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Alt 10.04.2024, 11:50
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Wolf11 Wolf11 ist offline
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AW: Olympia 2024 (26.07. - 11.08.2024, Paris, FRA)

Manche fragen sich ja, warum die Entscheidung schon jetzt gefallen ist und nicht erst nach den nächsten beiden Großereignissen, dem World Cup und dem Saudi Smash, so wie es die meisten anderen Nationen machen. Nun, ich denke, das ist auch relativ einfach, denn was wäre gewesen, wenn Franziska dort einen weiteren Coup landen wird wie bei seinem Sieg gegen Ma Long und bei einem dieser Turniere oder gar bei beiden erneut großartig performt, wie er das auch zuletzt beim CL-Finale gemacht hatte, im Gegensatz zu Ovtcharov. Ich denke, da war Rosskopf & Co. das Risiko einfach zu groß, dass man dann vielleicht nochmal in Erklärungsnot kommen könnte.

Dies würden Rosskopf, Prause und der DTTB natürlich niemals so zugeben, wenn man sie danach fragen würde, aber diejenigen, die innerhalb der Szene einigermaßen dran sind, wissen längst, was die Stunde geschlagen hat.

Patrick Franziska wird die Rolle des Ersatzmann im Gegensatz zu Boll und Ovtcharov wohl wahrnehmen, davon gehe ich aus, denn dafür ist er viel zu viel Sportsmann, dass er hier sein Team im Stich lassen würde (und bei der schon chronischen Verletzungsanfälligkeit von Boll und Ovtcharov ist das ja in der Tat nicht von der Hand zu weisen) und er wird auch Kommentare, wie "wichtig doch der Ersatzmann ist" über sich ergehen lassen. Das ist Franziska hoch anzurechnen. Aber dem Herrn Rosskopf, der für mich schon seit vielen Jahren ein nicht mehr zu verstehendes Mysterium auf seinem Bundestrainer-Posten ist, und den anderen Verantwortlichen, die für diesen Entscheidungsprozess verantwortlich sind, würde man wünschen, dass ein Patrick Franziska ihnen gesagt hätte "Sucht Euch doch einen anderen Clown"

Wohlgemerkt: Es ist nicht die letztendliche Entscheidung Pro Boll/Ovtcharov und contra Franziska, die hier vor allem kritikwürdig ist, denn über die könnte man zumindest streiten, auch wenn ich der Meinung bin, dass Franziska zu den Top3 gehört.

Nein, es ist vor allem der Entscheidungsprozess, der hier kritikwürdig ist, und die Art und Weise, wie man hier vorgegangen ist, indem man das Leistungsprinzip quasi außer Kraft gesetzt hat, weil man von vornherein den Weg des geringsten Widerstandes gegangen ist. Fakt ist für mich, dass nicht alle die gleichen Chancen hatten. Und die Tatsache der völligen In-Transparenz, wie man diese Entscheidung kommuniziert hat, zeigt auch etwas das schlechte Gewissen, dass man hat, weil man natürlich auch selbst genau weiss, wie dieser Entscheidungsprozess verlaufen ist.
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