Wenn man die Fehler der Messapparatur aber nicht kennt (wie in unserem Fall), muss man "Tüfteln", um sich ihnen zu nähern. Ein Tycho Brahe wusste auch nicht, wie sehr beispielsweise die Turbulenzen in der Atmosphäre seine Messungen verfälschen oder ob es andere Fehlerquellen gibt. Er hat seine Messungen immer und immer wieder wiederholt und variiert und konnte sich so den mutmaßlich "korrekten" Werten annähern.
Das ist genau das, was
jcd und andere hier vorschlagen: Viele Messungen mit den unterschiedlichsten Konstellationen durchführen und dann vergleichen. Unterschiedliche Spieler, die den gleichen Belag (auf dem gleichen Holz) testen. Oder die selben Spieler testen unterschiedliche Beläge, recht ähnliche ebenso wie komplett unterschiedliche. Denkbar wäre hier etwa eine Testreihe von Tenergy über Sriver bis hin zu diversen KN-Belägen oder gar einem Anti.
Am Anfang all dieser Testreihen müssten natürlich wiederholte Tests an unterschiedlichen Tagen mit sonst identischem Setup (identischer Spieler, identischer Partner, identisches Material wie Schläger, Ball oder Tisch) stehen. Das würde eine erste Annäherung an die Größenordnung der zufälligen Fehler geben. (Und die unterschiedliche Tagesform eines Spielers gehört durchaus auch zur Fehlerquelle.)
Die Vielzahl solcher Tests mit all der reichlich vorhandenen Materialtestpower der Nutzer dieses Forums würde uns dann auch echte Erkenntnisse liefern. Wobei die Erkenntnis natürlich auch lauten kann, dass wir mit diesem Setup keine widerspruchsfreien Ergebnisse bekommen. Aber das wissen wir halt erst, wenn wir's ausprobiert haben.
Und richtig toll wäre es, wenn zumindest einzelne das noch gegen ein anderes Instrumentarium testen würden. Unter anderem wir beide
hatten hier ja schon mal vor sechs Jahren über den Einsatz von Digitalkameras zur Messung von Geschwindigkeit und Rotation diskutiert. Wenn man sowas zur Hand hat und gleichzeitig mit Spinsight und einer eigenen Pseudo-Highspeed-Kamera misst, könnte man auch die Genauigkeit des Spinsight-Systems abschätzen.