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Alt 22.08.2024, 11:26
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AW: Olympia 2024 (26.07. - 11.08.2024, Paris, FRA)

Mir liegt es total fern, Quizard, zu sagen, dass alles schlecht ist, wie es im deutschen Sport resp. im deutschen Tischtennis läuft.

So habe ich bspw. das Abschneiden der deutschen Damen, hier im Besonderen jenes von Annett Kaufmann, ausdrücklich positiv bewertet und habe auch die Entscheidungsfindung der deutschen Bundestrainerin Tamara Boros für nachvollziehbar erachtet und mich gegen die Kritik, die ihr nun von vielen Seiten entgegenkommt, positioniert.

Aber das heisst ja noch lange nicht, dass man alles schönreden sollte. Das ist ja auch eines der Probleme beim DTTB

Sportlich war die Performance der deutschen TT-Herren in Paris ein Misserfolg, daran sollte es ja nun wirklich keine Zweifel geben. Das gehört aber zum Sport dazu. Dass die deutschen Herren aber nun auch wegen ihrem fehlenden Team-Gedanken in der Kritik stehen, ist für mich und auch für viele andere plausibel und auch gerechtfertigt.

Medaillen haben das deutsche TT-Team keine gewonnen, aber was oft von einem solchen Event bleibt, sind Bilder.

Bilder von einem deutschen Team, das auch ein solches ist, hätten das ganze Bild, welches das deutsche TT in seiner Gesamtheit abgegeben hat, positiv beeinflusst.

Für diese Bilder haben die Damen gesorgt. Die kämpferische Annett Kaufmann, die zum Schluss weinende Yuan Wan und generell die sich immer anfeuernden und zusammenstehenden deutschen Ladies um Shan Xiaona.

Von den Herren kam da nichts. Nicht einmal bei ihren eigenen Spielen.

Aber dieses Schönreden findet man im deutschen Sport beileibe nicht nur beim Tischtennis. Auch in vielen anderen Sportarten wie bspw. Rudern oder Fechten wurde jahrelang alles nur schöngeredet und nun steht man vor den Scherben und hat den Anschluss an die Spitze längst verloren.

Dass der deutsche Sport mit seinen 12 Goldmedaillen überhaupt noch in den Top-Ten steht, ist dabei vor allem einzelnen Top-Talenten zu verdanken, die ihren Weg in der Vorbereitung alleine und autodidaktisch vollzogen haben wie bspw. der Ruderer Zeidler und ist oft nicht das Ergebnis einer sportart-spezifischen guten Förderung. In diesem Kontext sage ich voraus, dass der deutsche Sport in seiner Gesamtheit in Zukunft noch weiter abrutschen wird, sollte sich daran nichts ändern.

Leid tut es mir für viele deutsche Spitzenathleten, denen nicht die gleiche Unterstützung vom deutschen Sport zuteil wird, wie das in vielen anderen Nationen inzwischen an der Tagesordnung ist.

Kleinere Nationen wie die Niederlande haben uns da längst den Rang abgelaufen und zeigen auf, wie es gehen kann

Geändert von Wolf11 (22.08.2024 um 11:33 Uhr)
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