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Zitat von Klampar_Fan
Ein paar Zahlen zum Nachdenken:
In D spielen 2,3 Millionen Sportler Fußball. Davon schaffen es trotz oder wegen Förderung etwa 2500 in eine Klasse, wo man davon leben kann. Der Rest ist Hobby oder fällt raus.
Das liegt da zu einem großen Teil an der Einstufung in die Altersklassen. Der Altersunterschied in einer Stufe (A-Jugend etc) beträgt bis zu zwei Jahren. Da gibt es eine klare Tendenz die Ältesten und Größten dort für Förderung auszuwählen.
Das ist etwa ein Promille von allen, die Fußball spielen.
Überträgt man das auf Tischtennis, das für Profitum bei weitem nicht so attraktiv ist, muss man sich eigentlich fragen, warum es die letzten 2 Jahrzehnte (eventuell 3 Jahrzehnte) so gut gelaufen ist.
Nähmen wir an, dass es im Tischtennis auch ein Promille wären, die es schaffen, dann sind es ca 550 wobei das nicht auf Alterskohorte runtergebrochen ist.
Aus diesen 550 muss dann der zukünftige Welt- oder Europameister kommen.
Wir waren also zwei-drei Jahrzehnte extrem verwöhnt.
In China wird die Zahl auf 10 Millionen Spieler geschätzt.
Das ist 20 Mal so viel und die können rigoros Talent filtern und in Stützpunkten zusammenfassen.
Das Auftreten solcher Talente wie Boll, Lebrun etc ist also vor allem eines: Glück.
Meiner Meinung nach gibt es da kein Rezept für das "Produzieren" von Weltklasse Spielern.
Im Gegenteil, man kann es eigentlich nur verpatzen, wenn die Förderung nicht an das Talent angepasst wird.
Just my 2 cents.
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Punkt 1)
Die erste Zahl ist noch deutlich niedriger, du vergisst die Ausländer in den Ligen.
"Leben" kann man bei einer durchschnittlichen Karrieredauer von etwa 6 Jahren (mehr ist es nicht, dann kommen die nächsten nach, 15 Jahreskarrieren sind der absoluten Spitze vorbehalten) in den ersten zwei, mit Abstrichen ersten drei Ligen. Da hast du dann knapp 400 Spieler je Liga, davon insgesamt die Hälfte Ausländer.
Macht also etwa 600-800 Deutsbhe dort, in Liga drei ist der Anteil ja höher.
Punkt 2)
Es geht nicht um Masse, sondern Klasse. Der HTTV war unter Hampl im Nachwuchs extrem erfolgreich, da absokue Konzentration auf ganz wenige Ausnahmetalente, für die Hampl ein besonderes Auge hatte und die früh extrem gefördert wurden.
Ein Trainer braucht dafür aber auch das Standing und entsprechende Rückendeckung vom Verband, wenn er dafür dann 90% links liegen lässt.
Und es muss dem Trainer auch entsprechend vergütet werden, das ist kein 9 to 5 Job.
Ein Hermann Gerland oder Gerd Müller, die das zu Lahm, Alaba und Th. Müller Zeiten in München gemacht haben, würden fürstlich bezahlt. Besser als mancher Erstligatrainer.
Und genau da liegt mMn. das Geheimnis der "Sportlerfamilien". Wenn Papa und im besten Fall Mama schon Topathleten waren, dann steht dem Nachwuchs, der mit großer Wahrscheinlichkeit dann auch über die entsprechende Genetik, genannt Talent, verfügt, eine kostenlose und maximal engagierte "Rundumbetreuung" zur Verfügung, gepaart mit maximalem Fachwissen.
Man sieht diese "Familiendynastien" im Sport immer öfter.
Manchmal geht es halt schief, wenn der Spitzensportler zwar eine hübsches, aber leider völlig unsportliches Topmodel geehelicht hat und trotz allem Engagement die Gene der Frau durchgeschlagen sind.
Als letzten Punkt muss man noch erwähnen, dass es je nach Sportart teilweise, das gilt für viele kaum betriebene Randsportarten, sehr viel einfacher ist in die Spitze zu kommen als im riesigen Talentpool der Massensportarten.
Einfach ausgedrückt ist es mit entsprechender Förderung für ein Talent um ein Vielfaches wahrscheinlicher es in die Rodelnationalmannschaft zu schaffen als in die erste Fussballliga. Reine Mathematik. Für Rudern, Kanu, Gewichtheben, Ringen usw. gilt Ähnliches wie im Rodeln.