|
AW: Haben Nachwuchsspieler mit Migrationshintergrund in Deutschland Nachteile (Förderung, Anerkennu
@miniping
Ich kenne weder dich noch deinen Sohn (der mir übrigens Leid tut, weil er sich in 10 Jahren des Todes fremdschämen wird für dein Verhalten hier), aber ich habe mir schon vor 4 Seiten gedacht:
"Was willst du jetzt eigentlich genau hören? Ja, du bist der benachteiligte Ausländer! ??"
Ich für meinen Teil kann sagen, dass die Nationalität gar keine Rolle spielt, wenn jemand in die Halle kommt. Ich habe schon mit allen Nationalitäten trainiert und trainiere sogar lieber mit Ali, 16. der top motiviert ist und Übungen spielen will, als mit Heinz 75, der eigentlich nur Bier trinken will. Tischtennis STEHT IM VORDERGRUND SONST NICHTS. Diese Konstrukte, die hier als These der Benachteiligung dargestellt werden, kann ich aus der Praxis nicht bestätigen. Ich trainiere beruflich bedingt quer durch ganz Deutschland bei Gastvereinen und habe das NIE ERLEBT (egal, ob es Berlin, Paderborn, Fürstenfeldbruck oder Leipzig war).
Wenn, dann fehlen die finanziellen Mittel oder generell die Ressourcen, welche wiederum abhängig der Gesellschaftsschicht sind. Natürlich ist es einfacher Fahrgemeinschaften zu bilden, wenn 20 Kinder aus dem Dorf im selben Verein spielen. Ja, auch anstrebende Profis in den Leistungszentren müssen ewig weit im Fußball fahren. Aber wie viele sind das denn? Richtig, aus jedem Dorfverein vielleicht 1-2 und ob die den Sprung schaffen? Steht in den Sternen! Jetzt brich diese 1-2 mal auf Tischtennisvereine runter. Wir haben generell einen VIEL KLEINEREN POOL. Merkst du was?
Ich kenne viele Fußballer von Mittelstands "deutschen Eltern", die das abgebrochen haben, weil es einfach zu weit war 4 mal die Woche bis nach Offenbach fast 100km zu fahren, während das Kind gleichzeitig noch täglich in die Schule pendeln muss und quasi keine Freizeit mehr hat. Spätestens mit 15-16 war bei denen immer Schluss.
Ob ein Kind wirklich Profi wird oder nicht, entscheidet sich in 99% der Fällen sowieso im Alter von 16-21 (Ausnahmen gibt es immer).
Schaut euch einen Dominik Scheja an, der damals besser war als Dang Qiu...joa eine Rückenverletzung später spielt er nicht mehr in Bad Homburg und TTBL, sondern Regionalliga in Gießen.
Um nochmal auf das Migranten Thema zu kommen und das Engagement seitens Eltern, als auch Vereinen:
Die Vereine und Trainer machen das alles UNENTGELTLICH. Warum mache ich keine Jugendarbeit? Ich steh täglich um 5 Uhr auf und bin um 17 Uhr daheim, ohne auch nur privat IRGENDWAS gemacht zu haben. Wie soll ich da noch Jugendarbeit machen zu einer Zeit, die nicht nach 18 Uhr ist? Selbst wenn ich das mache, habe ich dann besseres zu tun, als mir Rassissmus vorwerfen zu lassen oder mich mit Eltern zu ärgern, die utopische Vorstellungen haben. Dementsprechend sollte man den ehrenamtlichen Trainern dankbar sein oder jenen, die das Privileg haben so reich zu sein, keinen 9-5 Job zu haben oder jenen, die es hauptberuflich ausüben können.
Ich ermutige immer jeden zum Tischtennis, egal wo er her kommt. Aber genauso, wie man im Fußball zuverlässig sein muss, weil der Trainer den Spieler sonst auf die Bank setzt, wünsche ich mir, dass auch im Tischtennis die Arbeit Wertschätzung erfährt.
TL;DR,
Es ist Bullshit, dass Migrantenkinder nur aufgrund ihrer Herkunft schlechter gefördert werden. In Deutschland stehen allen die Türen offen und man muss selber proaktiv sein, weil das generelle Tischtennisangebot ALLE BETREFFEND nun mal sehr dünn ist und Tischtennis halt tatsächlich einen "Nerd"-Status hat. Dementsprechend ist es umso wichtiger, dass wir als TT-Community zusammen halten und uns nicht gegenseitig zerfleischen. Ich kann mich bei meinen mittlerweile über 20 Gastvereinen nur bedanken, dass das nie ein Problem war und sich immer über neue Trainingspartner gefreut wurde!
Geändert von tb177 (04.09.2024 um 07:04 Uhr)
|