystem einer Gesellschaft".
Allerdings ist TT - wieder IMO - für eine Einzelperson leichter auszuüben, selbst ohne regelmäßiges Training. Kelle in die Hand und der Sport läuft. Da ist Fußball etwas aufwändiger, allein der Platz und Personenbedarf, "ständig" Training, etc. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die eine oder andere wichtige Einzelperson mehr auch aktiv beim TT herumhängt - doch können IMO daraus noch keine Chancen abgeleitet werden. Von daher sollte man da vielleicht mal gucken, wer in der zweiten Reihe, die ist ja häufiger sowieso wichtiger , bei welchem Sport auftaucht. Nichtsdestotrotz konnte auch ich Dir einen "Großen" nennen, der aktiv beim Fußball war/ist.

@ Bernd

IMO vernachlässigst Du, dass die Entscheidungssituation - warum gewinnt einer, wieso macht die Person B jetzt den Punkt, etc - bei den von Dir genannten "komplizierten" Sportarten vom Laien wesentlich einfacher zu überblicken ist:
Skispringen:
Weite und Note (gut ist subjektiv), aber: Ich muss eigentlich nur die Weite und den Telemark beachten. Schmitt springt 5m weniger als Ahonen - logisch, kommt nicht mal ins Finale, fertig.
Biathlon:
Ganz einfach: Der/die hat beim Schießen nicht richtig hingeguckt. Aber selbst sowas wie Ruhepuls ist nachvollziehbar - wer war nach dem Treppensteigen noch nicht außer Atem ?
Basketball:
Hast Du ja selber gesagt - Rotation, Handgelenk - gilt aber auch für Fußball, nur eben für das Fußgelenk - warum trifft der eine beim 11m und der andere nicht ? (Ich drehe damit Deinen Vergleich um und mache eine "einfache" Sportart kompliziert - die ist aber trotzdem Fernsehkönigin)

Und jetzt TT: Da macht irgendso ein Chinamann viermal "eine pupseinfache Angabe", die auch noch Schwierigkeiten hat "bis zum Netz, geschweige denn drüber zu kommen" - aber Timo setzt den Ball einmal links daneben, einmal rechts, einmal drüber und einmal als Vorlage auf den Tisch. Ungläubiges Staunen. Beim Tennis kommt der Aufschlag mit 250 Sachen - da fiele mir auch der Schläger aus der Hand.
Sicher kann man TT besser präsentieren, auch und gerade in Bezug auf die Rotation, aber da muss erstmal investiert werden in Überzeugungsarbeit und letztendlich auch in verständlich Filmchen. Und wie soll Rotation telegen aufbereitet werden, d.h. wie soll der 150 km/h-Topspin um die Ecke überhaupt dargestellt werden können ? Ist es überhaupt möglich, dem genau mit der Kamera zu folgen und Rotation deutlich werden zu lassen ?
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