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AW: Zeit für Wandel im DTTB nach Olympia
Turbo und Andere, die den DTTB hier kritisieren, sind ja keine Bundestrainer, die Lösungen präsentieren müssen, und sie werden demzufolge auch nicht dafür bezahlt, sondern sie äußern hier lediglich Kritik am DTTB, seinen handelnden Personen und seiner Entwicklung.
Und das ist völlig legitim.
Das ist ja keinerlei Kritik an jenen Leuten wie Matousek, die, wie hier beschrieben, sich seit 40 Jahren ehrenamtlich auf Vereinsebene und Bezirksebene um die Nachwuchsarbeit kümmern, was absolut lobenswert ist. Davor muss man großen Respekt haben,
Aber es ist Kritik an manchen Entscheidungsträgern an der Spitze des DTTB, wo unter anderem eben die Herren Roßkopf und Prause dazugehören.
Und hier wurden in der vergangenen Dekade eben Fehler gemacht, es wurden Entwicklungen verpasst, die in einigen anderen Ländern nicht verpasst wurden. Es herrschte die "Immer weiter so"-Mentalität und in gewisser Weise auch eine gewisse Beratungsresistenz. Die Aussage von Jörg Roßkopf, dass er es als eine seiner Aufgaben sah, die Stars bei Laune zu halten, ist da ein gutes Beispiel für die in meinen Augen völlig falsche Herangehensweise und auch für eine gewisse Konzeptlosigkeit. Viele gingen dort zuletzt vor allem den Weg des geringsten Widerstands
Punkte, wo man da ansetzen kann, gibt es viele. Das fängt schon beim Jugendförderkonzept beim DTTB an, wo nach meiner Meinung einiges im Argen liegt und wo die Möglichkeiten nicht adäquat ausgeschöpft werden. Man hat seitens des DTTB meines Wissens in den letzten 10 bis 20 Jahren auch wenig Anstrengungen unternommen, den Tischtennissport medial besser zu positionieren. Das ist keine Bringschuld der Medien, sondern man hätte sich da einfach viel besser darum kümmern müssen. Da ist so gut wie nichts passiert. 2021 in Tokio war Tischtennis bei Olympia für 1 Woche der große Renner nach den Spielen von Ovtcharov gegen Ma und Lin. Danach ist genau wieder nichts passiert.
Wie man es macht, haben einige andere Verbände gezeigt, wo mehr getan wurde. Verbände wie der Ruderverband oder der Judo-Verband, was bei Olympia die fünffache Sendezeit von Tischtennis hatte, waren hier smarter und aktiver.
Dass nun Roßkopf öffentlich sagt, dass man bei Olympia 2028 wohl noch mit Qiu, Franziska, Ovtcharov und Duda antreten wird, ist ein weiteres fatales Zeichen und ein Beleg dafür, dass man dort den "Schuss nicht gehört hat", wie man so schön neudeutsch sagt. Völlig unabhängig davon, ob diese 4 wirklich in LA in 4 Jahren am Start sein werden, sendet eine solche Aussage natürlich ein fatales Zeichen aus. Aber ich vermute, darüber ist sich ein Herr Roßkopf gar nicht bewusst.
China bspw. tritt bei den kommenden Asien-Meisterschaften mit einem Mix-Team aus einigen der Superstars und einigen der Neuen Generation an, auf die man in den kommenden Jahren setzt und denen man schon jetzt große Verantwortung übergibt. Sollten da einige zunächst Rückschläge erleiden, ist das überhaupt kein Problem, denn das gehört zu dem vorgezeichneten Weg dazu. Diese Sportler/-innen werden behutsam aufgebaut. Und dies macht man, obwohl andere Superstars bereit stehen würden.
Beim DTTB ist das keine Option. Dort passiert so etwas immer nur dann, wenn einige der Stars keine Lust haben, so etwa wie bei der WM 2022. Es ist einfach in vielen Dingen dort, zumindest in Teilen, kein durchgehendes Konzept zu erkennen, angefangen von der Jugendarbeit in einem Förderkonzept bis zum Übergang in den Erwachsenenbereich. Dass das alles nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist, ist mir vollkommen klar, aber man muss eben zumindest die Voraussetzungen dafür schaffen.
Im Endeffekt ist es ja so, dass es durchaus löblich und bis zu einem gewissen Punkt auch sympathisch ist, wenn hier einige Leute im Forum loyal zu einigen handelnden Personen beim DTTB stehen und diese verteidigen, aber damit ist niemandem geholfen und damit wird man, wie Hanswurst123 schon geschrieben hat, eher ein Teil des Problems als ein Teil der Lösung.
Geändert von Wolf11 (19.09.2024 um 13:31 Uhr)
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